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Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
Entstehung
Seite
198
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Philosophische und Politische BeschreibungWie offt eröffnet doch der Himmel Thür und Riegel,Indem der Erden er verlangten Regen reicht?Derselbe überthaut deß Landes Thal und Hügel:Und alles wird sodann nach Uberfluß befeucht.Laß deine Reichthums-Ströhm auf Arme sich ergiessen;Und die / so es verdient / auch deiner Hülff geniessen.Die IV. Frage.Von dem Wolckenbruch.Ann die Wolcke sich nicht allgemach / und Tropffen=weiß aufloͤset / sondern ineinem schnellen Guß herab schiesset / so nennt man es einen WolckenbruchWodurch / wie man zu jeden Zeiten leider! erfahren / gantze Städte überströmt wor-den, mithin Menschen, Vieh und Gebäude elendig zu grund gehen müssen. Esrühret aber solches nicht daher, daß etwa die Wolcke an die Spitze eines Bergs anstossetdaraufhin zerberstet / und alles in sich gefaßte Wasser zugleich ausschüttet; angesehen dergleichenWasser in denen Wolcken nicht befindlich; sondern es entstehet vielmehr daraus / wann eineschnelle Kälte auf die Wolcken einfället / wodurch selbige zugleich und miteinander zu einem Was-ser verdicket werden: Wie dann die Gesichtschreiber berichten / daß in der Mexicanischen Land-schafft es so starcke und gewaltsame Schlag-Regen abgebe, die mit ihrem plötzlichen EinfalldieLeute ertödten und ersticken. Von einem solchen Wolckenbruch aber ist die Sündflut zu deßNoa Zeiten nicht verursacht worden; indem weder in dem Meer noch auch in der Lufft so vielWasser vorhanden, daß die höchste Berge darmit sollten bedeckt werden können: dann es istselbige Sündflut so groß gewesen / daß nach dem Zeugnus der heiligen Schrifft das Wasserfünffzehen Ehlen hoch über den Spitzen der Berge gestanden. Jedoch hat sich ein dergleichenentsetzlicher Wolckenbruch in Flandern im Jahr Christi 1014. begeben; da eine ungeheure Wolckeunversehens vom Himmel gefallen, und eine grosse Uberschwemmung verursacht; auch viel tau-send Menschen dardurch ersäufft worden. Ein ebenmässiges geschahe Anno 1421. an denenDortrechtischen Gräntzen / wie Beyerlinck vermeldet; indem um Mitternacht die Wolcken sichschnell aufgelöset und herab gestürtzet, so daß der Rhein, die Maaß und die Wahl durch ihreAufschwellung ausgebrochen / und bey 72. Dörffer überschwemmt; zugleich in die hundert tau-send Menschen jämmerlich in den wilden Flutten umgekommen; inmassen eben um selbige Zeiteine grosse Menge Todten-Cörper mit der Ebbe an die Seeländische und Flanderische Küstenangetrieben; auch etliche Kinder in der Wiege und in den Windlen biß nach Antwerpen ge-schwemmet worden; wo man sie heraus gezogen, und etlichen davon den Namen Moses gege-ben; die dann noch lange hernach gelebet, und als elende Uberbleibsel zum Zeugnus der versenckten Dörffer gedienet. Mehrere Exempel von dergleichen entsetzlichen Wolckenbrüchen seyndbey denen Scribenten hin und wider zu finden.§. 2. Es haben sich zuweilen unterschiedliche und wunderseltzsame Regen nichtnur würcklichen ergeben; sondern sie können sich auch leichtlich ergeben; da es nemlichFrom. l. 5. Blut / Milch / Fleisch / Wolle / Eisen / Stein und sofort geregnet: davon Fromondus nachgesehene. 6. afl. 3. werden kan. Man heisset aber diß einen Blut=Regen / wann das abfallende Wasser roth ist:und ein solcher Regen fiele zu Rom vor dem Todt Neronis, wie Dio bezeugt; nicht weniger er-zehlt Plutarchus, daß nach der Cymbrischen Schlacht und Niderlag ein Blut=Regen vom Him-mel gefallen: So hat es auch 626. Jahr nach Erbauung der Stadt Rom in dem StädtleinCære Blut geregnet; worauf sich ein erschröcklicher Zufall ergeben: Dann es ward Ptolo-mæus Evergetes wegen seiner unerträglichen Tyranney aus dem Reich vertrieben / hergegen sei-ne Schwester und Gemahlin / Cleopatra, von der er sich vorhero geschieden / an seine Stelledem Reich vorgesetzt; Hierüber aber erzörnete sich der Tyrann dergestalten / daß er den Prin-zen / welchen er mit gedachter Cleopatra gezeugt / schlachten / ihme das Haupt / Hände und Füsseabhauen / und selbige der Mutter überbringen lassen. Als Brigerus das Königreich Schwe-gehefer.Memor. den besessen / sollen nicht weit von Ringstaholm gleichfalls Bluts=Tropffen von dem Himmelgefallen seyn; da dann wenige Jahr hernach ermeldter Brigerus seine zwey Brüder den Wal-snec.c.2.demar und Erich in einen heßlichen Kercker geworffen / und sie darinnen von Hunger und Ge=