Philosophische und Politische BeschreibungFalls aber dergleichen Ausdünstung ohne findenden Widerstand sich in die Höhe schwingt; sopflegt man selbige ein fliegendes oder anzündendes Gestirn zu nennen.§. 4. Diese feurige Eintrucknungen nun haben ihre Gebuhrts-Stelle nicht in derobersten Lufft=Gegend / sonden unterhalb derselben. Die Ursach dessen ist / weilen in derobersten Lufft=Gegend weder Wolcken vorhanden seynd / so die angezündte Ausdünstung zurucktreiben; noch die Lufft selbsten dermassen kalt ist / daß sie durch und vermittelst der Antiperistasi,oder Umstellung / eine solche Wurckung thun könnte; auch offtmahlen gantz nahe bey uns der-gleichen geschiehet und vorgehet; Welches letztere dann dahero erhellet / daß man wahrgenom-men / wie besagte feurige Eintruckungen auf die Erde herab gefallen / und zu einer klebrichten /schlupftrigen / und einem Frosch=Laich gleicher Materi worden; die derjenigen nicht gar un-ähnlich gewesen / worzu Robertus à Fluth berichtet / daß er einen Irrwisch habe werden sehen:Darvon im nachfolgenden Bericht geschehen solle. Solche Naͤhe aber beweißt AristotelesArist. I. durch die geschwinde Bewegung; wann er sagt: „Diese Dinge alle begeben sich unterhalbMeteor. „deß Monds: Das Zeichen aber, daß deine also seye, ist ihre erscheinende Geschwindigkeit:text. 22. „die denjenigen Dingen gleichet / so von uns weggeworffen werden; welche dann / weil sie uns„nahe seynd / uns beduncken / daß sie an Geschwindigkeit die Gestirn / Sonn und Mond weit„uͤbertreffen.Fragt sichs hierauf erstlichen: Warum der Lauff oder Bewegung dererley Sternen ge-meiniglich auf die Letzte langsamer fortgehe? Antwort erstlichen: Es scheinet zuweilen nur demGesicht nach / als wann selbige Stern etwas langsamer fortlieffen; indeme nemlich / weilen ihrLauff unserem Horizont gleich gehet, und sie von uns weg sich wenden, unter zwey gleich-gros-sen Spaciis, oder Raumen / das so von dem Aug entfernet ist / kleiner erscheinet / als dasjenige,welches in der Nähe stehet; und demnach eine entzundte Ausdünstung / die hindurch laufft / un-geachtet dabey einerley Länge der Zeit sich erzeigt / doch die entfernete einen langsamern Lauff zuhaben das Ansehen gewinnet; inmassen sie in einem dem Bednncken nach kleinen Raum ebenso viel Zeit zubringt / als sie vorhero in einem grossen sich verweilet hat. Antwort zweytens:Wann sie auch würcklichen auf die Letzte langsamer fortlieffen und sich bewegten / so könnte esdahero kommen / daß entweder / nachdeme die Ausdünstung / sich gerad oder schregshin nach demHimmel aufgeschwungen / die Materi endlich ausgebrannt / und die feurige Geister / so den Cör-per getragen / bereits meistentheils vergangen; oder daß die Lufft / wann der Lauff abwärts gehetgegen der Erden zu immer dicker wird / und sich weniger durchdringen lasset; oder auchdaß die Materi in ihrer Bewegung nachgibet / oder dünner / und zu letzt zum Abfallen schwächerund und unvermöglicher wird.Zweytens ist die Frage: was sie bedeuten? Antwort: Wie einige darvor halten / so sollendergleichen Lufft-Feuer auf ungestümmes Wetter deuten; weil sie zu erkennen geben, daß dieLufft mit vielen Ausduͤnstungen angefuͤllet seye / auch man von derjenigen Gegend / wo sie her-kommen / sich grosser Winde zu besorgen habe. Jedoch ist es wahrscheinlicher / was PtolomæusPiolom.schreibet: daß sie nemlich eine Truckne und Dürre bedeuten; oder nach deß Hypocratis Mey-Contiloq. nung vielmehr dadurch eine gesunde Lufft zu vermuthen und zu erwarten seye.aphor.99.Hippocr.3. Aphor.Politische Schluß=Rede.Das Regiment solle durch Forcht und Liebe zugleichgeführet werden.Orcht und Liebe sollen einander stets=während die Hände bieten und miteinander gehen.Es pfleget auch der Himmel nicht immerdar mit Donner und Blitzen zu drohen; nochOdas Meer stetigs ohne Sturm und still zu seyn. Ein weiser Mann muß eines mit denanderen zu mässigen und zu vermischen wissen. Wann du liebst / so soll man dich dabey förchten /und wann du drohest / so soll man dich doch lieben.Die Liebe muß als ein Pilot das Steuer-Ruder führen / und die Forcht auf das Vor-dertheil deß Schiffes die Obacht haben; mithin beede zugleich mit zusammen gesetzter Hülff dasSchiff deß gemeinen Wesen regieren. Will man mit aufgespannten Seeglen dem Sturm ent-gegen schiffen / so soll die Liebe / als der Castor auf den Seegel=Stangen / und die Forcht / als derPollux, auf dem Mastbaum sitzen und sich finden lassen. Es geschiehet niemahls ohne Gefahr,wann man bey einer See=Stille die Seegel aufspannet: Dann wie soll der / den keine Forchtrühret / das Ruder regieren können/ wann er ohngefehr auf Klippen und Sand=Bäncke stosset?Und wie kan ein Steuermann die Leute für der Gefahr deß Schiff=Bruchs sorg= und forchtloßmachen / wann er selbsten für einer jeden aufsteigenden Wellen alsbald erschröckt / so daß die an
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Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
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