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Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
Entstehung
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der in der obern Lufft erzeugten Dinge.Es mag die Sonne gleich sich aus der See erheben;Sie mag auch wiederum dorthin zur Ruhe gehn;So wird sie doch allzeit gewisse Zeichen geben /Auf die man sterigs kan die Würckung folgen sehn:Verlaͤsset sie ihr Beth / verstellt von dunckeln Flecken;Will hinter Wolcken sie das Angesicht verstecken /Und macht / daß sich ein Hof rings um dasselbe zeigt;So denck: das Wetter ist zu Regengüß geneigt.Dann der Sudwind stürmt von obenAuf die untre Felder einUnd will durch sein nasses TobenVieh und Pflantzen widrig seyn.Und bald nach diesem laßt er sich wiederum also vernehmen:Sæpè videmusIpſius in vultu varios errare colores.Wir sehen manchmahl / daß sie sich zu ändern pflegt;Und ihr Gesicht bald die / bald jene Farbe trägt.Zum achten: Sonsten können auch aus deß Monds zerschiedentlichere Licht und Scheindie bevorstehende Winde erkannt werden; nemlich wann um denselben sich etliche Ringe oderHöfe ereignen / oder wann er bey seinem vollen Licht mit solchen manchfarbigen Ringen undHöfen umschlossen ist: Wie dann insonderheit sowohl an ihme / als an andern Gestirnen eineheinende Röthe lauter Winde verkündiget / laut deß bekannten Verses:Pallida luna pluit, rubicunda flat, alba serenat.Der bleiche Mond stellt sich allzeit mit Regen ein;Der rothe / bringet Wind; der weisse Sonnenschein.Andere setzen diese allgemeine Regel; wann sie sagen: Derjenige Wind, so im Neumond we-het / bleibt biß auf den 18. und fähret fort biß auf den 27. Tag: blaset aber ein anderer Zwischen-Wind; so wird einer um den andern; jedoch der / so sich am dritten Tag spühren lassen / öfftersund meistentheils wehen.Zum neunten: Es ist etwas sehr curioses und merckwürdiges / was man durch die Er-fahrung an einem gewissen Meer=Fisch beobachtet; selbiger ist gantz rund / und ein purer Kopff;und hat von der Natur die Krafft, daß, wann er ausgenommen, getrocknet, ausgestopfft, undan einem Faden / oder in einem Glaß also aufgehengt wird / er frey in der Lufft schwevet / er all-eit seinen Schnabel nach demjenigen Theil deß Horizonts, wo der Wind herblaset / als ein Wind-Zeiger hin zu kehren pflegt. Deßwegen nennet ihn Gesnerus im Teutschen einen See=Hahn;weil er nemlich / wie ein blechener Hahn auf denen Thürnen / den Wind / so eben wurcklich we-het / anzeiget; welcher Ursachen halber auch Kircherus ihn Magnetem Æolium, das ist / einen Kirch. dearte magWind=Magneten betitelt.Was aber den andern Theil gegenwärtiger Frag / nemlich die Natur der Winde / so viel net. l. 8.part. 6.die Erwählung der Dinge betrifft / anlangt; So hat man folgendes davon zu merckenErstlichen: Wann die Sudwinde wehen / so haben die eingenommene Artzneyen eine c.2.5.67kräfftigere Würckung; weilen erdeuter Wind den menschlichen Leib eröffnet / daß die Artzney de-sto leichter und geschwinder durchdringen kan. Das gerade Widerspiel hergegen ergibt beydenen Nordwinden, als wodurch die Cörper verschlossen werden.Zweytens: Wann die Ost= und Mitternächtige Winde blasen / so ists gesund / absonder-lich bey schönem heiterem Himmel / zur Ader zu lassen; schädlich aber / wann der Sudwind gehet.Drittens: Die Nordwinde seynd bey denen Thieren zur Zeugung und Erziehlungder Männlein sehr dienlich: Dann sie befördern die dauende, stärcken die erhaltende, und ver-mehren die zeugende Krafft: Hergegen thun die Sudwinde wegen ihrer widrigen Eigenschafftzur Erziehlung der Weiblein ihren Beytrag.Vierdtens: Es ist nichts heilsamers als wann die Gebäude gegen die Ost oder gegendie Nordwinde aufgeführt werden: Derohalben hält man es für sehr gesund / wann selbigeregie⸗