Philosophische und Politische Beschreibunggung ist; andere hergegen auf die Seite abweichen / weilen ihnen die obere Cörper / oder andereUrsachen im Weg stehen / und von welchen sie an ihrem geraden Lauff verhindert werden. Item;so pflegen einige langsam fortzugehen / wie zerschiedene Cometen; andere aber geschwind zu lauf-Arist. l. 4. fen / wie die schiessende Sternen. Wobey aus dem Aristotele anzumercken / das einige Feureoder Meteoren dem Schein nach viel geschwinder laussen / als die Sonn und der Mond; ohn-geachtet es doch aus gewissen Ursachen bekannt, daß die Sache sich gantz anders verhält; an-betrachtet sie uns viel viel naͤher stehen als die Sonn und der Mond. Sonsten lassen sie sichauch nicht an einem / sondern an zerschiedenen Orten sehen; indeme etwelche in der untersten / ei-nige in der mittlern / andere in der obersten; ja so gar andere mitten in der Erden erzeuget wer-den: dann daß sie gemeiniglich nur unterhalb deß Monds zum Vorschein kommen (ich sage)gemeiniglich; weilen es nach vieler ihrer Meynung sehr glaublich fället, daß auch oberhalb demMond Cometen erschienen seyen) erweiset Aristoteles an angezogenem Ort aus dem bey ihnenvermerckten schnellen Lauff: dann wann sie bloß an dem Himmels-Cörper selbsten herumschwermeten / so würde uns ihre Bewegung / gleichwie wir an dem Lauff deß Gestirns wahr-nehmen / viel langsamer zu seyn beduncken. Welches auch eben das ist / was Seneca meldet:Senec. l. 1. Es seye eine Thorheit / wann man glauben wolle / daß die rechte und wahrhaffte Ster-nat quest. nen herab fallen / oder von einem Ort zu dem andern uͤberspringen; oder daß etwasvon ihnen hinweg gehe: Gestalten / so dergleichen geschehen wäre / sie nicht mehr vor-handen wären. Dann es vergehet keine Nacht, daß nicht viel der Sternen anderwärtshin ge-rissen zu werden scheinen: Und wann solcherley Veränderungen an denen himmlischen Cör-pern vorgiengen; so müste folgen, daß sie untergehen und zerstöret werden könnten; da doch Ari-Arist. J.s. stoteles gantz das Widerspiel erweiset. Endlichen findet sich bey ihnen auch an der Daur= undde Calo Währung ein mercklicher Unterschied: dann etliche halten sich nicht lang auf, sondern fliegengleichsam fort / und verschwinden bald wieder; andere hergegen bleiben lange Zeit stehen: einigeerscheinen bey Nacht, andere aber bey Tag; wiewohlen dieses letztere gar selten geschiehet: danngleichwie die immerwährende und beständige Sternen bey Tage nicht gesehen werden / weil sievon dem Sonnen=Glantz verdunckelt seynd; also verhindert ebenmässig das Tages=Liecht, daßman solche Mereoren nicht zu Gesicht bekommen kan; es wäre dann zuweilen ihr Glantz der-massen groß und gewaltig / daß die Sonnen-Strahlen selbsten nichts darwider vermöchten; undauf diesen Fall mögen sie auch bey Tag erscheinen.§. 3. Die wuͤrckend=entfernete Ursach erdeuter feuriger Eintruckungen bestehet /wie oben schon berührt worden / in denen unterirrdischen Feuren / der Sonnen / und übri-gen himmlischen Coͤrpern; die Nahr und Werckzeugliche Ursach aber entweder in ih-rer Zusammenstopffung oder Zusammensetzung; da nemlich ein hitziger Theil mit dem an-dern sich vereinigt / und einander also erhitzen / daß ein Feuer daraus entstehet; oder in der An-tiperistasi, das ist / in de rings=umherstehenden Kälte; dann die Hitze / wann sie umringt undgleichsam belagert ist / ziehet sich zusammen in das innerste hinein / stopffet mithin die Theile zu-sammen / und wird endlich entzündet; oder in der Zitze deß Gestorns / nemlich der Sonne /von welcher offenbahr ist / daß sie Feuer anzünden könne; oder letztlichen in der Zusammen-stoß= und Reibung der ausdünstenden Theile; absonderlich wann noch widerwärtige Win-de darzu stossen und darein blasen: dann durch dieselbe wird die Ausdünstungs-Materi hin-und wieder getrieben / und gerenzet / daß sie endlich / indem die in selbiger eingesperrte Geister be-ginnen hitzig zu werden / Feuer und Flammen fangen.§. 4. Die Ende Ursach hat zum Zweck erstlichen / die Verzehr und Vertreibungder rauchigen Ausdünstung; und zwar zum alleinig=abgeziehlten Nutzen und Wohlfahrt derMenschen: Dann es seynd dergleichen Ausdünstungen gemeiniglich höchst=gefähr= und schäd-lich; und muß dahero die Lufft von denselben gereiniget werden. Zweytens; die Gleichheitder Natur, indem die Natur, weilen den Winter über durch die herrschende Kälte das Feuerverringert worden, und die untere Elementa aufgewachsen und zugenommen, sich bemühet alleswiederum in eine Gleichheit zu bringen / und deßwegen viel feurige Meteoren zu erzeugen:Drittens / die aus Göttlicher Verordnung herrührende Vorbedeutung etlicher so trau-riger als frölicher Begebenheiten: Dann solcher gestalten seynd derjenigen Comet / so beyder Geburth Alexandri deß Grossen / mit zweyen Posaunen gesehen worden; item, die feurigeCreutze, so dem Kayser Constantino erschienen, fröliche Vorbotten grosser Glückseeligkeit ge-wesen. Ein mehrers kan hiervon nachgeschlagen werden bey August. l. 2. de Civ. Dei. c. 23.& l.3. c.1.Plinio l.2. Hist. nat. c.25. Tertull. lib. ad Scap. c.3. Sueton. in Vit. Caesaris. c.88.Livio l. 3. Dec. 1. Joseph. de bell. Jud. I. 7. c. 12. Niceph. I. 3. Hist. Eccl. c. 4.Aus diesen Meteorologischen Anmerckungen und allgemeinen Principiis oder Uhr=Anfan-gen nun lassen sich folgende dieser Materi zimlich verwandte Fragen unschwer auflösen und be-antworten; und erstlich zwar / warum der Marmor / Ertz / Eisen rc. ungeachtet sie hefftig sich er-hitzen,
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Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
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