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Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
Entstehung
Seite
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Philosophische und Politische BeschreibungGradatim.Steigt auf mit FleißNur Ruffen=weiß.Quis summi superet saltu juga montis Olympi?Per plures scandet fervida planta gradus.Necquicquam petitur tibi pernice gloria cursu:Quaeritur hem! longi temporis illa mora!Wer kan der Berge Spitz' in einem Sprung erreichen?Wer kan in einem Huy daselbsten oben stehn?Man muß / will man dorthin / von solcher Thorheit weichen /Und nach und nach hinauff mit schweren Schritten gehn?Die Ehre last sich nicht im Augenblick erringen;Mit langer Zeit wird man sie nur zuwegen bringen.Die IV. Frage.Ob die gemischte Cörper auch denen Meteoren füreine Rahr-Materi dienen:Iese gegenwärtige Frage von denen Ausflüssen und ausdünstungen der gemischtenCorper ist insonderheit darzu nutzlich, daß man die Meteoren insgemein desto besser5 verstehen möge. Hierauff nun schliessen wir also:§. 1. Nicht allein die Erde und das Wasser / sondern auch die gemisch-te Cörper dünsten einige sehr subtile Dämpffe aus / welche nichts anders / als gar kleineCörperlein seynd / so denen Lufft= oder Sonnen=Stäublein gleichen. Solches kan aufvielfältige Weiß dargethan und erwiesen werden: Und erstlichen zwar ist aus der Erfahrungbekannt, daß alle Cörper nach Beschaffenheit ihrer zerschiedenen Temperamenten mehr oderweniger, einige wohl=riechende Dünste von sich ausstreuen: Worüber der hoch=erfahrne Eng-lische Cantzler Digbe erzehlt / daß von einem gewissen Ufer her / in Spanien ein starcker Geruchvon dem auf dem nächsten Gebürg häuffig hervor wachsenden Roßmarin / bey drey hundertMeilen weit in die See hinaus sich zuerstrecken pflege; und habe er einsmahls viel Tage vor-hero, ehe er mit dem Schiff, worauff er gefahren, an selbigem Ufer angelendet, erdeuten Ge-ruch gespühret und empfunden. Ja es ist ins gemein=hin offenbahr / daß die Winde allzeitnach denen Coͤrpern riechen / bey welchen sie vorbey fahren: Und also wehen aus wohl=riechen-den Orten wohl=riechende / aus gesunden gesunde / aus schädlichen schädliche / aus schweflichtenschweflichte Winde her: Dann / wo eine grosse Menge Rosen waͤchset / da wird die gantze Lufftumbher mit Rosen=Geruch erfüllt; wo Weinberge gepflantzet seynd / und eben in der Blüthestehen / da wird die gantze Gegend mit dem angenehmsten Geruch erquicket. Obiger Digbemeldet in seinem Buch von dem sympathetischen Pulver / daß die gantze Lufft zu Londen in En-gelland / weilen man in dieser grossen Stadt durchgehends zum Feuer sich der Stein-Kohlenbedienet, mit einem flüchtigen Saltz und Kohl=Staub angefullet seye; dahero die Betten, Ta-peten / und andere Geräthe / wann sie gleich vorhero schön und gläntzend gewesen / in gar kurtzerZeit / schwartz und rusig werden; so gar daß gedachter Kohl=Staub in die verschloßne Zimmerund Kisten selbsten hindurch dringe und alles gleichwie mit schwartzem Mehl überziehe / die Lein-wat, und Papier, und was noch verwunderlicher, die Blüthe an denen auf dem Feld stehendenBaͤumen beflecke: dessentwegen auch die Innwohner selbiger Stadt, weilen sie solchen Lufftmit dem Athem zur Erkühlung der Lungen in sich ziehen / schwartzen Speichel auszuwerffen / undmit hitzigen Lungen=Geschwären behafftet zu seyn / auch meistentheils an der Lung= und Dörr-Sucht zu sterben pflegen.Zweytens wird es nicht minder daher erwiesen / daß alle Cörper endlichen ihre ersteKraͤfften verliehren, und gleichsam ausrauchen und verdorren: welches ein Zeichen ist, daß im-merdar Dünste von ihnen ausgehen müssen; und solcher gestalten stehen die Bäume ab / wann