der in der obern Lufft erzeugten Dinge.cken solle auch anders beschaffen ist; und sich zu einer Sache neiget, der andern aber widerste-het / oder sich zu dieser hinzu nahet / von jener aber hinweg fliehet; Allermassen das Scheidwas-ser / auf solche Weiß / wie erst angeführet worden / den harten Stahl ausfrißt / und hergegen dasweiche Wachs nicht anzugreiffen begehret.Drittens: Warum die Wunden, die der Strahl geschlagen, kälter seyen, als der übrigeLeib? Antwort: Etliche wollen, dieses komme daher, weilen zugleich mit dem Donner=Strahlalle Hitze zerstöret und vertrieben werde. P. Adalbertus Tylkousky aber hält davor / es rühre Tykowskisolches von dem Schrecken und dem Gifft her / so zugleich mit dem Strahl in die Wunde ein= part. Mo-dringe. Doch gleichwolen scheinet die Meynung wahrscheinlich zu seyn / welche dahin gehet / ier. cu-daß die Strahl=Flamme das Blut / als den Sitz der natürlichen Warme und der wärmenden rios. c. 30.Geister / entweder austrückne / oder mit sich hinweg nehme / oder aber verzehre; da dann auf Ent-weichung und Ermanglung derselben nothwendig eine Kälte folgen und sich einfinden müsse:Und also urtheilet Cardanus:Card. I.Oierdrens: Woher es komme / daß manchmahlen von zwey / die beysammen in einem an. deBette ligen / der eine von dem Donner=Strahl erschlagen / der andere aber unbeschädigt gelas= fulg. c. 10.sen werde? Antwort: Es kommt daher daß eben in demselden Augenblick, da der Strahl aufbeede ohne Unterschied loßgienge / der eine den Athem / und mit demselben die strahlische Ausdün-stung / die wie die leichte Lufft beweglich / an sich gezogen; der andere aber selbigen von sich / undzugleich den Strahl auch weggeschnaubet.Fünfftens: Wie es geschehe / daß / wann ein Mensch oder Thier vom Strahlerschlagenworden, man doch an ihnen nicht die geringste Spuhr einiger Wunden finden könne? Ant-wort: Es geschiehet vielleicht / entweder wegen deß entzündten Dampffs geistiger Subtilität / sodurch die Naßlöcher, den Mund, und die geöffnete Schweißlöcher die innwendige Glieder ver-gifftet; oder aber weilen man durch die plötzliche Übereilung der Lufft ersticket wird. Wohinauch dasjenige zu ziehen seyn mag / was Schottus erzehlet / daß es in Sicilien zu Mœnio sich zu= Schott.getragen habe wo er einen Schüler die Philosophi gelehret: Dieser saß (also schreibt ermelter Physicur.Schottus) nechst vielen andern vor der Thür der Kirchen / die auf der Höhe deß Bergs / wor=l.n. c.18.auf die Stadt gebaut ist / stehet; und betrachtete den rauchenden Berg Ætnam, wie auch die bey §. 3.eben ungestümmer Lufft haͤuffig aus den Wolcken hervor dringende Donnerschläge und Strah-len: als schnell ein solcher Strahl erstlich in den Thurn geschlagen / sofort gegen der Kirchen-Thür herab gefahren / und zwey in dem Thurn mit einander spielende Knaben getödtet; die vorder Thür sitzende aber voneinander geworffen; dahero dann alle in die Kirchen hinein geloffen,und den höchsten um Hülff angeruffen. Inzwischen ergieff deß P. Schottens Schüler seinHaupt mit beyden Händen / lief wie ein Unsinniger in der Kirchen hin und wieder / und schryemit erbaͤrmlicher Stimme / daß man ihme doch seinen Kopff / den er verlohren habe wiedergebensolte. Nachdem nun die andere herbey gekommen, ihne getröstet, gelabt, nach Hauß geführt,ihm alle Forcht benommen / und ihn wieder zum Verstand gebracht; So hat derselbe zwar denandern und dritten Tag seiner Gewohnheit nach, frisch und munter denen Lectionen beyge-wohnet; ist am vierdten Tag aber plötzlich und unversehens dahin gestorben. Gedachter P.Schottus meldet daselbst noch von einer andern Persohn / die von dem Donner=Strahl also ge-rührt worden / daß sie etliche Jahr lang ihrer Sinnen beraubet gewesen; doch aber folgender Zeitwieder ihre völlige Gesundheit erlanget habe. Diese Zufälle nun seynd ausser Zweiffel von dergifftigen Ausdünstung deß Strahls verursacht / mithin das Temperament deß Gehirns ver-wirrt gemacht / und die innwendige Lebens-Glieder mehr oder weniger angesteckt und verderbtworden.Sechstens: Warum die vom Strahl getroffne Cörper gegen dem Schlag ligen; also,daß das Haupt dahin sehe, wo gemeldter Strahl hinaus gefahren? Item Warum solche Cör-per nicht verwesen? Antwort auf das erste: Weilen deß Alberti Magni Meynung nach, dergetroffne Cörper durch die Hefftigkeit deß Donner=Strahls gegen dem Schlag gekehret wird;und es einem Thier angebohren ist / sich mit dem Gesicht gegen seinem schnell=ankommendenschädlichen Feind zu wenden: Auf das andere: Weilen die übergrosse Hitze deß Strahls alleFeuchtigkeit, als die Ursach der Verwesung in dem berührten Cörper augenblicklich verzehrtund austrucknet.Sibendens: Ob es wahr seye / was Plutarchus vorgibt; daß nemlichen die Schlaffendevor dem Donner=Strahl gesichert seyen? Antwort: Die Erfahrung gibt durch viel Exempeldas Widerspiel zu erkennen; wiewohlen ich darinen mit dem Plutarcho mich vergleiche, daß dieForcht und Schrecknus / den der Donnerschlag und Strahl verursacht / offt ihrer vielen am Le-ben geschadet; da hergegen ein Schlaffender / bey deme die Sinne geruhet / dergleichen Ge-muͤths=Bewegung nicht unterworffen ist. Und eben dieses hat wahrscheinlich auch dem KoͤnigMithridati begegnen können; als dessen an dem Bette hangender Köcher einsmahls von demDonner
Druckschrift
Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
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