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der in der obern Lufft erzeugten Dingeein stets=währender Regen=Bogen erscheine. Es muß demnach in derjenigen Wolcke / wor-inn die Regen=Bogen=Farben sich zeigen sollen / das Wasser Thau=Weise aufbehalten; nichtweniger besagte Wolcke an dem aussern uns zugekehrten Theil durchstchtig seyn / damit sie daßeingeworffene Licht leichtlich fassen möge.Man hat aber zumercken; daß dererley Wolcke wegen der Ungleichheit ihrer Theile,indeme einige derselben erhaben, andere niedrig, etliche dick, wider andere schwach und dünneseynd / das Sonnen=Licht ungleich annehmen: Da dann in einem jeden Tröpfflein vermögder Zuruckbrechung, und Biegung, und der mannigfaltigen Vermischung deß Lichts undSchattens dieser wundersame Bogen samt seinen unterschiedlichen Farben gleichsam als in ei-nem Spiegel vorgestellt wird: Dann es gibt die Erfahrung zu erkennen / daß die lichte Cör-per in denen glatten und polirten Cörpern entweder Bilder / oder der vorgestellten Dinge Far-ben erscheinen machen; Wie solches klärlich an dem Glaß / denen Spieglen und dem Was-ser zuersehen.Hieraus folget nun§. 3. Das der Regen-Bogen dreyerley / nemlich grüne / licht- und dunckel-rothe Farbe habe; Darvon die letzte zu oberst, die erste in der mitte, und die andere zu un-terst an dem Bogen stehet. Ermelte Farben werden von dem Licht und denen Strahlen derSonne, die auf eine gerad gegen über befindliche thauende und hohle Wolcke anfället, sich dar-innen zurück bieget / auch mit dem Schatten vermischet / und also den Regen=Bogen erzeugt /als von einer würckenden Ursache herfürgebracht: Dann weilen ein Licht so von einem schat-tigen Cörper auf mannigfaltige Weiß verdunckelt wird / zerschiedene Farben verursacht; alspflegen auch die Sonnen-Strahlen / die an der duncklen thauenden Wolcke zuruck brechen /und auf mannigfaltige Weiß verdunckelt seyn / zerschiedene Farben vorzustellen. Indemtnun das Licht, welches von dem schattigen Cörper, durch den es gehet, verdunckelt wird, ab-sonderlich die licht=rothe, grüne und dunckel=rothe Farbe verursachet, allermassen wie es an ei-nem dreyseitigen Glaß / nicht weniger an gemeinen mit Wasser gefüllten Gläsern / und den Häl-sen der Tauben wahrnehmen; so folget, das auch durch die zuruck gebrochene Sonnen-Strah-len, so die dunckle Wolcke durchdringen, insonderheit die licht=rothe, grüne, und dunckel=rotheFarben zuwegen gebracht werden.Doch mochte man zu besserer der Sachen Erleuterung fragen: Was die Ursach seye,das die erste Regen-Bogen-Farbe, nemlich diejenige, so an dem Bogen zu oberst gesehen wird,licht=roth, die mittlere aber grün, und die unterste dunckel=roth seyen? Es ist aber dieser Fra-ge bereits in vorhergehenden dritten §. Genüge geschehen / dann es fället gantz glaublich / daßbesagter Unterschied daher komme / weilen das Liecht aus der mannigfaltigen Tieffe der Wol-cke sich zuruck bieget; angesehen allda, wo der Sonnen-Strahl anfangs in die Wolcke ein-gehet, die Farbe über diemassen frisch und hell / und also licht=roth; wo aber erdeuter Strahltieffer hinein dringt / einfolglich geschwächt / und an der unter Oberfläche der Wolcke mit vie-len duncklen und schattigen Wasser=Tropffen vermenget wird, eine grüne Farbe; und dannwann bemeldter Sonnen=Strahl gegen die Tieffe der Wolcken weiter fortgehet / bey der un-tersten Bogen=Krümme wegen deß geringern Lichtes eine dunckel=rothe oder Violen=Farbeentstehet=Wiewohlen auch deß Scaligers und seiner Nachfolger Meynung nicht zuverwerffenist / welche diesen Unterschied der Farben dem Unterscheid der Außdämpffungen wollen beyge-messen wissen.§. 4. Ob schon der Wahrheit ähnlich scheinet / das in dem Regen=Bogen das Lichtselbsten / so die Sonne in der Wolcke herfürbricht / und welches inderselben unterschied-lich zuruck gebrochen wird, wie wir im vorigem §. vermeldet, gesehen werde; so ist dochauch diejenige Meynung nicht aus der Acht zulassen, die da hin gehet, daß, was man in demRegen=Bogen sehe, die gegenüber=stehende Sonne selbsten seye; als deren Schein=Gestaltvon der Thauenden Wolcke, wie von einem Spiegel, gegen das Aug zuruck gebogen wird;so das eben so viel Sonnen-Spiegel, als Tropffen sich ereignen. Derohalben sagt Seneca:Es ist kein Zweiffel / daß nicht der Bogen das Bild der wegen deß seiner Figur nachmangelhafften Spiegels übel vorgestellten Sonne seye. Und weiters: Alle Tropffen Sen. lib.deß fallenden Regens seye / so viel Spiegel / in deren jedem der Sonnen-Bildnuß er= 3. C 4.scheine; Und seye auch der Regen=Bogen nichts anders / dann eine unordentliche zu-sammen Haͤuffung unzehlicher solcher Bildnussen; welche darumben in= und durch ein-ander verworren außsehen / weilen der zwischen denen Tropffen befindliche Raumund Platz verschwindet / und sie dahero nicht können deutlich wahrgenommen undunterschieden werden. Worzu noch dieser weitere Beweiß-Grund beyzusetzen: Daß, woalle zur Reflexion eines Spiegels gehörige Nothwendigkeiten vorhanden / allda sich eine demSpiegel gleichförmige Zuruckbiegung ergebe: Nun finden sich aber eben solcherley Behörig-keiten bey dem Regen=Bogen; indeme die Wolcke am vordern Theil durchsichtig / am hinternTheil