der in der obern Lufft erzeugten Dinge.Absonderung des Wassers, das ist, abgesonderte Wasser-Theile, nennet. Aus diesem allemnun schlisse ich / daß der Dampf und die Ausdünstung / wie auch alle andere dergleichen Meteoranur vermischte unvollkommene Dinge seyn müssen; weilen sie nemlich bloß und allein mittelsteiner zufälligen Verwandlung erzeuget werden: welchem nach man auch den Dampff und dieAusdunstung pfleget Meteora von der ersten / die übrige aber / so aus dem Dampff und derAusduͤnstung entspringen / Meteora der zweyten Zusammensetzung odermischung zu nennen.Jedoch mochte dargegen eingewendet werden, erstlichen: Der Dampff und die Aus-dünstung seyen leicht / und schwingen sich über sich; die Erde und das Wasser aber seyen schwer /und fallen unter sich; dahero sie auch von diesen Elementen dem Wesen nach unterschiedenseyen; allermassen aus dem Unterschied der Zufälligkeit der Unterschied des Wesens gefolgertwürde. Hierauff wird geantwortet/ und zwar erstlich widersprochen, daß der Dampff und dieAusduͤnstung, eigentlich zu reden, leicht seyen: dann wann der Dampff, der eines Pfundsschwer aus dem Wasser gehet, in ein Glaß verschlossen und auf eine Waag gelegt würde, sowürde er eben so wohl ein Pfund wiegen, als das Wasser selbsten, woraus er entstanden:deßwegen steiget er in die Höhe nicht wegen der Leichtigkeit / sondern wegen seiner SubtilitätNicht anders wie ein Pfund Kupffer, so in einen Klumpen zusammen geschmoltzen ist, zu Bodenfällt; hergegen wann es zu einem Blech geschlagen / und in Gestalt eines Schiffs formieretwird / ohngeachtet es noch sein voriges Gewicht hat / gleichwolen auf dem Wasser empor schwe-bet, und von gedachtem Wasser über sich getrieben wird. Zweytens aber antworte ich: Esfolge nicht / wo nur eine auch unterschiedene Zufälligkeit vorhanden / daß sobalden gleichfalls einbesonderer Unterschied der Substanzien seyn müsse; sondern solches gehe nur an, bey denenZufälligkeiten / die sich inner denen Substanzien befinden; inmassen man allzeit nach ihrer in-nerlichen Bedörfftnuß / und nicht nach deme zu urtheilen hat / was zufälliger Weise sich darinnenbefindet, und von einer aͤusserlichen Würckung gleichsam mit Gewalt hinein geführt und einge-stossen wird. Eines solchen Gelichters nun ist die Leichtigkeit und die Hitze der Ausdünstungund des Dampffs, welche von dem äusserlichen Feuer der Sonnen und anderer hitzender Coͤr-per wider die natürliche Erforderung der innwendigen wesentlichen Form eingeführet worden.Weiters könte eingestreuet werden: Die aus denen Thieren / Pflantzen und anderenvermischten Dingen gezogene Spiritus oder Geister seyen von selbigen der Art nach unterschie-den; dann der Geist eines Thiers, sey nicht ein Thier; das Rosen-Wasser seye keine Rose, derder Branten=Wein hoͤre auf ein Wein zu seyn: derohalben seyen die aus der Erde und demWasser ausgezogene Spiritus auch kein Wasser und Erde. Antwort: Die aus vermischtenCoͤrpern herkommende Aushauchungen seynd zuweilen von denselben der Art nach unterschie-den: nemlichen wann sie nicht leichtlich wiederum zu solchen Corpern werden können; wiedann niemand läugnen wird, daß die Spiritus der Thier, der Pflantzen und dergleichen nichtwieder zu denjenigen vermengßlen, woraus sie entsprungen, werden mögen. Zuweilen aderseynd die Aushauchungen der vermischten Cörper von ihnen der Art nach nicht unterschieden;wann nemlich dieselbe leichtlich wiederum sich darzu bringen lassen: dann auf sothane Weißwird der Dampff des Weins wieder zu Wein, und der Rauch des Quecksilbers, wann er in ei-nen Alembic oder dergleichen Instrument gesammlet wird / wiederumb zu Quecksilber.Drittens dörffte auch dieser Einwurff geschehen: Der Dampff des Weins seye keinWein; dann sonsten könte er consecriert werden; und dannenhero seye der Dampff des Was-sers kein Wasser. Antwort erstlichen: Der Vorsatz wird laut erst=obermeldten widerspro-chen; und folgt doch auch nicht daraus, daß erdeuter Wein=Dampff möge consecriert wer-den, weilen ihm die Form eines gebraͤuchigen Wein ermanglet: Welches unsere GOttes-Gelehrte ebenfalls von dem gefrornen Wein / und gefrornen Wasser wahrscheinlich behaupten:Dann es ist keines von beyden eine tüchtige und gebräuchige Materi zum heiligen Abendmahlund zu der Tauff: wiewohlen einige noch wahrscheinlicher die widrige Meinung ergreiffen.Allein laßt sich dieses doch darumben nicht auch von dem Dampff des Weins anführen; wei-len der gefrorne Wein, als solcherley, doch die Benennung eines Weins behaͤlt, welches bey denDämpffen nicht geschiehet. Antwort zweytens: Gesetzt/ wiewohl ungestanden / daß der Vor-satz richtig wäre / so würde doch die Consequenz oder die Folge nicht zugestanden. Dann eskoͤnte die Ungleichheit, ohne die oben angeregte Ursache, auch dahero erwiesen werden, daß wirhier nicht von denen Dämpffen und Ausdunstungen reden, welche aus vermischten Cörpernausgehen, dergleichen der Wein ist; sondern die aus unvermischten und Elementarischen Cör-pern herkommen / wie das Wasser und die Erde ist.Sonsten pflegt man bey gegenwaͤrtiger Frage auch zu untersuchen / ob vor=bemeldteAushauchungen nur von zweyerley, oder aber von mehrer, oder weniger Arten seyen? DannPlato will bloß von einem warmen und feuchten aus den Wasser entstehenden Dampff wis-sen; die Erdische Ausdünstung aber gäntzlich verwerffen / und nicht gestehen / daß die Erde inandereA 2
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Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
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