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Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
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Philosophische und Politische Beschreibung200Himmel gefallen / hefftiger als jemahls mit Geld Erpressungen Feuer / Hunger / Belagerung /Plin. I. 2. und Pestilentz geängstiget. Plinius meldet / daß in der Landschafft Lucania, das Jahr vor derNiderlag / die M. Crassus von den Parthern erlitten / und dabey selbsten das Leben gelassen / auchc.56.mit ihme alle Lucanische Soldaten / deren eine grosse Anzahl unter seiner Armee gewesen / in dasGras gebissen / Eisen geregnet habe. Unter dem Kayser Severo, wie Dion versichert / ist zu Romauf dem Marckt Augusti ein Silber=Regen gefallen; und wann man kupfferne Müntzen mitdiesem Silber-Thau benetzet / so ist demselben die Silber-Farbe biß auf den dritten Tag verblie-Ammi- ben am vierdten Tag aber gäntzlich wieder verschwunden. Jonstonus erzehlet in seiner Tau-an. l. 17. matographia aus dem Ammiano, daß es in der Insul Pelagia Gold geregnet habe / so jedochGreg. M. die Gold=Farbe nicht lang behalten. Gregorius Magnus schreibt / es seyen zu Rom nach dergrausamen Pest, die eine grosse Menge Menschen aufgerieben, Pfeile, wie ein Regen, vom Him-Dial.e 36. mel gefallen. Julius Obsequius berichtet / daß es einsmahls zu Rom Kreiden / oder eine kreidi-Jul. Ob. ge Erden abgeregnet habe: Worauf ein sehr fruchtbares und volles Jahr erfolget seye. Sosequ. pro. hat es auch ehedem zu Arras in Artesien ein Manna geregnet / welches man allda an-dig. 107. noch verwahrlich aufbehalten / und zu sehen haben solle. Und dahero kommen dieVerſe:Atrebati manna; Romæ pluit unctio ſacra;Jerusalem sanguis: quae sunt tria dona salutis.Zu Rom wird heiligs Oel zur Salbung ausgegossen:Zu Arras ward das Mann' vom Himmel ausgestreut;Und zu Jerusalem ist heiligs Blut geflossen,Aus diesen dreyen quillt der Menschen Seeligkeit.Sonsten pflegt es auch in Pohlen / nach unterschiedlicher Scribenten Bericht / in denen Brach-und Heumonaten ein Manna zu regnen / und bey Nachtzeit wie ein Thau auf das Graszu legen; welches die Leute noch vor dem Aufgang der Sonnen mit einem Sieb aufsammlenhernach zerstossen / mit Wasser und Meel vermischen / und zur Speise gebrauchen: Wie dannCornelius à Lapide bezeuget / daß er dergleichen Manna gesehen habe; und seye selbiges demHirs=Saamen ähnlich / habe einen Geschmack wie ein Granat=Apffel / stecke in einem Häutlein /Vincent. und habe eine rothe Farbe. Vincentius erzehlet / daß es in Campanien Gersten / Weitzen undHist. l.33. anderes Getraidig geregnet. Als Kayser Carls / deß Grossen / Stamm in dem Arnulpho abge-storben / und das Frantzoͤsische Reich auf den Hugo Capet gekommen; hat der Himmel selbstenAegnat.hierüber seine Freude bezeugen wollen: indem es durch ein neues Wunder etliche Tage mitl.5.c.6Sabell. I.1. Getrayd und kleinen Fischen geregnet hat. Anno 1550. wie Lycosthenes meldet / hat es nichtweit von Klagenfurt und Villachen in Kärnten im Monat Mertzen vor dem Oster=Fest gleich-falls Getrayd geregnet; woraus man sehr gutes Brod gebacken / und die in selbigem Land ein-gerissene Hungers=Noth darmit zimlich erleichtert: Seiden=Leinwand=Woll=Papier= und an-derer solcher Regen anjetzo nicht zu gedencken.Es entstehet aber bey denen bißhero angeführten Wunder=Regen die Frage: Wie undwelcher gestalten dergleichen Regen, ob sie durch Krafft der Natur, oder durch ausser=ordentl.che Göttliche Beywürckung / hervor gebracht werden? Auch ob sie recht wahrhafftige / odernur also scheinende und vermeintliche Regen seyen? Diese Frage nun zu beantworten / sa-gen wir /§. 3. Daß viel der oben=erzehlten Wunder=Regen sich natürlicher Weiß ereitnen können: Zum Exempel; es ist wohl möglich/daß in der Lufft ein wahrhafftes Blut/ MilcFleisch / vollkommne Thiere / Steine und dergleichen formirt werden; und zwar ins gemein ausdieser Ursach: weilen in der Lufft und denen Wolcken sehr viel Ausdünstungen / die aus aller-hand Erdreich / oder Boden / nemlich aus einem leimigen /steinigten / Salpetrischen / pechigen / Ertzträchtigen / und sofort / aufsteigen; wie auch viel aus allerley Pflantzen / Bäumen / WurtzlenKräutern und Thieren gehende Ausflüsse / die sich unter die Dämpffe mengen / befindlich seyn;aus denen folgends / wann leidende und würckende Dinge zusammen kommen / solcherley ver-mengsel kan gezeugt und formirt werden.§. 4. Jedoch seynd diese Regen auch nicht allzeit wahrhaffrige / sondern nur also scheinende oder vermeintliche Regen: Angesehen diejenige Dinge / die in dem Regenherab fallen / entweder durch einen gewaltigen Wind in die Höhe und zuweilen aus weit- entferne-ten Orten hergeführt, und hernach auf den Boden geworffen; oder durch der Sonnen Hitzeund Tüchtigkeit der Materi dergestalten verändert werden / daß sie erdeuter Dinge Farbe oder

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