Philosophische und Politische Beschreibungden aber Forcht und Schrecken erwecket: ja es solte die Nacht vor dem Treffen um den MondCromer. ein Mönch erschienen seyn, der eine Weile mit dem König gefochten, zu letzt aber überwun-den / und aus dem Himmel herabgestürtzt worden. Anno 1462. hat man in klein Pohlenlib.16in der Lufft ein Crucifix mit einem Schwerd von Niedergang gegen Mittag sich wenden sehen:Worauf in Pohlen grausame Raubereyen / ingleichem ein blutige Schlacht / und mehr ande-re Ungemach erfolget seynd. Anno 1478. hat man in der Schweitz an zerschiedenen Orten inLycosten.1. de pro- der Lufft mit einander streitende Armeen wahrgenommen: Etliche Monat hernach seynd auchdig. anno allerhand Creutze / item feurige Kugeln auf die Erde gefallen / und allda sichtbare Merckmahldenen curiosen Menschen hinterlassen; wie Lycostenes aus der Basler Chronic berichtet. Ineben diesem Jahr haben die Schweitzer den Hertzog von Meyland / der mit 15000. auserles-ner Mann zu Pferd und Fuß wieder sie ausgezogen / um das Fest St. Martini bey den FlußTicin in einer Schlacht nicht nur überwunden, sondern auch 1400. der Feinde erschlagen, undanbey eine überaus reiche Beute erobert. Es wird erzehlet, daß vor dem Todt deß Churfür-sten in Sachsen / Johannis / folgendes Gesicht erschienen seye: Nemlich man sahe einen dür-ren und umgekehrten Baum: hernach zeigte sich ein gerüster Reuter in einer dicken Wolckemit einem grossen und schwartzen Creutz, welcher einem Baum, dem die Aeste abgehauenSchotto waren, getragen; und endlich ist aus bemelter Wolcke ein erschrecklicher Donner-StrahlPhys. cur. mit ungeheurem geprassel hervor geschossen. Anno 1523. wurden in Ungarn einsmahls zulib. 6. c. 1. Nacht zwey mit einander streitende ansehnliche Männer an dem Himmel gesehen; darvon derGroͤsseste den andern / der ein Koͤnigliches Kleid an hatte / und eine Krone auf dem Haupt tru-ge / zu boden geworffen / und die ihme abgenommene Krone hinweggeschmissen / die alsbaldenin viel Stücke zersprungen / und nachgehends verschwunden: Im dritten Jahr darauf hatder Ungarische König Ludwig mit dem Türckischen Keyser Solyman bey Mohatz ein unglück-liches Treffen gehalten, worinnen er selbsten das Leben eingebüsset; da dann folgends dasKönigreich Ungarn in zerschiedene Provintzien zerrissen und vertheilt worden. An eben demTag, daran der Schwedische König Gustavus Adolphus mit denen Keyserlichen bey Lützensich geschlagen / in welcher Schlacht er selbsten auch das Leben eingebüsset / waren in Upland /Schefferwie Schefferus gedenckt / nicht weit von dem Dorff Baßbokel einige Personen zu Nachts aufin Me-morabile, der Reise begriffen; welche da sie mitten auf eine Wiese gekommen / schnell und unversehensbus gentis einen so grossen Tumult streitender Truppen gehöret / daß sie ungemein darüber erschrocken /und nicht gewust / wo sie sich hinwenden solten. Anno 1661. sahe man in Oesterreich ein bo-Snec. c. 2gen=rundes Lufft=Zeichen in Gestalt eines krummen Schwerdts oder Säbels / so sich an einemseiner aͤussersten Theile an den Mond/ und die Sternen angehenget; in der Mitte des Bogensaber erzeigten sich vier Säbel: Da dann hernach Anno 1663. der Türckische Krieg erfolget / inwelchem die Vestung Neuhäusel von denen Türcken erobert worden. Ich unterlasse / mehrereExempel zu Behauptung dieser unserer vorgelegten Haupt=Frage anzuführen: zumahlen dawir seithero Anno 1681. selbsten dergleichen Wunderzeichen mit Augen gesehen / und darvonzeugen können, daß sie lauter Vorbedeutungen folgender Kriege und Elends gewesen, undannoch seyen: Dann es pflegt GOtt, so urtheilet Cabeus, durch dererley Zeichen dieMenschen zu warnen / und mithin zu unterrichten das sie alles gottlose Wesen bekrie-gen sollen; ja er deutet es denen Gottsförchtigen an / damit sie dem Unglücks=BoeAmm.gen entfliehen / und erloͤset werden moͤgen. Ihme giebet Ammianus Marcellinus, obwoh-Marcell.len ein Heydnischer Scribent; hierinn Beyfall / wann er schreibt; GOtt ist so gütig / daßlib. 21.er denen Menschen, entweder weil sie es verdienen, oder weil er sie liebet, auf der-gleichen Weise zu entdecken pfleget / was zukuͤnfftig ist und geschehen solle.Politische Schluß=Rede.Seye fürsichtig / damit du nicht in Unglück verfallest.Eilen grosse Häupter dem Himmel näher seynd / als andere / so werden sie von selbigem auchmehrers geliebet: Dann er will nicht/ daß sie zu grunde gehen / sondern warnet sie / damitsie dem Untergang entfliehen mögen; er stecket Fackeln auf / die ihnen leuchten sollener lässet wunderbahre Dinge vorher geschehen / auf das er sie klug mache; er ordnet SchlachtOrdnungen in der Lufft an / damit sie in Zeiten zu einem künfftigen Krieg gehörige Anstaltenvorkehren können. Man sehe zuruck in das 1568. Jahr / in welchem / wie Famianus Stradabezeuget / einsmahls bey heller Nacht zwey Kriegs-Heer an dem Himmel in würcklicher Battaille gegen einander gestanden, mit gläntzenden Spiessen zusammen getroffen; bald gewi-chen / bald fortgerucket; die Schilde an einander gestossen / und gefochten / nicht anders / alswann
Druckschrift
Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
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