Druckschrift 
Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
Entstehung
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der in der obern Lufft erzeugten Dinge.§. 5. Die brennende Stopplen seynd eine dünne / nicht wohl zusammen haltende /weit und breit ausgestreute Ausdünstung; welche / wann sie angezündet ist / schnell scheinet /auch schnell verlischet, und also wie viele auf den Aeckern brennende Stoppeln aussiehet.Der Schild ist ein in die Runde funcklend= und schimmerendes Meteorum; undhat die Gestalt eines Schilds. Dergleichen Lufft-Zeichen ward unter den BurgermeisternL. Valerio und C. Mario gesehen / welches mit dem Untergang der Sonnen von Occident ge-gen Orient fortgegangen; wie Plinius bezeuget:Zu oben gemeldten Meteoren werden auch nachfolgende beygezehlet; nemlich das Faß / Plin. l. 1.der Thurn / das Schiff / und das Creutz; die ihre Nahmen von der Figur / so nach der zerschiede= Nat. Hist.nen Beschaffenheit der Materi sich auch zerschiedentlich verändert / wann sie entzündet seynd / c. 34.herzuführen pflegen.§. 6. Durchgehends und insgemein hin ist die Materi dieser Meteoren nichts an-ders / als eine fette und klebichte Ausdünstung. Ihre wesentliche Form / wann sie völligangeflammt, ist das Feuer; ihre zufällige Form aber bestehet in der Figur oder dem Stand;so das nächste Fundament ober Ursach ist, daß sie mit irgend einem Ding, dessen Nahmen dasMeteorum führet / eine Aehnlichkeit oder Gleichheit überkommt. Die würckende Ursach abereynd fuͤrnehmlich das Gestirn; Item / die Bewegung und Zusammenstossung erdeuter Aus-dünstungen / wie auch ein Feuer=Funck, der etwa anderswoher auf die Materi abfället.Politische Schluß=Rede.Ein Mannliches Gemüth wird aus der Tapfferkelt erkannt.Ch bin gleicher Meynung mit dem Seneca, und sage: Die Tapfferkeit seye eine Tu-gend / so die gröste Gefahr verachtet; oder eine Wissenschafft / die Gefahren ab= Senec. l.2.zutreiben / ihnen zu begegnen / und sie zu verachten. Wer nun diese Tugend erlan- de benef.get, der kan nicht nun mit denen berühmtesten Leuten verglichen werden, wie Cicero c. 24.darvor hält; sondern er ist auch GOtt gleich zu achten. Eine Feuer=Säule / die man an dem Sicer. l.1.Himmel siehet / weil sie von Flammen ernährt wird / verzehrt alles / was ihr nur entsetzliches vor= Offic.kommen mag; so daß weder hupffende Geissen / noch Spieß oder Schwerdter / noch brennendeStopplen vor ihr bestehen können. Wollen sie selbige vom Himmel ausstossen? Sie fälletnicht; wollen sie dieselbige von ihrer Stelle rucken? Sie weichet nicht: Dann ein tapffererund standhaffter Sinn laßt sich weder durch Unglück bewegen / noch so schlechthinaus seinem Stande setzen / noch von der Vernunfft abziehen: hat er einige Gewalt undMacht / so wird er dardurch nicht geändert; sitzt er dem Glück in dem Schooß / so ü-berhebt er sich dessen nicht; und verrückt ihn ein Unglück / so wird er doch nicht klein-müthig. Ein Pilot wird in dem Sturm / und ein Soldat in der Schlacht probiert. Esmuß sich etwas Widerwärtiges ergeben: wie würde man sich sonsten standhafft und Mannlicherweisen können? Dann die Syrenen singen nur bey hellem und schönem Wetter; und dasweiche Frauen=Zimmer pfleget nur bey guten Tagen frölich zu seyn. Allein / die Seegel nacheinem jeden Wind richten / und wann das haͤuffig einfallende Ungluͤck dir den Mast zerbrechen /und das Steur-Ruder aus den Haͤnden reissen will / alsdann wie ein Felß und eine Stein-Klippe unbeweglich stehen bleiben; das erfordert schwitzen und schnaufen. Der Marggraf von Paus. inCastiglion, Curtius Conzaga, hat ein Meer=Kalb sich zu einem Sinn=Bild erkießt / und darun= Arcad.ter geschrieben: Sic quiesco; Also ruhe ich wohl: Dann dieses Thier hat die Gewohnheit referentedaß es in dem grösten Sturm sich auf eine Klippe hinstrecket / und deß süssesten Schlaffs geniese Parit.l.7.set. Es mag der Himmel brummen / wie er will / es moͤgen alle Wasser sich von oben herab er⸗ deregno.giessen; und das gantze Erd=Gebäud mit Krachen in einander fallen; so lacht ein Politicus nurdarzu; er fällt nicht / und weicht auch nicht. Er ist eine Säule; ja, ein Alexander mittenunter Schwerdt und Spiessen, und ein Mithridates unter Kett- und Banden: Dann der ersteführte offenbare Kriege, und war mitten unter den feindlichen Heerschaaren unbeweglich; dieserletztere aber / als er von dem Römischen General Eunone gefangen worden / ließ gantz keine Be-stürtzung an sich verspühren / sondern brach vielmehr gegen ihme in folgende Wort aus: Jch/ Tac. l. 52.Mithridates, den die Römer so lange Zeit hero zu Wasser und Land aufgesuchet / gibt annimich dir hier selbsten freywillig gefangen. Thue mit mir / was du wilt; doch wisse /ich seye deß grossen Achemenis Sohn: welches das einige ist / so mir die Feinde nichtnehmen konnen. Du solt in allen Dingen dich erweichen und bewegen lassen; aber nur inGefahren und Unglück solt du dich hartneckig erzeigen; ich sage / hartneckig: Dann Mithrida-tes hat der Gefahr zu entweichen, sich nicht verborgen, und also sein Leben zu erhalten gesucht;er ist weder gefallen, noch gewichen: sondern vielmehr hartneckig der Gefahr entgegen gegan