Druckschrift 
Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
Entstehung
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der in der obern Lufft erzeugten Dingeselbst=eignen Nutzens. Hier gibt die Römische Beredsamkeit abermal einen Ausspruch:Wilt du dem Volck mit gutem Rath an Handen gehen, so schaue zu, daß du nicht in Ver- Cie. Orat.dacht kommest / als hättest du einigen Gewinn dabey zu geniessen; verhalte dich also / daß man agrar. adglaubet / du suchest einig und allein den Nutzen deß Volcks zu befördern. Und Claudianus laßt pop.ſich alſo hoͤren:Tu consule cunctis,Nec tibi; nec tua te moveant, ſed publica vota,Sey jedermann bedient; schau nicht auf dich allein;Und nur deß Volcks Wohlstand laß dir befohlen seyn.Hieher gehöret auch das Gebott / wormit das alte Römische Gesetz=Buch / die 12. Tafflengenannt / beschlossen wird: Deß Volcks Wohlfahrt ist das gröste Gesetz.Vestros consumor in usus.Mich zehrt die Glut /Nur euch zu gut.Illustrat radiis penetralia cereus amplaAc lucens aliis in sua damna micat.Tu populi semper, nunquam tua commoda quaeras:Tuteris cives, immoriare licet.Gleichwie die Lampe die ein fettes Oel ernähret,Mit hellem Glantz und Schein das Hauß beleucht und ziertDamit den Augen nicht werd ihre Lust gestöhret /Ob schon sie selbst dardurch sich zehret und verliehrt:So must auch du zu Dienst gemeinem Wesen stehen;Und mehr auf Selbiges als eignen Nutzen sehen.Die II. Otrage.Von der Flamme / der hupffenden Geiß / dem Spehr /dem gerad über sich stehenden Feuer / den brennendenStopplen / und anderen.Jr schreiten anjetzo zu denen feurigen Lufft=Zeichen in specie und insonderheit; wie-wohlen wir nicht alle / sondern bloß diejenige anführen werden / von denen man son-sten nach Anleitung der Meteorologischen Lehr=Art / als von den Fürnehmsten / zuhandlen pfleget. Es entstehet aber ihre mannigfaltige Menge aus der Mannigfal-tigkeit ihrer darzu geneigten, und in die Höhe getriebnen Materi: Dann weilen die Ausdün-stungen unterschiedlich beschaffen / und bald dunn oder dick / subtil oder starck / groß oder klein /schwer oder leicht seynd; so bekommen die angezündte Feure auch zerschiedene Gestalten / und jetztdiese / jetzt eine andere Figur. Wir machen demnach den Anfang mit dem ersten feurigen Zu-sammen=Satz, nemlich der sogenannten Flamme oder Fackel.§. 1. Dieselbige entspringet daher/ wann eine gewaltige Ausdünstung sich in dieLänge und Breite erstrecket / und wegen ihrer Subtilität völlig und gantz auf einmahlFeuer fänget; Welches dann auch oͤffters dermassen helle scheinet / daß man vermeinen sollte /es seye entweder Tag / oder es stehe der gröste Theil deß Himmels in vollem Brand. Vondiesem Meteoro meldet Plinius, daß zu den Zeiten und unter der Regierung der beeden Bur= Plin. I. 2.germeistern / C. Cœlii, und Cn. Papyrii, zu Nacht an dem Himmel ein Liecht erschienen / (so Nat. c. 33.zwar sonsten / noch mehrmahlen geschehen) welches nicht anders geleuchtet habe / als wann dieSonne vorhanden / und der Tag angebrochen wäre. So gedencket desselben auch Plutarchusin Lucullo, wann er schreibt; Es ist vor Zeiten / da Mithridates und Lucullus gegen einanderD3