Philosophische und Politische Beschreibungzu Feld gelegen, zwischen ihren beeden Armeen aus dem Augenblicks voneinander gerissenemHimmel eine Silber=farbe Flamme in Gestalt eines grossen Fasses auf die Erde herab gefallen.Besagtes Meteoron wird sonsten von andern der Himmels=Brand genannt; und hat manwahrgenommen / daß dasselbe unterweilen wie ein stiller Blitz herab geschossen / und die Häuserangezündet: und unter diese feurige Eintruckungen mögen auch diejenige Feure nicht unfüglichgezehlet werden / die Anno 1660. an dem Frohn=Leichnams=Fest an zerschiedenen Orten inTeutschland bey klarer und heiterer Lufft auf die Erde vom Himmel herab gefallen. Wanndergleichen Ausdünstung aber sich nach der Länge ausstrecket und durchaus also gleich dick istdaß sie nicht zugleich, sondern allgemach sich entzünden kan, so wird sie eine Fackel oder KertzePlin. I. 2. genennt; weilen sie die Figur eines brennenden Liechts vorstellet. Hiervon schreibt Plinius e-Nat. c.26 benfalls: Es erschienen auch Facklen / die man nicht siehet / als biß sie herab gefallen; derglei-chen eine bey hellem Mittag, da der Kayser Germanicus eben ein Fecht=Spiel gehalten, vorden Augen deß Volcks vorbey gefahren. Und Seneca berichtet: daß man zu seiner Zeit mehr-Sen. l.1.nat quest. mals bey Tag brennende Facklen gesehen habe / welche theils von Aufgang gegen Untergang /theils von Untergang gegen Aufgang sich gewendet hätten.Hieraus nun lasset sich schliessen erstlichen; daß diese Flamme sowohl bey Nacht / als auchzuweilen bey Tag / wiewohlen meistentheils wegen ihres subtilen und dünnen Feuers / so vondem Sonnen-Liecht übertroffen wird / bey Nacht zu sehen seye.Zweytens; daß selbiges gleichfalls wegen ihrer subtilen Materi nicht lang daure welchesdann eben auch die Ursach ist / daß die Flamme bey einem Blitz / und bey einem Liecht / so manch-mahlen im Rauch vergehet, so schnell verschwindet. Ja, sogar die Flammen, die aus Feuer-speyenden Bergen hervor dringen, bald wiederum verlöschen.§. 2. Die hupffende Geiß / von denen Griechen alyes genannt / ist ein feurigesMeteorum, das in der obersten Lufft=Gegend sich entzündt / und sowohl der Figur / als deßübersich springens halber mit einer wahrhafften hupffenden Geiß sich vergleicht; auch daherowegen deß Barts und rings=umher abhangender Haar den Nahmen einer Geiß überkommen:dann weilen nemlichen die Ausdünstung sich mehr in die Laͤnge / als in die Breite ausstrecket / soergeben sich zu den Seiten einige wohl voneinander stehende Striche welche nach und nach sichanzünden / und mithin von der Flamme gleichsam ein Springen und Hupffen verursacht wird /so dem Hupffen und Springen der geilen Geissen nicht viel ungleich siehet. Sonsten kan die-se Art von Meteoren auch auf andere und zwar folgende Weiß sich ergeben; wann nemlich dieAusdünstung / die wegen der Dicke und der Subtilität über die massen ungestalt ist / in solchenungleichen Theilen nach und nach also Feuer fänget / daß die Flamme aus denen subtilen ge-schwind nach den dicken Theilen lauffet, und, weil sie sich in denenselben ein wenig zu lang auf-haͤlt, gleichsam ein Geiß=Sprung dem Beduncken nach zu thun scheinet: Eben als wie auchwann man auf einer Tafel etliche Häuflein Schüß-Pulvers ein wenig von einander ausschüt-tet, und eines davon anzundet, das Feuer sogleich von demselben auf das nechste weiters über-springet / und es ebenmässig anzündet; welches sehr lustig anzuschauen. Von einem solchen Me-Senec. I.i. teoro bemercket auch Seneca, daß es um die Zeit / da der Kayser Augustus mit Todt abgangen /nat. quest. in der Grösse deß Monds in der Lufft erschienen seye.§. 3. Der Spehr ist eine Ausdünstung von einer langlechten gleichen und schma-len dicke; welche / wann sie entzündet ist / nicht fortlaufft / noch vorbey fliegt / oder hupffet / sondernstehen bleibet, und immer an einerley Stelle deß Himmels leuchtet. Von etlichen wird derselbeein Spieß, oder feuriger Balcke, weilen sie einem Spieß oder Balcke gleich siehet, genennet.Plin. I. 2. Dergleichen solle / Plinius wie bezeuget / da die Lacedämonier zur See überwunden worden / unddie Herrschafft über Griechenland verlohren / erschienen seyn: so schreibet auch Cornelius Gem-C. 26.ma, daß Anno 1560. den 17. December früh Morgens um 5. Uhr ein feuriger Balcke gesehenCornel.worden; und absonderlich denen Engelländern / und nechst=angelegenen Insuln zu Gesicht ge-Gemmakommen: Derselbe stunde an dem Himmel fast zwey Stunden in der Länge eines Arms, undl.2. Cos-vogr. c. 2. warf einen so hellen Glantz von sich / daß man vermermeynte / es seye Mittag. Ingleichem be-From. l. 2. richtet / Fromondus, daß Anno 1625. in dem Herbst bey Nacht ein ungeheurer Balcke erschie-Meteor. nen der von Nidergang der Sonnen hergekommen, und allgemach sich nach der Höhe desHimmels geschwungen / auch den eben damahls hell=leuchtenden Mond gantz verdunckelt habe.cap. 5.§. 4. Daß gerad über sich stehende Feuer / oder wie es von andern geheissen wird / diePyramide ist ein entzündete Ausdünstung / welche wie eine gerad=stehende Saͤule oder Py-ramide aussiehet, und aus einer wohl-zusammen-haltender Materi bestehet; deren Theile anSubtilität und Dicke untereinander sehr ungleich seynd / so daß die subtile Theile sich in die Hö-he schwingen und zugleich entzünden; die dickere abwärts sencken; dahero der unter Theil dieGestalt einer Basis ober Grunds / der obere hergegen die Figur einer gerad übersich steigendenSäule vorstellet. Besiehe hiervon Conimbr. Tract. 2. de Meteor. ignitis. c. 1.§. 5. Die
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Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
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