der in der obern Lufft erzeugten Dinge.Vor etlichen Jahren hatte der Donner zu Heidringsfeld nicht weit von Würtzburg dennächst an der Kirche stehenden Thurn / in welchem ein Schneider mit drey Söhnen gewohnet,getroffen; dem Schneider in der Stuben bloß die Kopff-Haare versengt, sofort durch den Bo-den durchgetrungen / und längst von oben herab die Balcken zerschlagen; die drey Söhne aberdie in der Neben-Kammer aus Fürwitz zum Fenster hinaus geschaut, und die Wetter-Wol-cken betrachtet / zu Boden geworffen: davon zwar ihrer zwey sich wieder erhohlet / der dritte aberohne einige Lebens=Anzeigung ligen geblieben / und auch für todt gehalten worden. Man hohl-te hierauf von Würtzburg einige Aertzte und Barbierer; welche, als sie das Blut in ihme nochwarm befunden, die Erinnerung gethan, daß man wohl auf ihne Achtung geben solle: Als nunden dritten Tag hernach abermahl ein erschröckliches Ungewitter entstanden, und wiederum indiesen Thurn geschlagen; so hat der vermeintlich Todte nicht anders als ob er aus dem Schlaferwachte / sich ermuntert / seine verlohrne Kräffte von neuem erlangt / und nachgehends noch lan-ge Zeit in guter Gesundheit gelebet: Wie Joann Zahn solches ausführlich in seiner Oecono- Joann.mia der wunderbahren Welt erzehlet.Zahn, inPlutarchus führet den Redner Dorotheum also redend ein: „Mir ists versichert wohl Oecon.bekannt / daß ein Donner=Strahl / der bey uns in ein Hauß geschlagen / viel Wunder=Dinge ge-würcket: Nemlich er fuhre bey einem schlaffenden Menschen vorbey / verletzte ihn nicht im ge- mirab.ringsten / und berührte auch nicht einmahl sein Kleid: Hergegen aber zerschmeltzte er das Geld/„ Sect. 3.so selbiger in einer Gürtel um den Leib gehabt. Und bald hernach: Ich hab mir auch erzehlen“ disq.3.lassen / daß der Strahl / der nächst an einem Soldaten (so bey einer Kirchen Schildwacht ge-standen) herab gefahren / selbigem seine Schuhriemen verbrennt / und sonsten keinen Schaden „ Plut. I. 4.gethan; einige silberne Buchslein aber / die in hoͤltzernen Futtern verwahret gewesen / voͤllig zer-„ Symp.schmeltzt und dem Holtz nicht den geringsten Schaden gethan habe.“quaest. 2.J. 2. Der Donner-Strahl verderbet und zernichtet zuweilen weiche Dinge / harteaber laßt er unverletzt. Dann Plinius bezeuget / daß die Römische Kayserin Martia, als siein ihrer Schwangerschafft von dem Strahl getroffen worden die Frucht in ihrem Leibe abge-standen / sie selbsten aber an dem Leben gantz keinen Schaden genommen / noch einige Gefahrgehabt. So erzehlet auch Lucretius, daß durch den Strahl der Wein in einem Faß völligverzehret worden / daß Faß aber selbsten unbeschädigt geblieben: Und kan nicht weniger hiehergezogen werden / was Schottus mit folgenden Worten vermeldet: Es ward Anno 1630 zu Pa Schot. I. 11.normo in Sicilien das Fest deß Heil. Francisci Xaverii am ersten Sonntag deß Monats De- c.18. J. c.cembris Vormittags mit grossem Gepräng und unter dem Zulauff einer ungemeinen MengeVolcks in unserem Collegio feyerlich begangen: da eben zu solcher Zeit ein Mönch / aus Franck-reich gebürthig / in einer an der Seite der Kirchen angebauten Capelle unter dem Hauffen derandringenden Leute sein Gebett verrichtete. Inzwischen entstunde ein grausames Ungewitterund der Donner-Strahl schlug, wie es jedermann gesehen, in die Kirche hinein, liesse an derobern Wand fort / kam endlich herab in gedachte Capell / und warff alle Personen / so viel derenallda zugegen waren / zu Boden / beschädigte aber niemanden; sondern es ergabe sich allein die-ses, daß an ermeldtem Mönch alle Haar deß Leibs, so die Kleider bedeckten, weggebrannt, unddoch die Kleider unverletzt befunden worden. Es kan aber der erste Zufall daher verursachetworden seyn / daß die Leibs=Frucht wegen ihrer Zaͤrtlichkeit viel leichter durch die subtile / jedochanbey schwache / und nicht sonderlich mehr starck würckende Ausdünstung / als die Mutter selb-sten mag Schaden genommen haben: Und kommt mir im übrigen gantz glaublich für / daß dieMartia vor hefftigem Schrecken / den der Donnerschlag bey ihr erweckt / mißgebohren / und alsodie gleichsam vom Strahl gerührte Frucht an die Welt gebracht. Bey dem zweyten Zufallist dieses die Ursach, daß das Faß, weilen es aus einem dünnen Wesen bestehet, durch die Ge-walt deß Strahls luck gemacht / und an allen Seiten also erdünnert worden / daß daraufhin derfeurige Geist unschwer hinein gedrungen / und durch seine mehr dann grosse Hitze den Wein au-genblicklich ausgetrucknet und verzehret. Wegen deß dritten Zufalls führet Virgilius Wel-lenderfer folgende Ursach an: Nemlichen, ein solcher von einander zerstreute und getheilte Wellend.Dampff seye sehr schwach; und zünde derohalben nur solche Dinge an, die leichtlich und gern Decal.brennen; wie die Haare seyn, welche aus einer irrdischen und trucknen Materi bestehen: und serma.werde dergleichen Dampff durch Berührung einer Feuchtigkeit gleichbalden ausgelöscht.§. 3. Es werden zuweilen gifftige Dinge, wann sie vom Donner-Strahl getrof-fen seyn / entgifftet; andere aber / die vorhero gantz ohne Gifft gewesen / dardurch ver-gifftet. Das Erste kan dahero kommen / weilen der Strahl das Gifft in selbigen Dingenausbrennet: wie dann Seneca meldet / daß alles Gifft in denen Schlangen und anderen schäd= Sen. I. 2.lichen Thieren / wann sie von dem Strahl gerühret worden / sich verzehre / und verschwinde. Und nat. quest.hat man sich auch hierüber keines Wegs zu verwundern; angesehen es mehr als sattfam be= c. zu.kannt / daß ein Gifft (dergleichen in dem Schwefel deß Donner-Strahls / wie wir unten erweh-
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Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
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