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Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
Entstehung
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145
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ein undund die nach

der in der obern Lufft erzeugten Dinge.wird niemand in Abrede seyn, daß selbige in theils dicken, in theils dünnen Außdämpffungenbestehe, welche, wann sie auf mancherley Weiß gebildet, und angefeuret worden, so dannauch mancherley Farben und Figuren vorstellen; allermassen wann die Wolcken in zerschiede-ne Figuren können gebracht und gebildet werden, warum solten nicht auch bemelte Ausdämpf-fungen also formiret werden mögen, daß sie uns Pferde, Menschen und Armeen vorstelligmachten? Allein, über der würckenden Ursach erhebt sich die gröste Schwerigkeit; indeme,daß selbige weder der Natur, noch einem ungefehren Zufall beyzumessen seye, offenbarlich andem Tage lieget: Dann wer wolte sagen, es geschehe ohngefehr, daß dererley Lufft-Gesichtedie Gestalten der Pferde und Menschen nachahmeten? und daß solches öffters geschehe? daßes viel Tage lang daure? daß es von jederman gesehen werde? und daß es / welches noch mehrist, einen künfftigen Krieg verkündige, und gleichsam Lermen blase? Dahero folget nothwen-dig, es müsse dieses alles von einem höhern Ursprung herrühren; und also urtheilet Cabeus.Jedoch möchte man mit dem August. Nipho darwider einwerffen: Obschon solche Din-ge nicht von ungefehr vorgiengen, so müsse man darum doch nicht sogleich zu GOtt, als dieerste und Vor-Ursache, oder zu denen Intelligentien und guten Engeln seine Zuflucht nehmen:Dann man könnte hier ja auch die Einflüsse deß Gestirns / und eine gewisse Constellation zuhülffe ziehen. Allein / wir machen mit Schotto folgenden Gegensatz: Wann die Stern die Schott.Krafft haben / in der Lufft Bilder von Waffen / Schiffen und dergleichen zuerzeugen; so er= Phys. cur.streckt sich ersagte Krafft in allewege nur auf gewisse Arten der Figuren / und sonst auf keine l. 6. c. 2.andere. Warum haben sie aber vor Zeiten solche Waffen, Schiffe und so fort, gebildet, wie §. 2.im Gebrauch waren; anitzo hergegen gantz andere, und die sich zu gegenwertigen Zeiten schi-cken? Gewißlich, wie die Formen und Gestalten dieser Dinge vor Zeiten ob der Künstler al-leinigen freyen Willen, der sich zu denen natürlichen und Noth-Ursachen gar nicht schicket, be-ruhet hat; also hat es auch für itzo keine andere Beschaffenheit.Man könte ferner einwenden: Es werde doch bißweilen zu Reggio ein seltzames Ge-sicht gesehen / so man fata Morgana zu nennen pfleget / welches bekanntlich nicht von der Gött-lichen Vorsicht, sondern von der Natur gewürcket seye. Antwort: Es ist zwar wahr; undziehet Kircherus an obgedachtem Ort einen von seinen Haußgenossen für einen Zeugen anwelcher die Sache weitläufftig in einem Schreiben an den General berichtet: Diese ohnge-wohnte Erscheinung aber hat eine gantz andere Ursach: Dann hier lassen nur sich einerleyGattungen entweder von Bögen, oder von Säulen, oder von Gesämbsen, oder Bäumen se-hen, die immerdar ihren Schau-Platz verändern, und mit einander abwechseln. Allein, kansolches; wie oben angemercket, dahero entspringen, daß die Christalline Wolcke mit vielenund ordentlichen Superficien immerdar einerley Ding vorstellet: Hergegen befindet sich beyvorgedachten Wunder-Zeichen eine allzu grosse Ungleichheit und Unterschied; dann die Bewe-gung, das gegen einander lauffen, die viel- und Mannigfaltigkeit der Figuren, und daß zurSache gehörige Gethön geben genugsam zu erkennen, daß es nicht nur ein Ding allein, so dawiderstrahle; sondern daß es eine Menge seye, die vernünfftig unter einander gemischt, undvon GOtt denen Engeln zum Schrecken der Menschen zu formiren anbefohlen werde.§. 6. Diese besondere Lufft=Zeichen und Gesichte werden als Vorbedeutun-gen künfftigen Unglücks von GOtt denen Menschen vor Augen gestellet. Und daßdeme also seye, ist daraus offenbahr, daß so wohl fast jedermänniglich hierinnen seinen Bey-fall giebet / als auch die unbetriegliche Erfahrung von so langen Zeiten es genugsam bezeuget:Dann ausser dem, was bereits in dem 1. J. angeführet worden, so hat man Anno 1453. kurtzvorher / als Constantinopel in der Türcken Gewalt verfallen / bey Como; einem ItalienischenStädtlein, um die Abend=Zeit eine grosse Menge Hunde gesehen; auf welche einige Heerdenvon zerschiedenem Vieh gefolget: nach denen ferner leichtgewaffnete Soldaten / Piquenierer /und Schildträger erschienen, mithin bey 3. Stunden lang eine grosse anmarchirende Armeerepraesentiret. Alexander ab Alexandro berichtet / daß unter dem Burgermeister=Amt Pan- Alex. al und Hirtij, als wider den Antonium Krieg geführt worden, man einige Gestalten von Alex.I. 3.Waffen und Geschossen von der Erden auf, gegen dem Himmel mit grossem Krachen sich cap. 15.schwingen gesehen habe. Es erzehlet auch Eutropius, daß / da C. Julius Caesar sich mit An-tonio geschlagen / in der Lufft ein solches Gethöß der Waffen entstanden seye / daß zu Antio. Eutrop. I.chia jederman / nicht anders als ob die Feinde anruckten / auf die Mauren geloffen. So 6. Hist.wurde nicht minder die Niederlange, so die Creutz-Herren von dem Polnischen König Ula-dislao Jagellone, nach dem sie ihme vorher darzu Ursach gegeben / erlitten / in Preussen durchein Lufft=Zeichen vorbedeutet: Dann es solle von vielen Personen aus beederseitigen Armeenzeitwehrender Schlacht ein in Päbstlichen Habit gekleideter ansehnlicher Mann in der Lufft ge-sehen worden seyn, welcher den Streitenden Polacken einen Muth eingesprochen, denen Fem-