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Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
Entstehung
Seite
154
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Philosophische und Politische BeschreibungWill der Pilot in See mit seinem Schiffe lauffen;So steh't die gröste Sorg' nach einem guten Wind:Denselben giebet ihm ein wilder Finn zukauffen /Der in der leichten Wahr auch seinen Wucher sind.Wer Geld und Guth spendiert / um Ehre zu erlangen;Der ist ein Narr / so nur sucht Lufft und Wind zufangen.Die II. Frage.Von der Formal=wie auch würckenden Ursacheder Winde.§. 1.Er Winde wesentliche Formal Ursache ist eben diejenige / so sich auch bey der Auß-dünstung, dem Dampff und der Lufft befindet: Die zufällige Formal-Ursacheaber bestehet in der schregen / und zwerchshin um die Erde getriebenen Bewegung.Das erste erhellet aus deme / was bißdahero angeführt worden; das andere aber istdaraus ersichtlich, weilen dasjenige zufällige Vermengsel, so wir einen Wind nennen, ebenalso durch die Bewegung / gleich wie zum Exempel eine höltzerne Bild=Saͤule durch die Figuconstituirt und geordnet wird: Dahero man nicht sagen muß / der Wind werde bewegt /dem Verstand / als ob derselbe das Subjectum oder der Unterstand der Bewegung ware; dadoch er vielmehr die Bewegung selbsten wesentlich ist: Dann die Bild-Saͤule ist gleichfallnicht das Subjectum der Figur / sondern sie begreifft vielmehr die Figur wesentlich in sich. Somuß auch der Wind nicht beschrieben werden / daß er bloß eine Außdünstung / Dampff oderLufft seye; inmassen man von einer Bild=Säule ebenmässig nicht sagen kan / daß sie bloß und allein ein Holtz seye. Woraus dann sich offenbahr ergiebet, daß man einen und eben denselbenWind niemahls zweymal spühren und fühlen könne; weilen die Bewegung etwas fliessendesist: Wird demnach der Wind sich am füglichsten also können beschreiben lassen; daß er nem-lich eine Außduͤnstung / oder Dampff oder bewegte Lufft seye.Eine grössere Strittigkeit ereignet sich hier über die würckende Ursache der schregen,oder Zwerch-Bewegung, als von welcher wegen die Lufft, der Dampff, und die Außdunstunein Wind genennet wird. Welche Frage dann sich für dermassen schwer ansehen lasset / daßArriaga auch P. Arriaga bekennt / er habe selbige ihrer verwirrten Dunckelheit halber nicht berühren wol-D. unic. len. Dessen jedoch ungeachtet solle von uns in etlichen paragraphis die Sache untersucht / undde Cælo was wir darvon zu halten haben beygeruckt werden.§. 2. Die Engel seynd nicht ordentlicher Weiß die würckende Ursache derWinde: Dann, wann vorgemelter schregen Bewegung eine natürliche Ursache kan zugeschrie-ben werden; so muß ein Weltweiser seine Zuflucht nicht zu denen Intelligentien oder Engelnnehmen: Nun wird man aber unten dergleichen Ursachen zuvernehmen haben; dahero folget 2c.Ich sage: Ordentlicher Weiß; weilen sowohl aus heiliger Schrifft, als denen Profan-Hi-storien sattsam bekannt ist, daß GOTT zuweilen durch den Dienst der Engel Winde erwe-Jonas. 1. wecken und regieren lasse: wie bey dem Propheten Jona stehet: Da ließ der HErr einengrossen Wind aufs Meer kommen. Ja man ersiehet aus dem Buch Hiob, daß auch dieTeuffel durch Göttliche Verhängnuß Winde erregen: Wie dann daselbsten erzehlet wird, daßHiob.1,19.durch deß Teuffels Gewalt ein grosser Wind von der Wüsten hergekommen / und auf die vierOlaus M. Ecken deß Hauses gestossen. So schreibt nicht weniger Olaus Magnus, wie wir anderwaͤr-l. 3. c. 16. tig vermeldet, von denen Finn= und Lappländern, daß selbige vor Zeiten denen zu Wasser-reissenden Handels=Leuten den Wind verkaufft, und drey beschworne Knöpffe eingehändigetmit Versicherung / daß sie einen sanfften Wind haben wurden / wann sie den ersten Knopff;einen starcken aber, wann sie den andern; und dann einen sehr hefftigen, wann sie den drit-ten aufgeloͤset. Der Philosophus Sopater ward vordeme zum Todt verurtheilt, weilen er dieWinde durch Zauberey beschworen und gebannt, daß man kein Proviant nach Constantino-pel führen können. Plutarchus gedenckt auch in Lucullo: Als Mithridates, König in Ponto-mit einer grossen Flotte die Stadt Cyzicum zu Wasser belagerte / daß die Proserpina (das istder Teuffel) dem Aristagora bey Nacht erschienen / und zu ihme gesagt: Morgen will ich den