der in der obern Lufft erzeugten Dinge.Bronnen und Baͤche ergiessen; und dann / wo sie Pech und Schwefel führet / vermittelst desunterirdischen Feuers Irrwische anzünden / wie auch zerschiedene Metallen zeitigen und aus-kochen.Die andere Behaltnus ist das Wasser, welches seiner Natur nach im hohen Gradfeucht / und im höchsten kalt zu seyn pflegt. Allein gleichwie die Erde; also hat auch das Was-ser zerschiedene Eigenschafften; angesehen es hier sied=heiß / und dorten Eiß=kalt; hier süß / undanderswo saltzig / salpetrisch / allaunig / schweflicht und pechig ist: so dann also selbiges zum E-xempel Schwefel mit sich führet / eine schädliche und allen lebendigen Thieren tödtliche Ausdün-stung sich ereignet; wie dann aus dem See Averno in Campanien / bevor Agrippa den dä-selbst stehenden dicken Wald umbhauen lassen / und denen Winden allda freyen Platz gemacht /dermassen dicke Dünste hervor gedrungen / daß die vorbey fliegende Vögel dardurch ersticketund getödtet worden: So findet sich auch irgendwo in Italien eine Grube mit Wasser ange-füllt / welches so heisse zumahlen tödtliche Dämpffe aushauchet, daß nicht nur Wachs-Kertzendarinnen ausloͤschen und zerschmeltzen / sondern auch die Menschen / augenblicklich davon sterbenund zu Boden fallen. Hergegen schreibt Camerarius, daß in eben gedachtem Welschland Camer.nechst bey einem See / Agnanum genannt / ein Berg seye; in welchem eine enge und 8. Schuh cent. 7.lange Höhle sich allgemach abwerts eröffne / deren Boden / man trette oder lege eine Hand dar= mirab.auf / viel wärmer / als das übrige Erdreich sich äussere; und ein Thier / wann es da hinein ge= mem.worffen / alsobalden aber wieder heraus gezogen werde / nichts destoweniger durch die tödtlicheaushauchende Dünste ersticke / allen Sinn und Bewegung verliehre, jedoch aber, sofern mandasselbe ungesaumbt in den See schmeisse, höchstverwunderlicher Weise wieder zu sich selbstenund zu leben anfange. Ein mehrers hierüber anzuführen läst man an gegenwärtigen Ort an-stehen; weilen unten darvon zu reden / sich die Gelegenheit ergeben wird.Die dritte Behaltnus ist die Lufft, als in welcher alles entspringet, was man eigentlichein Meteorum nennen mag. Es wird aber die gantze Lufft in drey runde Gegenden, nemlichdie untern / mittlere und obere (da immerzu eine die andere in sich begreifft) abgetheilt; wie Pon- Poman.tanus dieselbe nicht unfein folgender massen beschreibet:lib. dePrima aequè patiens est frigoris, atque caloris,Meteor.Alternasque vices alterna ſorte rependit;Vere tepens, æſtate calens, eadem borrida bruma.Proxima ab inflexu radiorum amota malignumFrigus & algentem late complexa rigorem,In quem caeruleus passim vapor actus inerrat,Unde cadunt imbres, unde & nix concitat alas.Ultima torrenti semper sitit usta caloreFlammarum, consueta vagos involvere tortus.Die Erste kan die Kaͤlt so wohl als Hitze leiden;Sie nimmet Wechselweiß itzt die itzt jene ein:Der harte Nord-Wind muß im Frühling von ihr scheiden;Im Sommer wird sie heiß im Winter rauhe seyn.Die Zweyte aber steht noch weiter abgelegen;Drumb auch die Sonn' sich nicht auf sie zurucke streckt:In ihren Gräntzen pflegt sich starcke Kält' zu regenUnd herber Frost bleibt da beständig ausgeheckt;Sobald die leichte Dämpff nach dieser Gegend dringenWo ein gewisser Trieb sie dorten hin gesetzt;Da siehet man den Schnee von dar die Flügel schwingenAuch unsre Unter=Welt mit Regen=Güß benetzt.Die Dritte / welche da den höchsten Ort beziehetDie lechzet von der Hitz / der keine Kühlung steuret /Dann sie ist immerdar von steter Flamm' gegluet;So daß Cometen offt dort scheinen angefeuret.B 2
Druckschrift
Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
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