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Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
Entstehung
Seite
142
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Philosophische und Politische BeschreibungWann sich ein Land erregt / wann Städt von Aufruhr bebenUnd wann deß Pövels Wuth nach Schwerd und Spies-sen schreit;Dapfleg ich mit Bedacht die Hand empor zuhebenUnd suche / daß man mir ein still Gehör verleiht.Wann demnach du wilt für einen Patrioten, der einig und allein, den gemeinen Nu-tzen ihm zum Zweck erkohren, angesehen werden; so bearbeite dich dahin, daß in deinemReich der Oehlbaum des Friedens blühe; das du gute Einigkeit und Nachbarschafft mit de-nen Ausländischen und Angräntzenden pflegest; nicht minder solche unter denen inwendigenGliedern selbsten erhaltest / ja so gar mit grossem Geldsummen erkauffest und zuwegen bringest.Dann / wann du den Krieg hassest / hergegen den Friedens-Tempel eröffnest / die Waffenzerbrichst / und nur lauter Krantze von Oehl=Zweigen winden lassest; was thust du darmit an-ders / als daß du die deinem Reich zum höchsten Schaden gereichende Finsternussen vertreibest /die Länder aus ihrem bevorstehenden Unglück errettest, Städte und Bürger belebest, und vondenen Inwohnern / ja von deinen Gräntzen alle Tyranney, Jammer und Elend weit abhäl-test und verjagest? Nichts destoweniger wird es doch an Ursachen zu einem rechtmässigen Kriegkeines Weges ermanglen: Dann es finden sich immerzu Feinde / die dich reitzen / und nichtin Frieden lassen werden; Falls du nun zu den Waffen zugreiffen gezwungen wirst; wie sol-chergestalten der Ottomannische Mond offt seine Hörner zur Verduncklung der Oesterreichi-schen Sonne hervor zeiget; so ergreiffe du das Swerd; aber in keinem andern Absehen, alsden Frieden zu erhalten.Alsdannkanst du die Gewisseste Hoffnung haben, du werdest einen höchst reputirlichenund nützlichen Frieden erlangen; weilen du nemlich unter dem Schutz deß allgewaltigen GOttes,und mit dem Harnisch der Gerechtigkeit angethan / zu Felde gehest: Und obgleich sodann daßgantze Höllen=Heer mit allen seinen Schuppen sich aufmachte / und alle seine tobende Kräfftenanspannete; so würde doch die gantze Welt ersehen / unv sich verwundern / daß aus deß MondsWiderschein ein unvergleichlich schöner Regen=Bogen deß Friedens entstehet: Dann wo ein Lieb-haber deß Friedens von selbsten keinen Krieg anfahet, sondern aus Noth gedrungen und umeiner gerechten Sache willen das Schwerdt zucket; sonsten aber / und ausser deme wohl inRuhe würde geblieben seyn; da muß nothwendig neben dem Lorbeer- auch der Oehl=Baumherrlich grünen und in die Höhe wachsen.Nuncia Pacis.Wann man ihn sieht /Bedeutets Fried.Te Pax delectet pugnasque duellaque sedes;Et calidos motus composuisse juvet.Roscida sic ubi turbato micat Jris Olympo,Lux redit, & pulsâ nube serenâ dies.Kaum läst von ferne sich der Regen-Bogen sehen;Stracks nimmt ein heller Glantz den blauen Himmel ein;Die Wolcken weichen ab; das Dunckle muß vergehen;Die gantze Lufft will dann in schöner Ruhe seyn.Laß' / wer du bist / dir diß zu einem Beyspiel dienen /Und trachte / das durch dich mög lauter Friede grünen.Die VIII. Frage.Von denen ungewoͤhnlichen und wundersamen Bildern /so zuweilen in der Lufft gesehen werden.ES geschiehet zu Zeiten, daß wiewohl selten unterschiedliche ungewohnte Wunderzeichen,als da seynd völlige Kriegs=Heere / auf einander treffende Trouppen / Batallionen undSqua-