der in der obern Lufft erzeugten Dinge.bezeuget / daß er etwas von dem Göttlichen Gemüthe besitze / die Weißheit aber da, un / daß erwas von dem Göttlichen Verstand geerbet. Der den Nahmen und der M.nach groſſeCarolus, der zweyte Oesterreichische Ferdinandus, der dritte Hispanische Ferdinandus, derFrantzoͤsische Ludovicus, der Arragonische Alphonsus, der zweyte Portugallische Joannes,gleichwie sie alle ihrer vortrefflichen Tugend halben berühmt gewesen; also hat auch ihre Weiß-NGVIA DEheit sie unsterblich gemacht. Der unvergleichliche Plato sagt: Wann GOtt einem Land-und Volck Gutes gönnet, so gibt er entweder ihren Königen Weißheit, oder setzt weise Leute,über sie zu Könige. Heißt das nicht der Weißheit das Wort geredet? Ein Fürst hat keinen-Phidias, oder Policletus, oder Myron, der ihn abbilde / vonnoͤthen; sondern die Tugend ist,es / die ihn GOtt gleich und beliebt / zumahlen auch jedermann angenehm machet.„ So ur-theilte der Choronensische Philosophus; und hielte es also mit der Tugend: dann jene ist einEigenthum des guten Glücks, und diese ein Pfand aller Glückseeligkeit; allermassen manzwar mit der Tugend ohne Weißheit fürträglich / aber nicht fürsichtig; hergegen mit der Weiß-heit ohne Tugend zwar fürsichtig, aber nicht fromm; und demnach mit der einen ohne die an-dere weder klüglich noch wohl leben kan: Dann wie soll man wohl leben wo man nicht klüg-lich wandelt? Es ist unmöglich, daß man das Regiment mit Rath und Geschicklichkeit füh-ren könne; wo nicht die Weißheit der Tugend mit Rath / hergegen die Tugend der Weißheitmit Geschicklichkeit, und einfolglich eines dem andern an Handen gehet. Gleichwie die Erdeihre neblichte Gebuhrten in die Lufft treibet, und das Wasser ihre Dämpffe über sich nach derHöhe schicket, damit sie allda von der Sonnen, die als der Ursprung der Lufft-Würckungen,selbige entzündet und erleuchtet, zu einem schönen Regen-Bogen gemacht, oder zu Donner-Keulen gehaͤrtet werden moͤchten: Dann von solchen beyden entstehen alle Lufft⸗Zeichen / undalle Meteorische Gestalten in der Lufft. Eben also steiget auch ein Politicus mit Hülff der Tu-gend und der Weißheit in die Höhe, damit er leuchte und brenne; nemich damit er, indem ervon Weißheit helle leuchtet / wohl regiere; und indem er von Tugend brennet / glücklich lebe.
Druckschrift
Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
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