der in der obern Lufft erzeugten Dinge.sagte Cyrus, diene beedes den Göttern / und trachte auch immerdar nach grösserm Reich= Xenoph.thum: Allein / nachdem ich so viel Güter zusammen gebracht / daß mir uͤber das / was 6. Cyro-mir nöthig ist / noch etwas verbleibet / so gehe ich denen Armen damit an die Hand; in pæl.dem ich nun die Leute reich mache / und ihnen viel Gutes erzeige / so erwerbe ich mirdardurch nicht nur eine Liebe und Wohlgewogenheit / sondern bringe mir auch Ruhm /Ehre und Sicherheit zuwegen. Du solt nicht sowol das für das Deinige halten / was duwürcklich besitzest; als vielmehr das so du verschencket hast. Was man aus Freygebigkeit hin-weg gibet / das wird nicht vergeudet oder verschleudert. Es gereichet zu deinem Ruhm / wanndu anderer Leute Nothdurfft erleichterst. Es ist ein Saamen der Ehren/ wann man eines an-dern Armuth zu Hülffe kommt. Was man zum Behuff der Dürfftigen ausfliessen lasset / dasfliesset wieder in deinen Nutzen zuruck. Gleichwie das alles umgebende grosse Welt=Meer vonder Erde diejenige Wasser wieder empfangt, die selbiges ihr zugeschicket; also rinnet auch das,was aus deinen Händen geronnen, wiederum auf dich zuruck. Du machst dir einen grossenNamen / wann du dich deß übrigen Gelds entledigest. Du hast einen nicht geringen Ruhm-Gewinn / wann du Geschencke gibest / die doch wieder zuruck kommen. Das Wasser wird im-merzu klarer, so man es offt schopffet; und der Ruhm eines Gutthätigen erlangt durch die Frey-gebigkeit einen hohen Glantz. Schöpffet aus mir / wie aus dem Nilo: mit diesen treffli= Philostr J.chen Worten hat Kayser Vespasianus seine Regierung angetretten. Ist auch wohl eine Re= 5. c. 10. inde / die süsser in Gemuth und Ohren eindringen / oder das Hertz und die Adern gütiger belaben vita Apol-kan? Die Egyptier betrachten den Nil=Fluß als eine Hoffnung wohlfeiler Zeit, und als einen lon.Vorbotten/ja als eine Mutter deß Uberflusses: Bemühe dich / daß jedermanns Augen auch aufdich / als einen Brunnen der Freygebigkeit / sehen mögen. Der Nil ist der Egyptier Himmel;und durch Gutthätigkeit wirst du selbsten GOtt ähnlich: dann es kan der Mensch nichts Gött-lichers an sich haben / als so er sich um andere wohl verdient machet. Ein hohes Gemüth ist al-so gesinnet, daß es nicht sowol Gut und Geld zu besitzen, als auch auszugeben verlanget;und bedienet sich deß Reichthums nur darzu, daß andern Leuten darmit geholffen werde. DieZölle und Auflagen fliessen nur darum in den gemeinen Schatz=Kasten/damit sie fremde Schul-den bezahlen, und derselbe also, was er empfangen, wiederum heraus geben möge. Was nu-tzet das Getrayd / wann es in die Scheure verschlossen wird? es muß dasselbe in die Erde gesaͤet /und vom Regen befeuchtet werden. Hat das Glück dich in einen hohen Stand erhoben? Ho-he Berge machen die niedrige Thäler fruchtbar, indem sie das Wasser, so sie aufgefangen, aufselbe abfliessen lassen. Dahero soltest auch du dich in guldene Platz-Regen ergiessen, wie Kay-ser Augustus; welcher zu sagen pflegte: Diß soll das Zeugnus meiner Hoheit seyn / daß ichmir jedermann mit Gutthaten verbindlich mache. Was lässet man den guldenen Gan-ges in der Küsten müssig liegen? Er soll vielmehr Strohms=weiß herfür fliessen. Nur leibeigneKnechte und Sclaven verdammet man zur Arbeit in die Ertz=Gruben: Dun hengest selbstendeinem Namen einen Schand=Flecken an / wann du dich Geld=geitzig und filtzig erzeigest. DerOesterreichische Ertz=Hertzog Maximilanus I. solle gesagt haben: Die Liebe warte nicht / bißein bedürfftiger Mensch um etwas bitte; sondern sie seye mit ihrer Hülffe schon fertigund bereit / wann sie die Noth sehe / ehe sie noch angesprochen werde. Kayser Ferdinan-dus II. hat diesen Gutthaͤtigkeits-Ruhm seines hohen Stammens fortgepflantzet: Dann erhatte kaum den Kayserlichen Thron betretten / so ließ er sich einsmals schertz=weise vernehmen:Es könnte ihme nichts angenehmers widerfahren / als wann GOtt in seinen Landen Guil. Le-eine Gold=Grube entdecktn liesse; nicht zwar darum / daß er grossen Reichthum samm= mor inlen möchte; sondern vielmehr deßwegen / daß er andern Leuten / so viel sie an ihne bitt- vuâ.lich begehrten / zugeben und mitzutheilen haͤtte.Dives in omnes.Sein Güt streckt sichAuf männiglich***Omnia conspergit resolutis imbribus æther.Atque sinu largas ubere fundit aquas.Munifica gazae dextrâ reserentur egentiEt meritis tribuat praemia plena manus.Bb 3Wie
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Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
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