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Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
Entstehung
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Philosophische und Politische BeschreibungEs ist demnach diejenige die unterste Lufft=Gegend / in welcher wir leben / und welche sichsoweit in die Höhe erstrecket / als die Sonnen=Strahlen reichen mögen: So aber von denenzurückgewandten Sonnen=Strahlen muß verstanden werden, die da dermassen kräfftig seynd,daß sie eine empfindliche Wärme verursachen: Dann sonsten ist kein Zweiffel / daß nicht dievon der Erden zuruckgebogne Sonnen=Strahlen auch noch höher/ und zwar biß zu dem Mondund denen anderen Planeten reichen solten: sintemahlen wann der Mond / die Venus und dieübrige Planeten, welche wegen ihrer Dunckelheit dem Erden-Cörper nicht ungleich kommen,das von der Sonnen empfangne Liecht biß zu uns zuruck werffen; so wird einfolglich auch dieErde eben solcherley Liecht biß zu denen Planeten hinschicken können: Ja/wer wolte zweifflen/daß nicht irgend einer, so bey Tags sich in dem Mond auffhielte, die Erde für ein grosses hell-leuchtendes Gestirn ansehen würde: Dannenhero nimmt die unterste Lufft=Gegend allda ihreEndschafft, wo die von der Erden zuruck gewandte Sonnen=Strahlen solcher Gestalten ge-schwächet seyn / daß sie durch ihre erwärmende Würckungs=Krafft keines weges verhindernkönnen / daß nicht die zu der natürlichen Kälte zurückeilende Dämpffe und Aushauchungen zudicken Wolcken werden. Wann nun diese Lufft=Gegend feucht ist / so erzeuget sie den Thau;ist sie kalt / so verursacht sie den Reiffen; ist sie aber trucken / so gebiehret sie Irrwische. Son-sten begreifft sie über der Erden ungefehr 500. Schritt / das ist / eine halbe Welsche Meil in dieHöhe: dann eben so weit seynd auch die Regen=Wolcken von uns entfernet; welches diejenigeaus der Erfahrung versichern / die da hohe Berge bestiegen haben.Die mittlere Lufft=Gegend ist diejenige / welche sich biß an den äussersten Theil oderGräntze der Wolcken / (ausser denen diese Letztre samt den Winden nicht schreiten können) er-strecket; und ihrer Höhe und Tieffe nach bey nahe 3500. Schritt, oder vierdtehalb WelscheMeilen in sich beschließt: welches dann sich dahero urtheilen lasset / daß die Berge / so nach dergeraden Höhe vierdtehalb Welsche Meilen betragen / zuweilen mit Schnee und Wolcken bedecktgefunden werden; also daß erdeute Lufft=Gegend die höchste Berg=Gipffel nicht erreichet: wiedann Solinus von der Spitze des Bergs Olympi vorgiebet / daß / wann man in den allda be-findlichen zarten Sand einige Buchstaben eintrucke oder schreibe / selbige nach Verfliessung einesgantzen Jahrs noch gantz unversehrt / und weder von Regen noch Wind ausgelöscht zu sehenseyen: Worauf auch Lucanus mit diesen Worten zielet:Nubes excedit Olympus;Pacem ſumma tenent.Die Wolcken koͤnnen nicht Olympens Spitz erreichen:Vor Thronen muß Unruh und Streit die Seegel streichen!August. 1. So meldet nicht minder der heilige Augustinus, was massen auf der höchsten Spitze des Ber-3. de Ge. ges Olympi die Lufft so dünn und zart seyn solle / daß die Leute / so etwa Opfferens halber / odernec. 6.2. der Sternen Lauff zu betrachten auf denselben gestiegen / nicht Athem schöpffen / noch leben kön-ten / sie hätten sich dann mit Wasser=vollen Schwämmen versehen / und immerhin eine Feuch-tigkeit zur Erkühlung des Hertzens daraus in sich gesogen. Im übrigen ist diese Lufft=Gegenddie fruchtbahrste Mutter der Meteoren / welche stetshin mit Regen und Schnee / Blitz und Ha-gel nach Unterschied der mancherley zusammenstossenden Ausdünstungen schwanger zu gehenpfleget.Die dritte und letzte Lufft=Gegend ist gantz still/ und von Wolcken / Dämpffen und Aus-dünstungen meistentheils befreyt. Ich sage: Meistentheils; weilen, wie aus folgenden er-hellen wird / gleichwolen auch würcklichen ein und andere Ausdünstungen biß dahin reichen unddurchtringen; dahero sie der eigentliche Sitz und Stand ist aller Cometen und dergleichen feu-riger Dinge; und stehet der Meisten Meinung nach 52. Meilen hoch von der Erden ab: wor-aus dann folget / daß die allerhöchsten Berge / deren Gipffel von denen Wolcken niemahls errei-chet werden, nothwendig über 52. Meilen in die Höhe steigen müssen. Ein solcher ungemeinAristot. hoher Berg solle / ausser erst=besagtem Olympo, auch der Caucasus in Asien seyn; von demeAristoteles bezeuget / daß er von denen auf dem schwartzen Meer fahrenden Schiffern / das ist /1.Met.560. Meil-Wegs weit gesehen; und lang über die Mitternacht hinaus, noch von der SonnenPlin. I. 15. etlicher massen beleuchtet werde: welches ebenfalls Plinius von dem Berg Cæsio berichtet. DieSpanier versichern / daß der Berg Tenariffa in den Canarischen Insuln 60. Meilen / und demPerpendicul oder dem Bley=Senckel nach zehendehalb Meilen hoch seye. A Costa erzehletà Costal. 3. c. 9. von dem höchsten Berg in Peru, Pariacaca und andern gegen selbige Provintz auf 500. Mei-len sich erstreckenden Gebürgen so verwunderliche Dinge / daß die Alpen und Pyreneische Gebür-ge gegen denenselben nur kleine Erdschollen seyn müssen.Obwolen