Druckschrift 
Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
Entstehung
Seite
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der in der obern Lufft erzeugten Dinge.Vollziehung seye die Seele eines guten Rathschlags; und alle beede, nemlich der guteRath und dessen Vollstreckung die Quintessenz und das fünffte Wesen eines Politici. Wasman ohne Nachdruck beschließt, bleibt unausgemacht: Dann worzu nutzet der blose Anschlagohne Bewerckstelligung? Es findet sich ein erwünschter Ausgang / wann die Rathschläge durchSINE VIRIBVSDunermüdeten Fleiß gleichsam bey der Hand geleitet werden.Die Rhodieser schickten ihren Pohbl.4.Gesandten Aridicen zu den Byzantinern / und zugleich mit ihme unter dem Polemocle drey ge-rüste Galeeren; und wolten also denen Byzantinern nebst dem Herold=Stab auch den Spieß-überlieffern lassen; wie Polybius berichtet. Durch den Herold=Stab wird der gefaßte Rath-schlag; und mit dem Spieß die Bewerckstelligung angezeigt. Wie wilt du eine Bresse schies-sen; wie unter denen Femden eine Niderlage anrichten? wann das Geschütz blind und ohneKuglen geladen ist. Schießt der Himmel auch allzeit mit Strahlen / wann er donnert? Es istofft nur ein leerer Thon und Schall; Es ist nur eine klingende Schelle. Die feindliche Armeewird das Knallen deiner Canonen wenig achten / weilen sie keine Kuglen treiben. Sie wird dei-ne Armuth verlachen, weil du mit Kraut und Loth nicht versehen bist: und du wirst also nichtvollführen können / was du gern woltest; weil du keine Macht in Händen hast: Dann durchMacht werden grosse Dinge zuwegen gebracht / nach deß alten Poeten Ennü AusspruchAlle Staats=Geschäffte ruhen auf einem doppelten Grund: Es ist nicht genug in einer Sacheeinen wohl=ausgesonnenen Anfang machen: man muß selbige auch frisch und tapffer zu Endebringen. Durch kluge Rathschläge / die man mit Eifer vollstrecket / werden Königreiche in einenglücklichen Stand geſetzt. Tiberius ruͤhmte ſich in ſeinem Brief an den Germanicum, daßihn Kayser Augustus neunmahl in Teutschland geschickt habe; allwo er mehr mitRath / als mit Gewalt ausgerichtet: wiewohlen doch nicht ohne Macht. So weißt sichebenfalls noch heut zu Tag Hispanien sehr viel mit ihrem Catholischen König / Ferdinando, daßer grosse Thaten verrichtet; und biß dahero / weilen er / was er vorhero reifflich erwogen und be-schlossen / sofort mit tapfferer Hand ausgeführet; welchen Mangel hergegen Demosthenes andenen