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Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
Entstehung
Seite
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Philosophische und Politische BeschreibungSGreg. 13. nen werden / sich ereignet) durch ein anders Gifft kan vertrieben werden. Dannenhero S. Gre-Diat. c. 15. gorius schreibet: Daß / als einsmahls ein Donner=Strahl auf die Landschafft Nurcien abgefal-len / alle in derselben befindliche Schlangen dardurch seyen getödtet worden. Das andere aberentstehet daraus / weilen die Ausdünstung deß Strahls schweflicht und zugleich äusserst hitzig ist;der Schwefel auch unter die gifftige Dinge gerechnet wird / daß dahero die Berührungen deßStrahls nicht nur tödtlich seynd / und leichtlich die Lebens=Hitze ersticken; sondern auch zuwei-len wegen seines allerheissesten / und auf das allersubtilste sich einschleichenden Feuers geschiehet /daß selbiges in einem Augenblick die Feuchtigkeit gleichsam aussauget / und die berührte feuchteCard. I.8. Cörper gantz ausdorret und austrucknet. Cardanus führt hievon ein wunderliches Exempean / wann er schreibt: Man erzehlet / daß in der Insul Lemnos acht Mäder / die unter einer Ei-variet.chen ihr Abend=Brod gegessen / von dem Donner=Strahl getroffen und todt geschlagen wor-6.43.den / auch in der Postur / wie sie gesessen / also verblieben seyen; nemlich / daß der eine die Spei-eben zu dem Mund geführet, der andere aber den Becher angesetzt, und getruncken; mithin siesamtlichen / weil sie alle gantz schwartz ausgesehen / nichts anders als wie Bild=Saͤulen zu be-trachten gewesen.Eben dergleichen hat auch Anno 1546. zu Mecheln zugetragen; allwo bey entstandenenUngewitter die Donner=Strahlen entsetzlichen Schaden gethan; und wird unter anderem be-richtet, daß etliche nasse Brüder beysammen in einem Bier-Wirtshaus gesessen, und die Zei-zu vertreiben in Karten gespielet; da inzwischen die Wirthin in den Keller gegangen, und Biergehohlet; als selbige aber wieder zuruck gekommen / habe sie ihre Gäste zwar an dem Tische, wiesie solche verlassen / sitzend / aber todt und entseelt angetroffen.§. 4. Der Donner-Strahl verkehrt bißweilen die getroffne menschliche CoͤrperzuStaub und Aschen / und verzehret sie gleichsam in einem Augenblick. Dieses wird durchMeurer. dasjenige Crempel bewähret / welches Wolffgang Meurer in Comment. Meteorol. apud Sen.L.4. c.2. nertum in Epit. scient. natur. erzehlet: nemlich daß ein gewisser Bedienter auf dem Weg vonLeipzig nach Torgau durch einen Donnerschlag den Leuten dergestalten plötzlich aus den Augengekommen / daß er hernach nirgend mehr zu sehen gewesen; so in allwege dahero geschehen seynmuß / weil er gantz und gar mit Fleisch / Bein / und Kleidern in Asche verkehret / und in die Lufftverstaͤubet worden: dann es waltet kein Zweiffel / daß ein und andere Coͤrper durch die Gewaltdeß Donner=Strahls / indem der angezündte Geist alle Feuchtigkeit augenblicklich gleichsamverzehret / nicht nur verbrennt / sondern auch aisbalden zu Staub und Aschen verkehrt; und dar-auf hin entweder durch die mächtige Bewegung deß Strahls/ der die Lufft auf das geschwinde-ste mit sich fort reisset / oder aber durch den mit folgenden Wind in die weite Lufft verwehetwerden können. Auf welche Weise auch Romulus, der Erbauer der Stadt Rom, sein Lebengeendiget: dann als er / wie Livius und andere berichten / auf dem Feld zunächst an dem GeißSee die Armee gemustert / und eine Rede an dieselbe gethan / ist plötzlich ein Ungewitter inDonner und Blitzen eingefallen / und hat den König mit einem so dicken Platz=Regen bedecketdaß ihn die Armee aus dem Angesicht verlohren; auch er nachgehends nicht mehr gesehen / unddahero geglaubt worden / er seye gen Himmel gefahren; da ihn doch der Donner erschlagenund der Sturmwind hinweggenommen und zerstreuet hatte.Hiebey nun fället die Frage vor / Erstlichen: Warum das Strahl=Feuer offt nur ver-senge / und sonsten nicht den geringsten Schaden thue? Antwort: Dieses geschiehet entwederweilen die Flamme schwach / und sich allzuviel vertheilet; oder weil sie etwa auf solche Cörperfället / die durch ihre widrige Eigenschafften dem Feuer seine Würckung hemmen und zurucktrei-ben: dann es finden sich Dinge / die ihrer Natur nach dem Feuer widerstehen; Gleichwie der Anbest, welcher wann er gesponnen und zu Leinwand gewebt, und etwa durch langen Gebrauchunsauber worden, sich vermittelst deß Feuers wieder reinigen lasset. Item; wann man warmes Bohnen-Wasser mit gelöschtem Kalch vermischet / und noch einige andere Stücke darun-ter rühret; folgends die Hände darinnen netzet, und wieder trucknen lasset; so wird man ohneSchaden Feuer angreiffen und behandlen können. Welcher Kunst sich dann die Marckt-schreyer bedienen / wann sie auf offtlichem Marckt zu jedermanns Verwunderung die Händemit geschmoltzenem Bley und Pech zu waschen pflegen.zweytens: Warum in einem und eben demselben Wald nur gewisse Bäume vonStrahl berühret, die andere aber alle nicht beschädiget werden? Allermassen Helmontius be-Helm.zeuget / daß er selbsten mit Augen gesehen / wie nahe bey Vilrorden durch einen einigen Donner-Tract.Metcorol. ner=Strahl in seiner Gegenwart etliche hundert Eichen und Haselstauden verbrannt / hergegenAnomal. aber die haͤuffig unter denselben vermischt stehende Bircken / Buchen und Ehrlen⸗Baͤume imgeringsten nicht verletzet worden seyen. Antwort: Die Ursache ist dieser Bäume ihren Aus-flüssen / die den Eigenschafften deß abschiessenden Donner=Strahls zuwider seynd / zuzuschreiben.dann es hat offt einerley Ursache eine gantz andere Würckung; wann dasjenige / worin sie wür-