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Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
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der in der obern Lufft erzeugten Dinge.Zum dritten: Warum die Schlag=Regen keinen grossen Erden=Strich benetzen; auchnicht lang anhalten? Antwort: Es waltet hiebey eben die erst angeführte Ursach; nemlich / daßdie Dämpffe / damit sie kalt werden mögen / in grosser Menge an einen engen Ort zusammengetrieben werden müssen: Derowegen müssen sie auch nur einen kleinen Platz einnehmen; Sokan in gleichem der Schlag=Regen / weilen die Wolcke wegen der Menge und Staͤrcke deß Re-gens sich alsbalden auflöset / nicht lange Zeit dauren. Und eben diese Ursach läßt sich an-führen, wann gefragt wird: Warum erdeute Schlagregen meistentheils um die Spitze derBerge / wann der Wind gegen selbige bläset / sich ereignen? Nemlich / weilen der Wind die Dämpf-fenach demselben Ort mit sich fortreisset, und, da er an dem Berg eine Hinderung findet, ingrosser Menge zusammen treibet; welche sodann kalt werden / und in einen Schlag=Regen sichaufloͤsen.Zum vierdten: Warum fast alle Jahr bey anfahender Sommers=Zeit täglich um denMittag ein Schlag=Regen einfalle, aber auch bald vorüber gehe? Antwort: Weilen zu An-fang deß Sommers die Oberfläche der Erden und deß Wassers / wie auch die nächst=anstehen-de Lufft von denen zurück=gebognen Sonnen=Strahlen über die massen erhitzet werden / da in-zwischen die Kälte in der zweyten Lufft=Gegend immerfort anhält; angesehen ermeldte zurückge-bogne Strahlen nicht biß dorthin reichen/ und ebenfalls die gerade Strahlen eine mehrere Zeiterfordern / wann sie besagte Gegend erwärmen sollten: Dahero treibet die hefftige Hitze die umden Erdboden sich befindt / die Dämpff in grosser Menge in die Höhe; Welche hernach / wann siedie zweyte aber nicht genugsam erhitzte Lufft=Gegend erreichen / von denen geraden Strahlenunverzüglich erkältet werden. Und weilen die Dämpffe fürnemlich um den Mittag in die Hö-be steigen / so erkalten sie folgends Nachmittags / und werden zu gewaltigen Schlag= und Platz-Regen. Immittelst dringet doch die Hitze auch biß zu der andern Lufft=Gegend / und wanndie schnelle Erkältung der Dämpffe alsdann aufhöret / so hören die Schlag=Regen ebenmässigauf zu fallen; Dannenhero pflegt es auch in dem dürren Erden=Strich alle Tag um den Mit-tag zu regnen.Zum fünfften: Warum die Erde fruchtbarer vom Regen / als vom begiessen werde?Antwort: Weilen die Lufft' zit den Ausflüssen und geistigen Theilen aller Dingen erfüllet ist;so führet der Regen davon sehr viel mit sich auf die Erde herab/ und macht sie darmit fruchtbar:Wie dann eben dieser Ursache halber das Regen=Wasser viel fruchtbarer ist / als das Brunnen-Wasser. Dann das Regen=Wasser sammlet sich grösten theils aus Schnee und Regen / undist also mit vielen Geistern erfüllt / die sich in denen Brunnen-Wassern / welche gantz hell undklar / die Regen=Wasser hergegen trüb zu seyn pflegen / nicht befinden. Ja eben deßwegen unddaß sie gleichfalls mit solcherley Ausflüssen angehäufft seynd / machen der Thau und der Schneeden Erdboden nicht weniger fruchtbar; doch ergibt sich bey dem Schnee hierzu noch eine ande-re Ursach; nemlich weilen derselbe durch seine Kälte die Poros oder Lufft-Löcher der Erde ver-schleußt; verhindert / daß die Geister nicht ausdünsten mögen / die sonsten unschwer davon fliegenwürden; so daß selbige / indem ihnen der Ausgang versperret / desto besser von der Erden einge-sogen werden.Zum sechsten: Ob der Tropffen Fall oder Bewegung gegen der Erde zu, schnellerund geschwinder seye, je höher die Wolcke stehe? Ich antworte mit Ja: Weilen nemlich dieTropffen deß Regens / je laͤnger sie fallen, auch dahero einen staͤrckern Trieb bekommen und al-so eine vollkommne Ur=Bewegung in sich haben / mithin durch das abfallen Kräfften erlan-gen / und einfolglich zu End ihres Falls oder Bewegung geschwinder fortgerissen werden.Zum sibenden: Wie tief der Regen in den Erdboden eindringe und denselben benetzeAntwort: Es ist kein Regen so starck und langwierig/daß er den Boden, selbiger wäre dannluck und löcherig / über zehen Schuh tief durchdringen und befeuchten könnte.Doch möchte man einwenden: Die Bäume treiben ihre Wurtzeln so lang und weit un-tersich, so lang sie eine waͤsserige Feuchtigkeit antreffen; Nun treiben sie aber dieselbe über zehenSchuh tief in den Boden: Dann Theophrastus und aus ihme Fallopius bezeugen; man ha= Theophr.be den Wurtzeln eines Ahorn Baums nachgegraben / und sie bey 33. Ehlen tief fortgestreckt l. 1. plant.befunden. Ergò &c. Ich antworte; dieser und dergleichen Baͤume / so es ja deren einige abgibt / c.n.seyen mit ihren Wurtzeln der Feuchtigkeit eines unterirrdischen Flusses nachgegangen.Fallop. l.Zum Beschluß fragt sichs: Warum die Thiere viel besser und ehender die Veraͤndes determ.rung deß Wetters / als die Menschen vorhero mercken und verspühren? Antwort: Die Thiere c. 4.verspühren oder wissen das zukünfftige Wetter / eigentlich darvon zu reden / nicht zuvor; sonderndasjenige geschiehet bey ihnen aus einem natürlichen Trieb / was die Menschen aus der langenErfahrung und der Vernunfft erlernet; und sodann daraus leichtlich schliessen können / wasfür ein Wetter einfallen werde: Wiewohlen nicht zu laugnen / daß die Thiere viel geschwinderals die Menschen die Veränderung der Lufft vermercken: Die Ursache dessen ist / wie S. Tho-Bb 2