der in der obern Lufft erzeugten Dinge.stanck verschmachten lassen. Es konnten aber die Unterthanen seine Tyranney nicht länger er-tragen / sondern verstiessen ihn von dem Thron / und jagten ihn aus dem Reich. Anno 1534.fiel ein Regen / der die Kleider mit rothen Creutzen bezeichnete; eben wie es auch Anno 1601. in de-nen Niderlanden rothe Creutze geregnet; und wurden sogar die in denen Küsten verwahrteKleider / ja die Leiber der Menschen selbsten darmit befallen: Welches Wunderwerck dann eingantzes Jahr lang gedauret. Noch unlängsten / nemlich Anno 1691. den 29. December, hat esnicht weit von Lübeck an einem gewissen Ort zum Vorwerck genannt, gleichfalls Blut gereg-net; inmassen die Innwohner zu Rheinfelden dasselbe auf dem Eiß und dem Schnee Tropffen-weiß hin und wider / an etlichen Orten aber so häuffig angetroffen und beobachtet / daß es einenPlatz von einer Ehlen weit eingenommen.Livius und andere Geschicht=Schreiber berichten / daß es einsmals zu Rom / als P. Sci- Liv. Dec.pio, und L. Calpurrius das Burgermeister=Amt verwaltet / drey Tage lang Milch geregnetha= 3. l. 7.be: Worauf der Ligustische Krieg erfolget. Unter Calisto III. hats in Ligurien und auch an-derswo öffters mit Fleisch geregnet / wie Plinius erwehnt: So ists ebenfalls nichts ungewohn-tes / daß es Frösch / Mäuß / Schlangen / Flöhe / Heuschrecken und dergleichen Thiere regnet. Inden Alp=Gebürgen seynd nach deß Dalecampii Bericht in einer einigen Nacht so viel Raupen Dale-vom Himmel auf die Erde gefallen / daß dieselbe haͤuffig in die Haͤuser gekrochen / und man zwey camp. adgantzer Täge bemüssigt gewesen / sie mit angezündtem Stroh zu verbrennen; mit welcher Arbeit l.2.Plin.sowol Männer als Weiber genug zu thun gehabt. Johann Willanius erzehlet, daß Anno 6.561348. unter der Regierung Kayser Caroli in dem Obern Asien und in dem Königreich Chatay /eine grosse Menge Würmer und kleiner Schlangen aus der Lufft herab gefallen seye / die mitihrem Gestanck dieselbe gantze Landschafft angesteckt; woraus auch eine grausame Pestilentz ent-standen / welche erstlich Asien / hernach Egypten / Africa / Griechenland; Item Italien / Franck-reich / Spanien / Engelland / und zuletzt Teutschland durchgegangen / und eine unbeschreibliche An-zahl an Menschen erbärmlich aufgerieben. Sonsten rechnet Jonstonus unter andere verwun-derliche Dinge nicht minder dieses / daß es einsmahls nicht weit von Königsberg in Preussen sohäuffig Fische geregnet / daß die Strassen und Wiesen gantz voll gelegen; und er selbsten nebstseinen Eltern von denselben Fischen gegessen habe. Anno 1586. ward über der Stadt Constan-tinopel eine schwartze Wolcke wahrgenommen / welche / da sie sich in einen sehr hefftigen Regen auf-gelöset / zugleich eine nicht geringe Menge Heuschrecken von sich ausgeschüttet / die alles Graßalsbalden abgefressen und verzehret. Eben dergleichen Heuschrecken=Regen ist auch zu Franck-furt an der Oder in nechst=verwichenen Jahren eingefallen / der ungemeinen Schaden verur-sacht. In oben ermeldtem Jahr seynd nach deß Leunclaii Bericht in Croatien nicht weit vondem Schloß Wissitz Gänß und Endten aus einer schwartzen Wolcken mit samt einem starckenPlatz=Regen häuffig herab gefallen; haben sich aber in der fünfften Nacht darauf in zwey Hee-re getheilt einander nicht anders als zwey feindliche Armeen grimmig angefallen / und den tau-senden nach umgebracht / so daß die dortige Innwohner und Soldaten selbige häuffig einge-sammlet, und offt eine Person ein, zwey, ja wohl vierhundert solcher Vögel mit sich zur Speisenach Hauß getragen: Die übrige und zwar obsiegende Gänse haben sich bey Herannahung derLeute abermahl in zwey Hauffen getheilt, und seynd anderswohin geflogen. In der Quitersi-schen Landschafft sollen bey hellem Wetter sich Würmer in der Lufft selbsten erzeigen; die / wannsie auf die Erde gefallen / zu zweyschwäntzigen Schlangen werden / und mit so scharffem Gifftversehen seyn / daß der / so von ihnen gebissen wird / nicht nur aus allen natürlichen Leibs=Oefnun-gen / sondern auch aus denen Schweiß=Lochern so lang Blut auswerffen und von sich gebenmuß / biß er den Geist darüber ausgeblasen; und hat man noch biß dahero für ein so unerhör= Kirch. I.tes Ubel keine Artzney auserfinden können.de pest.Es können aber denen Regen, die man erst anführt, auch noch anderer Dinge Regen seit. 3.53.beygefügt werden: Linthurius hat in dem Fasciculo deß 1496. Jahrs angemercket; daß nahebey der Stadt Muncksperg an dem Fest der Heil. Margaretha Steine vom Himmel gefallen /in welchen Menschen=Gesichter und Cronen außgedruckt und gebildet gewesen. Anno 1510.sahen wir / schreibt Cardanus, auf einem nahe an den Fluß Abdua stossendem Feld ungefehr Card. I.1200. Steine liegen / die vom Himmel gefallen / und deren einer 120. ein anderer aber 60. Pfund 14. c. 72.gewogen; wie dann ihrer etliche davon dem Frantzoͤsischen Stadthalter für ein Wunderwercküberbracht und gezeigt worden: Sie waren eisenfaͤrbig / sehr hart / und rochen nach Schwefel.Man verspührte vorhero um die dritte Stunde ein grosses Feuer am Himmel / und um diefünffte Stunde hörte man das Geräusch der abfallenden Steine; also daß hoch zu verwundernist / wie ein so grosses Gewicht zwey Stund lang sich in der Lufft habe erhalten können. ZweyJahr hernach fähret erwehnter Cardanus fort / wurden die Frantzosen verjagt: Und ob sie zwarnach dreyen Jahren wieder zuruck gekommen// so wurden sie doch zuletzt abermahl hinaus ge-schlagen / und auf das Haupt erlegt; Unsere Stadt aber / in deren Gegend die Steine vomHimmel
Druckschrift
Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
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