der in der obern Lufft erzeugten Dinge.Die III. Frage.Was, und wie mancherley der Strahl seye?ZUf den Blitz folgt der Strahl; ein höchst=zu förchtendes Meteorum, aus welchemabsonderlich die Göttliche Allmacht hervor leuchtet; allermassen Petronius sich da-von also hören lassetPrimus in orbe Deos fecit timor; ardua cœloFulmina cùm caderent, discussaque moenia flammisAtque ictus flagraret Athos.Nachdeme Donner-Keul vom Himmel abwaͤrts schossenUnd was sie nur berührt / durch ihre Macht zergieng;Als sie auch manche Stadt in Staub und Asch gestossen;Ja Athos selbst durch sie entbraudt / und Flammen fieng:Da forchten sich die Leut / und huben an zu beben;Und glaubten alsdann erst daß es muͤß Goͤtter geben.Der gemeine Mann hält darvor / der Strahl seye ein dichter Cörper / so in Gestalt eines ange-zündten Pfeils aus den Wolcken auf die Erde geschmissen werde: welche Meynung die Mah-ler auch zu besteiffen pflegen, wann sie den donnerenden Jupiter mit einem dreyfachen Keül inder Hand vorstellen. Es wird aber dieser Irrthum durch die gegenwärtige Frage bald gehebtIst demnachund widerlegt werden.§. 1. Der Stahl / wie Arisioteles lehret / eine mit grosser Gewalt aus den Wolckenausgestossene feurige Ausduͤnstung; oder / weitlaͤuffiger und deutlicher zu reden / ein in derAusdünstung angezündtes / und aus der Wolcke / wie ein Kugel aus dem Geschütz / aus-getriebenes Feuer: Dann es wird besagte Ausdünstung / indeme sie mit hefftiger Bewegungeinen weiteren Raum suchet / und unter die Wolcke durchreisset / mithin durch eben solchen Gewaltunterwärts gegen der Erde zugeschmissen: und weilen sie sehr dick / und zusammen gehäufft ist /auch aus wohl beyeinander haltenden Theilen bestehet, und ebenfalls auf das allerschnelleste ge-gen der Erde zufaͤhret; so loͤscht sie in der Lufft nicht aus (wie doch andere feurige Eindruckun-gen zu thun pflegen,) sondern schiesset auf die Erde herab, und zerbricht oder zertrennt alles wasihr in dem Weg stehet.Woraus dann erfolget, Erstlichen: Daß die Materi deß Strahls eine geistige undschweflichte Ausduͤnstung seye / die fuͤrnemlich aus Salpeter/ Schwefel/ und einem mineralisch-und metallischen Geist in die Wolcken sich hinauf ziehet; und dißfalls dem Schieß=Pulver undSchlag=Gold zu vergleichen ist: Dann es strahlt und donnert gemeiniglich / wann es vorheroheisse Täge abgegeben / wodurch die meiste Ausdünstungen hervor gebracht / und in die Höhegehoben worden. Daß es aber eben diese Materi seye beweiset man dahero zum ersten; daß in-sonderheit diejenige Ort von denen Strahlen berührt werden, wo sich Schwefel- und Pech-Gruben befinden; als in Campanien, wo es auch im Winter Strahlen schmeißt; Zu Löven;und absonderlich zu Mutina / wo die Naphta aus dem Berg Zibio rinnet. Solches bezeugtSchottus mit seiner eignen Erfahrung / und versichert / als er zu Meno und Calataierone in St= Fromon.cilien unweit dem Feuer-speyenden Berg Ætna sich aufgehalten / daß er nirgend / dann in erst=Meteor.gedachten Städten so häuffige, schröckliche und gefährliche Strahlen angemercket habe: als l.2. art. 6welches nemlich von denen schweflichten Ausflüssen gedachten Bergs Ætnæ hergerühret habe.Und dann zum andern auch daher / daß alle Strahlen / wie Fromondus, aus dem Seneca, Pli- Schott. lib.nio und der Erfahrung selbsten bezeuget, einen schweflichten Geruch mit sich führen.u. c. 15.Zweytens: Daß der Strahl kein Stein seye, der, wie der gemeine Mann bey dem Ari-stotele darvor hält / durch das Feuer aus den Wolcken getrieben werde. Ursache: Weilen er Arist. l. 3.sonsten nicht so subtil wäre / noch die Cörper unverletzt durchdringen / und was in denenselben c.i.sich innwendig befindet, zerstören könnte; angesehen die Form eines Steins nicht tüchtig ist/ ei-ne so ungemeine Subtilität zu erhalten.Drittens: Daß der Paracelsi, Plinii und Bodini irrige Meynungen, die sie von der Er-zeugung der Strahlen geführt / verwerfflich und auszurauschen seyen: Dann der erste träumteerstlich; GOtt habe Schwefel / Saltz und Mercurium in das Firmament gelegt; Zum andern:Unter denen Sternen seyen einige lauter feurige und Strahl-Sterne, und aus der Zahl derSommere
Druckschrift
Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
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