der in der obern Lufft erzeugten Dinge.Maximiliani, der sie einem ertheilet, welcher den Adel-Standt um Geld erkauffen wolte. Die-ses haben die Römer sehr wohl verstanden / und dafür gehalten; derjenige seye am meisten zuehren / der sich der Tugend und Dapfferkeit befleissige: Wie Vellejus Paterculus bezeuget; Vell. Pa-und ist diß gantz kein neuer Gebrauch / den der Römische Rath und Volck eingeführt: Dannters. l.2.fähret er fort, man muß im Werck und in der Warheit selbsten erkennen, daß nur das Besteauch das Edelste seye: Inmassen der Satyricus gleichfalls erinnertTota licèt veteres exornent undique ceraeAtria; nobilitas sola est atque unica virtus.Wann gleich das Vorgemach mit alten Bildern pranget;Und aus denselben scheint der Ahnen Adel-StandtSo wird doch dieser nur durch Tugenden erlanget;Dann ausser selbigen ist alles eirler Tand.Der Bestien und unvernünfftigen Thiere Adel bestehet in einer guten und starcken Leibs-Beschaffenheit; ein Pferd wird wegen seiner Geschwindigkeit / und ein Jagd=Hund / weil erdas Wild spühret, hoch geschätzt; aber der Menschen Adel gründet sich auf gute Sitten.Mein Sohn! (ermahnte der edle Vatter Fridericus, Vice-König zu Neapolis / seinen ed-len Sohn, Hertzogen von Calabrien, in seinem aufgerichteten Testament) Lege dich aufAdeliche Ubungen / und lasse dich von Wollüsten nicht übertäuben / noch durch Gefahr undSchwerigkeiten ersckrecken; Dann weist du nicht, das eine edle Geburt, eine heldenmässi-ge That, ein berühmter und unsterblicher Nahm ihre Belohnung nicht von dem Adel=Stand,sondern von der Tugend empfangen? Hat wohl derjenige / so zu erst herrliche Wappen,Helden / Lantzen / Helm und Federn getragen / solches alles seiner Adelichen Herkunfft zu dan-cken gehabt? durchaus nicht: Sondern durch die Tugend und tapffere Thaten hat er selbigeerlangt; sonsten wäre er nicht der Erste gewesen. Der Hercules hat nicht deßwegen eine Lö-wen Haut angetragen / weil er von einem Löwen gebohren war; sondern weil er durch eige-ne Dapfferkeit einem Löwen die Haut abgezogen / und seiner eigenen Tugend ein schönes Kleidzu wegen gebracht. Wie die Verdienste seynd / so seynd auch die Belohnungen beschaffen.Betrachte der Heyden Götter; wie hoch sie gestiegen: da diese zu mächtigen Königen / jenezu grossen Generalen worden; einige aber zu ansehnlichen Aemtern und Verwaltungen; undandere zu hohen Ehren=Tituln gelanget; und zwar keines weges durch die Hoheit ihres Adel-Stands, sondern durch Hülffe ihrer Tugend und Dapfferkeit. Ein wahrhaffter Edelmannbeweiset seinen Adel durch löbliche Thaten: Dann es bleibet doch unumstoßlich / was Solonbey dem Ausonio ausgesprochen: Es ist weit rühmlicher / den Adel erwerben / als ererben.Solis opus.Der Sonnen StärckBringt diß zu Werck.Areus, solis opus, prodit natalibus amplis;Viribus at propriis mox perit ille carens.Quid prosunt stantes in curribus Æmiliani?Cùm tibi virtutis semina nulla sient.Der Himmels-Bogen ist aus altem Stamm gezeuget:Dann er führt von der Sonn' den edlen Ursprung her;Doch weil er nicht so hoch aus eignen Kräfften steiget /Verschwindt er bald / als ob er nie gewesen wär.Es kan der Adel-Stand nicht das geringste nützen;Wird ihm die Tugend nicht wie eine Säule stützen.SDie
Druckschrift
Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
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137
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