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Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
Entstehung
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der in der obern Lufft erzeugten Dinge.squadronen, gantze Flotten von Orlog=Schiffen und Galeeren; und dergleichen in der Luffierscheinen / einfolglich denen Menschen wegen besorglicher Bedeutung künfftiger Unglücks-Fällen nicht geringen Forcht und Schrecken verursachen. Wir wollen demnach in gegenwär-tiger Frage eigentlich untersuchen / was fürnemlich solcherley Wunder=Bilder und Zeichenseyen / woher sie entstehen / und was sie bedeuten:§. 1. Es ist nicht allzeit eine Blindung der Augen / wann Soldaten und ge-harnischter Leute Abbildungen in der Lufft gesehenwerden (welches dann auch von allemandern zuverstehen ist) sondern sie erzeigen sich zuweilen wahrhafftig also. Die Unbe-trüglichkeit dieses Schlusses ist sowohl aus Heil. Schrifft / als nicht minder aus Profan-Histo-rien ersichtlich: Denn im 2. Buch der Maccabæer wird erzehlet; man sahe durch die ganzStadt 40. Tage nach einander in der Lufft Reuter in guldnem Harnisch mit langen Spiessen 2. Mac-in einer Schlacht=Ordnung; und man sahe / wie sie mit einander trafen / und mit den Schild-ten und Spiessen sich wehreten / und wie sie die Schwerd zuckten / und auf einander schossen /und wie der gulden Zeug schimmerte / und wie sie mancherley Harnisch hatten rc. So schrei-bet auch Josaphus, daß / bevor Jerusalem von Tito und denen Römeren belagert und einge= Josaph. I.nommen worden, man den 21. Monats=Tag May nach denen Feyertagen vor der Sonnen 7. de belloUntergang in der Lufft viele Streit=Wägen durch daß gantze Land / und um die Stadt ge= Judaicoharnischte Kriegs=Heere durch die Wolcken hin und wieder marchiren gesehen. Derglei= cap.12.chen man ebenfalls zu Rom zu den Zeiten deß Papst Gregorij wahrgenommen / als Italienvon denen Longobarten überfallen worden; allermassen er selbsten hiervon Meldung thut / wanner sich Hom. 9. in Evang. also vernehmen läst:Ehe und bevor Italien den Heyden in die Hän-de gegeben / und von ihrem Schwerdt solte heimgesucht werden / haben wir feurige Kriegs-Heere an dem Himmel gesehen / die gleichsam das Menschen-Blut / so hernachmals vergos-sen worden / beleuchtet. Plinius erzehlet auch folgendes: Man hat uns berichtet / daß zu Zei= Plin. l. 2.ten deß Cimbrischen Kriegs in der Lufft ein Rasseln der Wassen und Gethön der Trompeten nat. Hist.gehört; Unter dem dritten Burgermeister=Amt aber deß Marij von den Amerinern / und Tu-dertinern von Aufgang und Nidergang her gegen einander treffende Armeen / darvon die vonNidergang die Flucht genommen / gesehen worden seyen. Ingleichem hat sich kurtz vorherehe der Schottische König Caractacas mit denen Römern geschlagen / von ihnen aber überwunden /und gefangen worden / einige Reuterey / die hefftig mit einander chargiret / mitten auf demFelde sehen lassen; und ist hernach endlich verschwunden / wie H. Boetius bezeuget. Und H. Beer.solcherley Lufft=Zeichen mehr können hin und wieder bey denen Scribenten gefunden und gele= lib. 4.sen werden.Doch ist auch nicht zulaugnen, das unterweilen daß bloͤde Gesicht, die Forcht, undEinbildung schuld haben könne, das man vermeyne, man sehe diß oder jenes Wunder-Zei-chen; dann auf solche Weiß / meldet Aristoteles habe einer / Nahmens Antipheron, stets Aristov. I.wehrend ein Bild vor sich gesehen / welches seine eigene Abbildung gewesen / und ihn ange= 3.Meteor.schaut: Dieses aber kam von seiner Gesichts=Blödigkeit her / die verursachte / daß die nechsteLufft ihme gleichsam zu einem Spiegel worden.§. 2. Es ist erweißlich / das einige in der Lufft erscheinende Gesichte oderZeichen recht natürlicher Weise verursacht werden können; Wie dann Kircherus diese Kircher.Weiß eröffnet und an Handen giebet: Wann nemlich aus denjenigen Orten, wo viel Kieß Art.oder Sand von Selenite oder Sper=Glaß / Antimonio, Glaß und anderer durchsichtigen Magn.Materi sich befindet / durch die grosse Sonnen=Hitze viel von ihren Particuln oder Theilen zu= lac. &gleich mit dem Dampff in die Höhe gezogen werden; welche Theile darnach unterschiedne und umbr lebtmancherley Superficies in der Lufft formiren / und nachdem die Dämpffe in der mittlern Lufftge= 10. part. 2.gend etwas dicker worden / und gegen einem Berg / oder einer schwartzen Wolcke über zuste= cap. 1.hen kommen / gleichsam dunckel / und endlich zu einem vollen Spiegel werden; in welchemLufft=Spiegel sodann / nachdem zerschiedenen Stand deß Augs / auch zerschiedene Bildnussender unten liegenden Dinge auf verwunderliche Weiß mit Vervielfältigung zuruck gestrahlt,und also seltzame Sachen in der Lufft vorgestellt werden können. Dieses wird dardurch be-kräfftiget / was DeChales anmercket / und berichtet / von seinem Lehrmeister gehört zuhaben; Dasin einer gewissen Stadt in Burgund ein Bild in Gestalt eines in der Lufft hangenden und ein De Chal.bloses Schwerdt in der Hand haltenden geharnischten Soldatens in den Wolcken sich sehen Diopl. l. 3.lassen / mithin die gantze Stadt in nicht geringen Schrecken gestürtzet habe; biß endlichen ei= prop. 23.nige gelehrte Männer dieses Lufft=Gesicht genauer betrachtet / und befunden / das die auf derKirchen=Thurn Spitze aufgestellte Bildnuß deß Heil. Michaels in den gegenüber stehendenWolcken / nicht anders als wie in einem Spiegel wiedergestrahlt habe.Sen-