Senec. inHerc. fur.
Philosophische und Politische BeschreibungWann unser Ruhm allein auf Stamm und Adel ruht;So ist der Adel hin und alles edle Blut.An wohl eine höhere Geburt seyn, als diejenige ist, davon der dreyfarbige Bogenund Trau=Ring, womit der Himmel ihme die Erde verbindet, herstammet? Er istein Werck / so der guldene Mahler / die Sonne / verfertiget; und deme man diese WortSOLIS OPbeyschreiben mag: Der Sonnen=Werck. Alldieweilen er aber zu seiner Erhaltung selbstennichts beyträget; so verschwindet er nach einem halbstündigen Schein wiederum; und segantzer Adel verfliegt mithin in die Lufft. Grosser Herrn Abkunfft wird nicht unfüglich mitdem Ursprung eines Regen=Bogens verglichen; wie dann auch das Hertzogthum Meylandals selbiges deß Spanischen Königs Philippi IV. neugebohrnem Infanten oder KöniglichenErb=Printzen zu Ehren Freuden Feste angestellet, zu dessen Wiege / weilen gedachter Infant unter dem Kriegs=Gewölck und Ungewitter gebohren worden / einen Regen=Bogen mahlen lassermit der Uberschrifft: Desto lieblicher unter den schwartzen Wolcken. Ist es aber schon ge-nug / wann man von hohem Stamme entsprossen / und viel Edle Ahnen nach der Länge her-zehlen kan? Mit nichten:Qui genus jactat suum, aliena laudat.Wer seine Prahlerey auf Schild und Helme gründt;Der rühmet Dinge an / die nicht sein eigen sind.Daß eigene Tugend=Lob muß sich auch dabey finden / und durch löbliche Thaten dar-gethan werden / daß ein edles Adels Blut in denen Adern walle. Es kan der Adel nur alleindurch eigene Tugend erworben werden: War die Antwort deß Oesterreichischen Kayser-