Druckschrift 
Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
Entstehung
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Philosophische und Politische Beschreibungren zu besorgen. Dannenhero man wohl zu mercken hat / daß / je häuffiger / grösser und längersich die Donner und Blitz ereignen / und je weniger es dabey regnet; je gefährlicher auch ihreWürckungen / und je hefftiger die Kranckheiten seyn werden; ja je mehr solches ausser der gewohn-lichen Zeit, als zum Exempel mitten im Winter sich zuträget; je grösser Ursach hat man sich zuförchten. Und endlichen gibt Mizaldus, folgende Anmerckungen an die Hand: Wann esim Jenner donnert / so bedeutet es ein Sterben unter Menschen und Vieh; im Februario / Ver-letzung deß Gehörs / und den Tod reicher Leute; im Mertzen / die Pest und grausame Winde; imApril, Gefahr zur See; im May, viel Regen, und Fruchtbarkeit; im Junio, viel Fisch, und wohl-feiles Getraid; Im Julio, Unfruchtbarkeit der Bäume; im Augusto Ausrottung der Schlangen;im September, grosse Niderlage der Menschen; im October, Wind / Ungestumm und Theu-rung; im November, Wohlfeile der Früchten / und Lustbarkeit der Menschen; im December,Einigkeit der Völcker und glückseeliges Wohlergehen. Ob aber dieses alles der Wahrheit ge-mäß seye / wird Cardanus deßwegen zu Red zu stellen seyn; mich bedunckt das meiste / aus einemAberglauben herzukommen.Aus deme nun was also angeführt worden ist zu schliessen; wie eitle und seltzame Mey-nungen die alten Weltweisen meistentheils von dem Donner geführet: Dann Anaxagoras undEmpedocles gaben vor / er seye nichts anders / als ein Knall deß von dem umstehenden Wolcken-Wasser ausgelöschten Feuers; eben wie ein rauchendes Wasser / wann in dasselbe ein glüendesEisen gestossen werde / sich bewege / und ein Thon gehöret werde. Paracelsus wolte behaupten /der Donner seye eine Zuruckprellung der Wolcken; das ist ein Ruckschall / und gleichsam derEccho einer an der Höhle deß Himmels zuruck=gestossner Stimme; Bodinus aber hielte dar-für / der Donner werde alleinig von dem Teuffel gewürcket. Es wird aber die erste Meynungdardurch entkräfftet / weilen sie dem Urtheil der Ohren zuwider ist: Dann / wann es donnert / sohören wir / daß in denen Wolcken vielmehr eine Zusammenstossung einiger Cörper vorgehe / alsdaß ein Feuer und ein Geist ausgelöscht werde; inmassen eine Auslöschung keinen so grossenSchall und Knall verursachen koͤnnte. Die andere Meynung ist mehr Auslachens / als Wi-derlegens werth: dann dieser Knall Anfangs an der dichten, (nirgend befindlichen) Höhlungdeß Firmaments anstossen / und hernach erst zu uns auf die Erde zuruck schlagen müste; wie vieZeit nun würde wohl zwischen dem wahrgenommenen Blitzen / und dem gehoͤrten Donnern vor-fliessen und dahin gehen? Die dritte Meynung aber wird durch unsere obige Beweiß=Gründezu Boden gelegt und vernichtet.Anhang.Miser P. Kircherus hat gezeiget / wie man dem Donner nachahmen könne / indeme er seineGäste mit einem starcken Knallen / nicht anders als ob es aus Stücken geschehen / lustibewillkommet: Nemlich / er nahm kleine gläserne Kuglen / die nicht viel grösser waren dann eineHaselnus; füllte sie biß zur Helffte mit einem Salpeter-Wasser / verstopffte das Mundloch aufsbeste / und legte sie sodann auf glüende Kohlen. Wie nun inzwischen die Hitze das eingeschlos-sene Wasser immer nach und nach verzehret und dunner gemacht / so seynd endlich diese gläser-ne Kügelein mit solcher Gewalt zerborsten / daß sie einen Knall / gleich einem Stuckschuß / vonsich gegeben. Noch auf eine andere Weiß: Nimm eine aͤherne oder eiserne hohle Kugel / füllesie biß an die Mitte voll Wassers / und lege sie ins Feuer / biß die Lufft darinnen gantz dünneworden; alsdann verstopffe das Mundloch / daß kein Lufft heraus dringen könne / und stelle siean die Kaͤlte: indem nun sowol das Wasser, als die Lufft wegen der umstehenden Kaͤlte allge-mach in ihren natürlichen Stand gerathen, und dicke werden; so wird diese Kugel endlich we-gen deß innstehenden vacui oder leeren Raums / der aus solcher Erdickung sich ergeben müste /mit grossem Knällen in tausend Stücke zerspringen.Politische Schluß=Rede.Gute Rathschläg sollen nicht unausgeführt bleiben.Ute Rathschläge seynd das Aug deß gemeinen Wesens: Wie geht es aber / wann dassel-be keine Haͤnde hat? Sehen / wohin man den Staats⸗Wagen fuͤhren ſolle; und dar-neben / daß er fortgetrieben werde / keine Hände anlegen / ist eben so viel / als so man dieRäder mit Ketten sperren wolte. Wer klug in Rathschlägen ist / muß auch nothwendig Fleißankehren / daß sie zur Würcklichkeit kommen. Bey einem Rathgeber / ist die Hand deß Aug-getreue Gefährtin. Was der Räthe Klugheit und Treue an Handen gegeben / daß solt du als-balden in das Werck setzen. Kayser Carl V. glorwürdiger Gedächtnus pflegte zu sagen: Die