Druckschrift 
Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
Entstehung
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Philosophische und Politische BeschreibungDie Tugend soll die erste, die Weißheit aber die andere Stelle haben: Dann durch die letztekan man zwar gelehrt? aber nicht fromm und ehrbar werden. Hierauff hat Kayser Wenceß-laus der Erste / gezielet / wann er Sprichworts=weiß zu sagen pflegte: Μοροσυφοι Μαροκαικοι:Syrach Gelehrte Narren / böse Narren! welches auch Syrach mit seinem Beyfall bekräfftiget / wanner schreibt: Es ist mancher scharffstnnig / und doch ein Schalck / und kan die Sachendrehen / wie ers haben will. Und also siehet man / wie ein Politicus auf zweyen Füssen ein-her gehen müsse. Alle Tugend ohne Weißheit ist eine tödtliche Zerrüttung und keine Förde-rung des Gemüths; Alle Wissenschafft ohne Tugend ist Boßheit und nicht Weißheit. Platospricht: Wer sich beeder Füsse bedient / der wird wohl lauffen können.Singula de binis.Ein jedes / seh'tAus zwey entsteht.Aëra foecundat Fumis terra, unda Vapore;Fulminis hinc ignes, Iridis inde color.Qui Virtute ardent, & queis Sapientia lux est;Quàm benè sceptra regunt, quàm sine labe manent!Das Wasser lasset Dampff / die Erde Dünst' auffsteigen,Und diese zieht die Sonn' hin nach der hohen Lufft;Drauff pflegt der bunte Schein des Bogens sich zu zeigen /Und der entbrannte Blitz strahlt in die tieffste Grufft.Weißheit und Tugend muß dich in die Höhe heben;Dann wird dein Amt ein Licht, ein Glantz dein ehrbar Leben.Die II. Frage.Was die würckende Ursach der Meteoren seye?Jer solte zwar billich / wie es die Ordnung auch erforderte / zu erst von der förmlichen-und hernach so dann von der würckenden Ursach eines Meteóri gehandelt werden:Dieweilen aber dise letztere / wann man sie gleich in genere und insgemein auslegen2solte, doch fast nichts in sich begreifft, so von demjenigen unterschieden wäre, wollenwirkünfftig in specie und besonders reden werden; Als wird es schon genug seyn, wann wiranitzo bloß vermelden, was die formliche Ursache seye. Es bestehet aber dieselbe in derjenigenForm, vermittelst welcher die Aushauchung angezündet, und in Feuer verwandelt; oder dickgemacht/ und in einer Wolcke verkehret; oder endlichen erkältet/ und zu einem Wasser auff-geloͤset wird. Woraus dann zu schliessen, daß die formliche Ursach zweyerley, nemlich einestheils wesentlich, und andern theils zufällig seyn müsse: die wesentliche ist die, aus welcher dasMeteorum hervor kommt / und wesentlich gemacht wird: wie dann solcher gestalten der Re-gen / der Thau / der Schnee und das Wasser dem Wesen nach / wodurch ste bestehen / nicht voneinander unterschieden seynd; die zufällige aber ist eine gewisse Vermengung fremder Eigen-schafften / mittelst deren die Meteora zufälliger Weiß von einander unterschieden werden. Undso viel kürtzlichen von der formlichen Ursach: Anitzo schreiten wir fort zu der würckenden Ur-sach / als der eigentlichen Materi unserer vorhabenden Haupt=Frage: Wobey wir Vorwurffsanzumercken.Erstlich; weilen der Dampff und die Ausdünstung / als die nahe Materi / wie bey derersten Haupt=Frage ausgeführet worden / die Zeugung der Meteorischen Eintruckungen beför-deren helffe / daß solches fürnemlich für die wurckende Ursach besagter Eintruckungen darumbzuhalten seye / weilen sie dergleichen Materi aus den Elementen ausziehet / und in die Höhe schi-cke: Dann diejenige Ursach betreffend, wodurch nachgehends die Dämpffe zu Regen, Windund dergleichen gemacht werden / darvon soll unten / wo wir ein jedes insonderheit vor dieHand nehmen / Anregung geschehen.Zwey