Philosophische und Politische Beschreibunggrosse Welt=Meer lieben / und durch so viel Berg und Thäler nach ihme eilen / wann dasselbe al-les Wasser, so es von ihnen empfaͤhet, selbst allem verzehren wollte? Ein Politicus, damit er dieBillichkeit in acht nehmen möge / soll gleichsam zu einem Meer werden; und alles zu dem Wohl-stand und Bereicherung deß Volcks ankehren und verwenden. Kayser M. Aurelius hat gleich-CONSVMOR INwie in vielen Dingen / also auch in Verwaltung der Republic sich rühmlich und vortrefflich er-wiesen: Die Schätze und alles andere pflegte er dem Rath / und dem Römischen Volck zuzu-eignen; wir / sagte er / besitzen so wenig Eigenthumliches / daß wir auch in einem Hausewohnen / das euch zuständig ist. Dannenhero seynd die Machiavellistische Ungeheur billichzu verfluchen / und biß an das aͤusserste Ende der Erden zu verbannen / die sich einbilden / sie sehennur darum gebohren / damit sie sich wohl seyn lassen / ihr Gut vermehren / ein üppiges Leben füh-ren / die Unterthanen aussaugen / und hergegen ihren Beutel stattlich spicken können. Wie garCic.l.2.ad anderer Meynung war doch der Fürst unter denen Rednern! wann er also schreibt: „Gleich-„wie ein Pilot sein Absehen auf eine glückliche Schiffarth / der Artzt auf die Gesundheit / und ein„General auf den Sieg stets gerichtet hat; also solle auch ein Regent in einer Republic sich sei-„ner Burger Ruhestand angelegen seyn lassen, damit sie reich an Gütern, gewaltig an Macht„berühmt an Thaten / und ehrbar an Tugenden seyn mögen. Pericles stellet sich uns zu einemExempel; derselbe hat zwar die Stadt, die er beym Antritt seiner Regierung wohl bestellt ge-funden / in den höchsten Flor und Aufnehmen gebracht; dabey aber sein Vermögen nicht umeinen Pfenning vermehret. So seynd auch weder der Aristides gerecht, noch der Epaminon-das em GOtt/ noch Lycurgus ein Heyland deßwegen / daß sie etwa in grossem Reichthum ge-sessen / sondern darum also genennt worden / weilen sie sich mit wenigem vergnügt / und dieJustin. I. 2. Wohlfahrt Griechenlands der ihrigen vorgezogen. Ja / hat nicht Cadrus sein Leben selbstenVallax, für die Athenienser / und Curtius für die Römer gelassen ? Hat nicht der Burgermeister M.l. s. c. 6. Marius seine Tochter Calpurniam; ingleichem Erichteus die Seinige dem gemeinen BestenPlut. in aufgeopffert? Der schönste Begriff aller Ehre und Tugend bestehet in der Verachtung seinesParall.ſelbſt⸗
Druckschrift
Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
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