Druckschrift 
Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
Entstehung
Seite
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Philosophische und Politische Beschreibungdenen Atheniensern sehr getadelt und gescholten; angesehen die Execution oder Vollziehung / diegleichsam die Seele ist / Todten auferwecket. Ein guter Rath ermuntert das Gemuth / die Be-werckstelligung aber gibt ihme Leben und Bewegung: dann wo man nur bey den alleinigen Ge-dancken verbleibt / so ists ein lauter Spiegelfechten. Durch tapffere Thaten und kühnesHandanlegen ist vor Zeiten der Römer Macht so hoch gestiegen. Und Jacobus / Kö-nig in Engelland / ermahnete seinen Printzen / im Ratschlagen klug und fürsichtig / im Entschlies-sen fest und standhafft / und im Vollziehen schnell und unsaumig zu seyn. Die Natur hat unsdarum mit Händen versehen / damit wir nicht müssig seyn sollen: dann müssigen und nachlässi-gen Leuten seynd die Götter feind / wie Sallustius erinnert.Vanae sine viribus irae.Ein Zorn ohn Macht /Wird nur verlacht.Ecquis cassa globo tormentis fulgura mittit?Rideret vacuos arx inimica sonos.Si cupis, ut bona sors, quae mens est ausa, secundet;Fortis agas, calidas adhibeasque manus.Soll das Geschütz den Wall der Feinde niederlegen,So muß mit Kuglen es recht scharff geladen seyn;Sonst wurd ein leerer Knall allein die Lufft bewegen /Und an den Mauren fiel nicht der geringste Stein.Was nutzt ein Anschlag / den man klüglich ausgedichtet;Wann eine kühne Faust ihn nicht ins Werck gerichtet?Die II. Frage.Von dem Blitz/ oder dem Wetterleuchten.Er Blitz ist weder ein Feuer / das vom Himmel herab fället / wie Anaxagoras dar-vor gehalten; noch daß von der Sonnen Strahlen angezündet wird / wie Empe-pedocles gelehret: dann was das Erste betrifft / so kan von und aus dem Himmel / dasist / aus der himmlischen Welt / die keiner Verwesung unterworffen ist / und eine gantzandere / als eine feurige Natur hat / kein Feuer herab fallen: Und ob schon ein Feuer herab fiele /so meldet doch der Philosophus hiebey nicht woher es komme / daß in einigen Wolcken mehrFeuer, dann in andern hervor leuchte. Das andere aber belangend, so werden die Blitz beyNach, wann die Sonnen-Strahlen bereits aus der Lufft und Wolcken ihren Abschied genom-men, gesehen; woraus klärlich erhellet, daß selbiges Licht nicht von der Sonnen, als einer wür-ckenden Ursache, herfliesse; indeme alsdann der Schatten der Erden dieser Mittheilung verhin-derlich ist.Doch möchte man sagen: dieses Licht, so unter Tags von der Sonnen herkomme, ver-harre und daune biß in die Nacht hinein. Allein / ist darauf zu antworten; daß zu Erhaltungeines Lichts die Gegenwart eines hellen und liechten Coͤrpers / von dem dasselbe entsprungen / er-fordert werde: zu geschweigen, daß die Wolcken, die eben die Blitze seynd, manchmahls beyNacht entstehen. Isi dannenhero§. 2. Der Blitz nach deß Aristotelis Meynung nichts anders / als eine in den Wol-cken angezündte und mit einer Feuer=Farb erleuchtete Ausdünstung / welche mit Ge-walt aus denselben hervor bricht / und in der naͤchsten Lufft wieder verschwindet.Sonsten wird es auch Wetterleuchten genannt / wann nemlich ein zitterendes Licht sehr offtund hauffig aus den Wolcken heraus schiesset. Seneca machet einen Unterschied zwischen demBlitz und dem Strahl / indem der erste ein weit auseinander zerstreutes; der letzte aber ein zu-sammen getriebnes / und mit Gewalt ausgeworffnes Licht seye: wiewohlen dieses dabey zu mer-cken / daß solche Auswerffung eines zitterenden Lichts nicht räumlich und eigentlich / sondern nur