Druckschrift 
Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
Entstehung
Seite
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der in der obern Lufft erzeugten Dinge.Nacht-Liecht, der Mond, voll ist, so nimt er wider ab; ja er wird nicht versinstert, noch in Dun-ckelheit verhüllt / er habe dann seinen Vollschein erlangt; er wächset nur darum / damit er wiederabnehme. Bistu in der Welt? Regierestu die Welt? Traue nur dem guten Glück am al-lerwenigsten. Die Vielheit der Früchten zerbricht die Aeste; und ein Taucher/ der sich mitOPIA MERGITallzuvielem Gut belastet / muß zu Grunde gehen. Nachdeme Belisarius durch seine viele undherrliche Siege die hochste Spitze des Ruhms erstiegen; so hat ihn das Glück / welches ihn gleich-sam nicht höher mehr erheben können / von dannen wider herab gestossen / und ihn / damit er mitblinden Augen sehen möchte / was glückseelig seyn heisse / zu einem Bettler gemacht. Das Glückhat denen Reichen Geld und Gut nicht geschencket / sondern nur geliehen. Was dassel-be gegeben / das hat es nur eilend gegeben. Und dises ist bey dem Glück selbsten das grosteUnglück / daß man an ihme keinen rechten oder beständigen Freund findet. Die Menschliche Plut. SymLeiber / ob sie schon die Höchsten und besten Kräfften haben / so bestehen sie doch nicht / pos. l. s.sondern müssen offt in einem Augenblick in das Widerspiel verfallen. Der Fürst selb-sten unter den Gestirnen, der guldene Regent, gehet in seinem Auffgang nieder, und sencket sichwann er am höchsten stehet. Was ist anmuthigers / als eine schone Flamme / die in der Lufftherumb fährt / oder an einer weissen Wachs-Kertze scheinet? doch ist sie zuletzt nur ein Rauch;und verschwindet, indem sie in die Höhe steiget. Was ist aller Welt Pracht und Glantz? jeheller er schimmert / je geschwinder verschwindet er. Die Strahlen der Ehren und des Glücksseynd lauter Blitze; indem man sie fasset, so seynd sie nichts, und dahin; indem sie scheinen, sofallen sie; und indem sie sich sehen lassen / so vergehen sie. Ein jeder Tag ist ihr Zeichen-Tag /(dies criticus) ja ein jeder Augenblick ist ihnen tödtlich; und solche ihre Erhöhung ist gleichsamihre Geburths=Stund / so in dem Kreiß der Glückseeligkeit stehet. Es ist aber selbige keine Fenecl.feste und gesicherte Gluͤckseeligkeit; sondern sie ist nur eine und zwar duͤnne und zarte de ProviaKinde. Johannes / König in Castilien war dem Didaco Area mit ungemeiner Gnade gewo= c. 6.gen: allein / disem konte sie doch nicht anders als verdächtig seyn: darumb wünschte er, daß erCe 2einen