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Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
Entstehung
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Philosophische und Politische Beschreibung140aber gegen Aufgang sehen / oder wann es vorhero noch nicht geregnet / so habe manein schöues und helles Wetter zuhoffen. Allein, ist dieses für keine unfehlbahre Wahr-heit anzunehmen; allermassen dergleichen Zeichen offt zu betriegen pflegen; dahero Plinius si-therer in die Sache gehet / wann er spricht: Man könne aus dem Regen=Bogenweder Regen noch schönes Wetter mit gewissem Grund nicht urtheilen. Doch hatman aus der Erfahrung / und lassen sich Ursachen darüber anführen / das nehmlich / wann dieFarben deß Regen=Bogens immerzu dicker / und letzlich zu einer schwartzen Wolcke worden /es ein Zeichen eines folgenden Regens seye; hergegen / wann sie allgemach heller und klärererscheinen, und also endlich verschwinden, man ein heiters Wetter zugewarten habe.Aus Göttlicher Verordnung aber ist der Regen-Bogen ein Zeichen, das hinkünfftdie Welt nicht mehr durch eine allgemeine Sündfluth untergehen solle / wie aus der H. Schri-bekannt ist. Es wollen zwar einige darvor halten / es könne solches auch natürlicher Weißdurch den Regen=Bogen angedeutet werden, und suchen es daher zubeweisen, das gleich-der Regen=Bogen, weilen er einen feuchten Ursprung, das ist, die Wolcken, und die ausderselben alle Feuchtigkeit anziehende Sonne habe / natürlicher Weiß einen gewissen Regenwegen der Feuchtigkeit der Wolcken nicht bedeuten könne; also könne noch vielweniger nadem erschienen Regen=Bogen ein so grosses Gewässer erfolgen / daß eine Sündfluth darausentstehen sollte; und seye er demnach auch natürlicher Weiß ein ohn=umstoßliches Zeugnußdas man künfftig hin einige Sündfluth nicht zu fürchten habe. Allein / wann dieser Beweißgelten solte, so hätte er bereits bey Erschaffung der Welt und vor der Sündfluth gelten müs-sen; Dann es ist offenbahr, daß der Regen-Bogen vor der Sündfluth dergleichen nicht be-ditten habe / alldieweilen selbige hernach über die Welt gekommen; und also auch noch nichtfür sich und seiner Natur nach ein solches bedeuten könne.Fragt sich: nachdem wir zuvor gemeldet, das es auch Monds-Regen-Bogen abgebe,was dann dieselbe bedeuten! Antwort: Ein Monds=Regen=Bogen bedeutet unstete Lufft undUngewitter; weilen nehmlich dergleichen Regen=Bogen alleinig aus einer grossen Menge inder Lufft gesammleter Feuchtigkeittn entstehen / welche von der schwachen Monds=Hitze nicht koͤnnen zertheilt noch verzehrt werden, und sich dannenhero in Regen ergiessen müssen; zumahlenda der Mond von Natur die Feuchtigkeiten zu erregen und zuvermehren pfleget, absonderlichwann er sich Sudlich in einem wässerigen Zeichen als dem scorpion / Wasserman und Fi-ſehen / befindet ꝛc.Politische Schluß=Rede.Ein Politicus soll den Frieden lieben.NAnn sich der Regen-Bogen sehen lässet / so legen sich die Winde / die Wolcken wer-den zertheilet / der Himmel hellet sich auf / das Donnern und Blitzen lässet nach / undaus der Dunckelheit bricht ein heiters und schönes Wetter hervor. Dahero dichterValer.Flaccus I. Valerius Flacbus nicht unfein:Argon.Emicuit reserata dies, coelumque resolvitAreusDie Sonn bricht wider durch; sie zeiget sich der Erden;Der Regen-Bogen heist die Lufft auch heiter werden.Dergestalten das, so balden nun der Regen-Bogen erscheinet, die streitende Wolcken undDonnerstrahlen aufhören zu kriegen; und wird der guldene Frieden dem Himmel wider agönnet. Der Regen=Bogen ist allzeit für einen Friedens=Botten / auch so gar fast von Ärbeginn der Welt her gehalten worden; Deßwegen hat Catharina von Medices, Heinrici IIKönigs in Franckreich Gemahlin / ihr selbsten einen Regen=Bogen zum Sinn=Bild erwählmit dieser Umschrifft:Cum luce serenum.Sein heller Schein.Macht heiter ſeyn.In Wahrheit / ein herrliches Zeugnuß eines Königlichen Gemüths! Dann grosse Herrenund Potentaten sollen sich nichts eyffrigers und sorgfältigers angelegen seyn lassen / als wie sie

Genes.cap. 6.