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Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
Entstehung
Seite
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der in der obern Lufft erzeugten Dinge.43Fludel; er seye einsmahls einem Irrwisch nachgeloffen / und habe selbigen auch eingehohlt / nichtsanders aber als eine feurige wiewohl klebichte und schlupffrige Materi gefunden / die wie einFroschlaich gantz dick / weißlicht / auch mit kleinen schwartzen Flecken besetzt gewesen / und gleicheinem Spiegel ein Licht von sich geworffen: Allein diese Erzehlung ist ihrer vielen etwas ver-dächtigs vorgekommen. Hergegen berichtet Fromondus, daß Anno 1620. vor der berühmten From. I. 2.Prager=Schlacht eine solche wahrhafftige Flamme sich auf das Fähnlein deß Obersten vom Meteor.Wallonischen Regiment / Don Guilielmi Verdugi, gesetzt habe / und für ein gutes Vor=Zeichen c. 2.der bald darauf erfolgten Victori gehalten worden seye. Eben dergleichen gedencket auch An-næus Seneca; daß nemlich Gylippus, da er nach Syracusen gereiset, gesehen habe, wie ein Ann. Se-Stern (so wie einige nicht unrecht wollen / ein Irrwisch gewesen) sich oben auf seine Lantze an= nec. lib. 1.gesetzet. Und könnten solcherley Exempel noch mehr angeführet / mithin daraus erwiesen wer= nat. quast.den / daß ein Irrwisch nichts anders / dann eine klebichte und angezündte Ausdünstung seye.§. 2. Die würckende Ursach, wodurch die klebichte Ausdünstungen angezündet werden,kan mancherley seyn: UndErstlichen zwar / die Antiperistasis oder Umstellung der nächtlichen Kälte / welche dieMateri umzingelt / und die fette / und von Natur hitzige Aushauchungen zusammen treibet; diedann / wann sie also gesammlet und vereinigt seynd / wegen der grossen Hitze sich entzünden.Zweytens; Die Zusammenstossung der ausdünstenden Theile / und der insonderheitdarzu kommenden Lufft Gegen-Bewegung; so, daß durch solche Anstossung entweder die hitzi-ge Theile sich aneinander reiben / und zur Entzündung anschicken; oder aber die gröbere Theile /welche die Ausdünstungen, die Versammlung der feurigen Theile, und ihre Vereinigung ver-hinderen / voneinander getrieben und zerstreuet werden.Drittens; Die Sonnen Strahlen, wodurch diese klebichte Ausdünstungen können un-ter Tags angezündet, aber vor der Sonnen-Licht nicht gesehen, sondern anerst bey Nacht undin der Finsternus wahrgenommen werdenEndlichen hält Cartesius darfuͤr / daß sowol diese / als auch andere Feure zuweilen nicht Cartes.l.7nur in der untersten / sondern ebenfalls in den andern Lufft=Gegenden sich entzünden; wann nem= de Mete-lich eine subtile und durchdringende Ausdünstung / so saltziger Natur ist / sich in eine andere fette or.und schwefelichte Ausdünstung eindringet.§. 3. Der natürliche Ort der Irrwischen ist die unterste Lufft-Getzend: man pfle-get sie aber haͤuffiger an hitzigen / als an kalten Orten und Laͤndern zu sehen: Dahero die Rei-sende deren sehr viel bißweilen auf den Spanischen Gebürgen antreffen; So geschiehet esgleichfalls in Egypten / daß die grosse Felder offt zu Nacht nicht anders scheinen / als wann sie mitlauter helleuchtenden Sternen überstreuet wären. Und zweifelt Schottus keines Wegs / daß es eben Schott.solche Irrwische gewesen / dardurch vor Zeiten die Portugaleser und Spannier an denen See= Phys. cur.Küsten deß noch unentdeckten Sudlichen Landes / absonderlich in der Gegend / so sie Del Ful- l.1. part.2.go nennen / bey ihrer Anlendung erschreckt worden. Sonsten pflegen auch die Irrwische häuf-fig bey Hoch=Gerichten und Raben=Steinen / ingleichem auf Kirchhöfen zu erscheinen; weilendie begrabene Cörper stetigs fette Dünste aushauchen / und diesen Flammen eine bequeme Ma-teri geben: Dannenhero auch die Medici versichern / daß die Kirchen / darinnen viel Gräber be-findlich / denen / die mit dem Fieber behafftet / sehr schädlich; und nächst bey oder auf Kirchhöfenzu wohnen / gar ungesund seye; Insgemein aber halten sich die Irrwische gern um Pfützen /Cloacken / und sumpffige Oerter auf / wo eine bald Feuer=fangende / doch dicke und schwere Ma-teri ausdünstet; und je mehr solcher fetter und klebichter Dünste / woraus sie zu entstehen pflegen /sich irgendwo findet / je hauffiger sie auch allda sich sehen lassen.Hierauf wird gefragt / erstlichen: Was die Ursach seye / und woher es komme, daß dieseFlammen sich bewegen, und hin und wider lauffen? Antwort: Es kommet von der Lufft her-dann weilen sie leicht seynd / so werden sie von einer jeden Lufft=Bewegung als gleichsam ihreneigenthumlichen Wagen / hin und her gezogen. Deßwegen so jemand gegen demjenigen Ort /wo sie scheinen / hinzu gehet / sie alsbalden auf die Bewegung der dardurch erregten Lufft für dem-jenigen wegfliehen / der ihnen nachlauffet; und hergegen / wann einer von ihnen wegzugehen an-fahet / sie wegen der hinter ihm zusammenfliessenden Lufft / selbigen verfolgen: also daß sie dieLeute / die dessen unberichtet gewesen / öffters bethöret. Wie dann Fromondus solches mit demExempel seines Vettern bekräfftiget: Dieser gieng einsmals zu Nacht von Wesel / so zwischenLüttich und Mastrich ligt / nach Hakeeren; als mitten auf dem Feld zwey oder drey dergleichenIrrwische um ihn herum hupfften / und ihn nicht wenig erschröckten; derohalben er alsobaldenauf die Erde niedergefallen; Sie blieben aber nichts desto minder zwey oder drey Schritt vonihm unbeweglich still stehen. Als er nun lang auf dem Boden ligen geblieben, und GOtt nurHuͤlff angeruffen / lieffen sie endlich eine halbe Meil Weg weit von ihme hinweg: Hierauf nunstunde er wieder getrost auf / und sahe / daß sie gantz über die Mose hinüber geflogen: Er hatte