RückgabnärmlicheS.
der in der obern Lufft erzeugten Dinge.hitzen / doch kein Feuer fangen / noch sich entzünden? Weilen nemlich die schwere Erde / so sich inihnen befindt, und nicht subtil oder dünn werden kan, verhindert, daß die Feurige Theile nichtzusammen kommen.Zweytens; Warum aus dem Kiselstein durch Anschlagung deß Strahls Feuer ge-bracht werde? Weilen man, nemlich durch diese Anschlagung die meiste sowohl feuchte, als feu-rige Theile heraus locket; da dann diese letztere, sobalden die erstere ausgedunstet, sich miteinan-der vereinigen und zu Feuer=Funcken werden.Drittens; Warum aus der Katzen Haar / wann man sie aufwärts streichet / offt Feuer-Funcken heraus fahren? weilen nemlich zwischen den Haaren der Katzen=Haut viel sich leichtanfeurende Theile verborgen stecken / welch durch das Streichen oder Reiben aus deß Katzen-fells-Haaren, die vorher ihre Zusammenstossung oder Vereinigung verhindert, herfür gebrachtwerden; so dann ausser denselben gleichbalden zusammen lauffen / und zu funcklen beginnen /doch also daß sie wegen ihrer subtilen Strahlen nur bey Nacht gesehen werden mögen.Vierdtens; Warum das Nasse in die Scheure gebrachte, und auf einen Hauffen ge-worffene Heu sich offt von selbst anzuͤzünden pflege? Weilen nemlich selbige Feuchtigkeit oderNässe mittelst der Hitze, so das Heu bey sich führet, subtil und dünn gemacht wird, und durchdie Lufft=Loͤcher / deren das Heu sehr viel hat / darvon fliehet: Ist nun die Feuchtigkeit hinweg /so bißhero die einige Hindernus gewesen, so versammlen sich darauf die zuruck=gebliebene feuri-ge Theile / und bringen Flammen in das Heu.Fünfftens; Warum die schwer-beladene Wägen, wie auch die Mühl-Räder sich ent-zünden? Daß die starcke Reibung oder Anstossung hieran Ursach seye / ist aus vorbesagtem zuurtheilen: Dann die angeriebene und gedruckte Lufft wird dunn und subtil gemacht; welchesich hierauf entzündet / und eine feurige Materi abgibt. Dahero ist es gekommen / daß die Leutegelernet haben Feuer zuwegen zu bringen indeme sie einiges Holtzwerck hefftig und geschwindeaneinander gerieben / und dasselbe also angezündet: Gestalten auch die Innwohner in Apulieneinen Strick um ein Holtz herum zu wicklen; und wann sie denselben geschwind wieder davonweggezogen / auf solche Weiß ein Feuer anzuschaffen pflegen.Sechstens und letztlichen; Warum der Waitzen und dergleichen Früchte, falls mansie in eine feuchte Scheuren einführet / zuweilen sich entzünden? Dieses kan von der Antiperi-stasi oder Umstellung herkommen: Weilen nemlich die von der auswärtigen Kälte umschlossnebitzige Weitzen=Theile stärcker würcken / die Feuchtigkeit durch die in den Scheuren gewohnlicheDämpffe austreiben / hernach sich mit einander vereinigen / und anzünden. Welcher Ursachenhalber dann auch der Kalch/ so balden ein Wasser auf ihn gegossen wird, sich entzündet: danndie hitzige Theile werden durch die Gewalt deß allgemach angegossnen Wassers innwendig hin-ein getrieben / und allda / weilen das stets zusliessende Wasser die Lufft=Löcher beschlossen hält / miteinander vereiniget, also, daß durch ihre zusammen gesetzte Kräfften endlich eine Entzündungentstehet.Politische Schluß=Rede.Du solt nicht deinen eignen / sondern vielmehr der Deinigen Nu-tzen und Wohlfahrt suchen.ZU gehörst nicht dir selbsten / sondern einem andern an: Du bist nicht für deine eigne / son-dern für die allgemeine Lufft gebohren. Der schließt seine Dienst=Würckungen gar zuenge ein / der nur ihm selbsten zu lieb / und nicht andern sich verzehrt. Nicht für mich /sondern für das Volck/ liesse sich Kayser Hadrianus offtmahls in der Raths=Stuben bey demDione vernehmen / dann die Republic gehört nicht mein; sondern ich gehör der Repu-blic / und bin derselben gewidmet. Das Feuer / so sich in die Lufft schwinget / ist nicht eigenfür sich; und die in denen Fürsten- und Raths-Stuben aufgesteckte oder hangende Facklen undLiechter brennen nicht für sich sondern für andere. Es wäre ihnen zwar zuträglicher, wann siein ihrem Wesen verblieben / und nicht verzehret würden; allein / sie sehen nicht auf ihren / sondernauf anderer Leute Nutzen und Bequemlichkeit. „Cicero vermahnet, man solle der Lehre deß Cic.l. 1.Platonis folgen; Es geziemet sich / sagt er / daß sie der Burger Nutzen beobachten / und alles /„ Cwas sie thun, zur Wohlfahrt deß gemeinen Wesens anwenden; ihre eigene aber darüber in-die Schantze schlagen.„ Das grosse Welt-Meer, der König aller Wasser, trincket zwar alleFlüsse aus / die ihme den grösten Zoll bezahlen müssen; jedoch gibt er ihnen die Flutten, so er ver-schlinget zu ihrem Vortheil und Gebrauch wieder zuruck und begehrt dieselbe nicht für sich undzu seinem Nutzen zu behalten. Wo würden die Flüsse herkommen? Oder wie würden sie dasgroſſe