teorm für
der in der obern Lufft erzeugten Dinge.ihr Safft vertrocknet / und werden unfruchtbar und wurmstichig; ingleichem die Steine / Glaͤ-ser / Edelgesteine werden letztlich von Alter schwach und verzehret / weilen sie nemlich / ob sie schonnicht viel Feuchtigkeit haben / doch etwas ausdünsten / und einfolglich ihre subtileste Theile sichvon den gröberen / die nicht fast genug an ihnen hafften / sich absondern.Drittens, so lassen sich fast alle, auch die allerhärteste Cörper, wann sie in das Feuerkommen, wiewohl nur zum Theil zu Dämpffe auflösen; welches man an dem Gold selbsten inobacht nehmen kan; ohngeachtet dasselbe insgemein für unverweßlich außgeschrien und gehal-ten wird. Die menschliche Cörper aber betreffend / so ist es mehr als gewiß / daß nachdem sel-bige der Gesundheit halber beschaffen / sie auch bald gesunde / bald ungesunde Dünste von sichaußschicken; dann die ansteckende Kranckheiten geben genugsam an den Tag / daß krancker Leu-te Außflüsse durch Dämpffe und Hauchen fortgepflantzet werden: Hergegen bezeuget Verula-mius, (da er auf die Frage / warum die Schulmeister gemeiniglich ein hohes Alter erlangen?antwortet:) von gesunden Leuten / daß insonderheit die Lehrmeister darum lang frisch und ge-und verbleiben / weilen sie stetshin mit jungen Knaben umgehen / und also die von selbigen auß-fliessende gesunde und lebhaffte Geister in sich ziehen. Bleibt dannenhero unumstoßlich wahr,daß die Lufft mit den Ausdunstungen der gemischten Cörper / oder mit denen oben=gemeldtenklemesten Corperlein und Sounen-Stäublein, und zwar an einem Ort mit diesen, an einem an-dern wieder mit andern / nemlich nach Unterscheid der Dinge / woraus sie entstehen / voll ange-füllt ſeye.§. 2. Besagte kleine Cörperlein seynd ihrer Natur nach untereinander unterschieden. Welches dahero abzunehmen, weilen die meiste, nach derselben ihrer wesentlichen Formvon denen Dingen / deren Cörperlein sie seynd / so wenig / als die irrdische und wässerige Dämpf-se und Dünste von der Erde und dem Wasser, unterschieden werden; und ligt nichts daran,wann sie gleich in der Lufft sich untereinander vermengen: dann die Vermengung machet nicht(wenigstens nicht allzeit,) daß sie ihre eigene Natur ablegen sollen; eben wie auch die Vermi-schung der Gold=Silber= oder Eisen=Stucker derselben Natur nicht verändert / noch die ausRosen / Krautern / Weinhesen und dergleichen Dingen gezogene Distillierung vermögen / daßsie sich in einander verwandlen / und alle nur eine Natur bekommen sollen. Woraus dann fol-get / daß in der Lufft nicht nur feuchte und trockne Ausflüsse / nemlich Dämpffe und Dünste,welche Wasser und Erde seynd/sondern auch soviel zugleich vermischte und verwirrte Arten der-selben vorhanden seyen, als viel sich Arten der Dinge, woraus sie durch Krafft der Wärme,oder Feuers, oder durch eine andere dergleichen Würckung entstehen, befinden. Dahero insge-mein von denen verständigen Philosophis vorgegeben wird / die Lufft seye immerdar mit einerParspermia, oder Besaamungs=Krafft erfüllet. Hieraus erhelletErstlich / daß aller und jeder Dingen Außflüsse oder Cörperlein / welche aus solchen Din-gen heraus dringen, und zur Würckung eilen, die Nahr-Materi der Meteoren seyen: Dann eswerden die Außflüsse sowol deß Wassers und der Erden als auch anderer Dingen zu Wolcken /Regen / Blitz und anderen Meteoren verwandelt. Wir begehren aber dochZweytens von der Meinung deß Aristotelis nicht abzuweichen / welcher darvor hält / daßnur zweyerley gemeinsame Arten der Außhauchungen seyen / nemlich Dampff und Dunst; Wei-len in Wahrheit unter diese zwey Haupt=Geschlecht der Ausflüssen / in Ansehung der unternDinge alle übrige Ausflüsse können gebracht werden: Dann was in die Höhe steigt, das istentweder feucht oder waͤsserig / oder aber trocken oder geistig.§. 3. Diese Aushauchungen haben nicht einerley Eigenschafft: Dann etliche brei-ten sich ringsum überzwerch aus / wie an der Aushauchung deß Weyhrauchs zu sehen; indemedie Ausfluͤsse etwas dicke seynd/ und dahero von der Lufft in gleichem Gewicht erhalten werden:Etliche aber ziehen sich zuweilen / da entweder die Lufft / oder der aushauchende Cörper selbstenbewegt wird, nur nach einerley Weg: woraus dann die Ursach erhellet, warum ein auf einemScheidweg stehender Hund den Weg wissen könne den sein Herr gewandelt; sintemahlen dievon deß Herrn Leib ausgehende / und auf der Strasse immer fortgesetzte Ausdünstung ihme diesichere Anzeig gibet. Andere Aushauchungen hergegen pflegen sich an frembden Cörpern an-zuhängen; so daß der / welcher eine Zeitlang unter wohlriechenden Dingen gesessen / wann er hin-weg gehet, etliche wohlriechende Dünste mit sich fortträget. Wiederum andere Ausflüsse ver-mengen sich gar leicht mit etlichen andern / und durchtringen den gantzen Platz anderer Ausflüs-sen; mit etlichen andern aber wollen sie sich durchaus nicht vermengen: Zum Exempel; dasWasser vermischt sich gar leichtlich mit dem Wein / hergegen sehr schwerlich mit dem Oel, undsolches nicht sowol wegen der Schwere, als vielmehr darum, daß seine kleine Theile darzu ge-neigt seynd: Gestalten bey dem Wasser, so da sonsten in einem Glaß voll Wein alsbalden sicheintringet und vermischet; in einem Giaß voll Oel dergleichen Vermengung durchaus nicht zubeobachten. Aus diesem ergibt sich,Erstlich /