Philosophische und Politische BeschreibungZeiten die Teutschen meistentheils ihre Krieg durch ihren berührten Nahmen glücklich zu Endegebracht: Welches der Poet auch von dem unerschrocknen Carthaginensischen Kriegs=Hel-Sil. Ital.den berichtet:Proque omnibus armisEt castrorum opibus, dextrisque recentibus unumHannibalis ſat nomen erat.Der Nahme Hannibals bracht eh'den mehrer SchreckenUnd jagte viel mehr Forcht den schüchtern Feinden ein:Als wann man kont das Feld mit vielen Schantzen deckenAuch mit viel tausend Pfeil auf sie geruͤstet seyn.Der Lob=Redner Plinius laßt sich gegen den Trajano mit diesem Ewigkeits=würdigen Spruckzu deß Kaysers Ruhm=Erhebung vernehmen: „Als du die Frechheit und den Hochmuth derPlin. inPanegyr. „Parther durch blossen Schrecken / da sie gehöret / daß du in der Nähe stehest / gehemmet; und„durch deinen grossen Nahmen, den jedermann bewundert, den Rhein und den Euphraten„gleichsam miteinander vereiniget hast. Derjenige Sieg ist viel herrlicher, da man ohne Blut-vergiessen triumphiret. Diß ist ein recht Kayserlicher Palm=Zweig / welcher nicht aus einemMenschlichen Cörper hervor sproßt / sondern ohne Grabmahl blühet. Kayser Marcianus isthöchstens zu loben / daß er sich zum Krieg sehr langsam erzeiget / und öffters zu sagen pflegen:Man soll nicht zu den Waffen greiffen / so lang man im Friede seyn könne. Es ist einebeständige Siegs=Regul: man müsse sich durch einen einigen Triumph einen solchen Nahmenerwerben / daß man hernach so bald man nur die Waffen zeige / ungesäumt Sieg und Fried dar-durch zuwegen bringen könne. Wie offt hat der grosse Alexander, vermittelst seines berühmtenNahmens (der in dem Krieg freylich ungemeinen Nutzen würcket) seine Feinde in die Flucht ge-schlagen? Wie er dann gewißlich die Generalen deß Königs Darii nicht sowol mit Waffen / alsCurt. 15. vielmehr durch den Schrecken seines Nahmens überwunden: gestalten er deß Siegens so ver-sichert gewesen / daß / bevor er noch zu den Waffen gegriffen / er schon für den Sieger gehaltenworden; allermassen auch niemand / den er ihme nicht unterwürffig wissen wollen / seiner Machtentgangen. So machts auch der Himmel; der zwar indem er vorher blitzet / schlagen kan / wanner will; er begehrt aber nicht zu schlagen / wann man sich allein aus Schrecken und Forcht demü-thiget und sich ihme untergibt. Dahero sehen wir / daß man durch Forcht Kriege führen / durchForcht Friede erhalten / und daß man ohne Waffen überwinden könne. Wilt du siegen / erin-nert Fl. Vopiscus, so erzeige dich gnädig / und enthalte dich / der Unterthanen Blut zuvergieſſen.Minari sufficit.Man ist in Noth /Wann er nur droht.Cuncta pavent jove dira Movente tonitrua ruptisNubibus, inhibeat fulmina justa licet.Aegrè prosilias, nec sis proclivis ad arma:Saepè minis jactis terribus hostis abit.Der Himmel zürnet offt / so daß die Wolcken reissen /Und durch der Donner Stärck die Erde sich bewegt;Und ob er schon nicht stets auch Strahlen pflegt zu schmeissen /ken gantz erregt.So wird gleichwol die Welt von S.Man muß nicht alsobald mit Waffen um sich schlagen:Bißweilen lässet sich der Feind durch Drohen jagen.Die
Druckschrift
Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
Seite
56
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten