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Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
Entstehung
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Philosophische und Politische Beschreibungteri aller Meteoren / enthalten liegen. Allein / wer siehet nicht / daß dieses nur seltzame Träumeund Einfälle seyen?Obiges nun besser zu verstehen / möchte einer fragen: Was dann ein Dampff und eineAusdünstung seye? Antwort: Der Dampff ist eine warme und feuchte Aushauchung / dieaus einer wässerigen durch die Wärme auffgelösten Feuchtigkeit entstehet; dergleichen manetwa aus einem Wasser, so in einem auf den Feuer stehenden Hafen siedet, über sich steigend se-hen kan. Die Ausdunstung aber ist eine aus der Erden / oder einer gleichmässigen drucknenSubstantz auffsteigende/warme und druckne Aushauchung; wie etwa der Rauch seyn mag / deraus dem Weyrauch / und anderen solcherley auf glüende Kohlen geworffnen Dingen entsprin-get. Aus dem Dampff kommen her die Nebel / der Thau / die Wolcken / der Regen / der Schnee /der Hagel und so fort: Aus der Ausduͤnstung aber ruͤhren die feurige Eintruckungen her; alsda seynd die Cometen / und andere brennende Liechter: Doch begreifft diese Ausdünstung nochzweyerley Arten in sich; deren die eine leichtlich Feuer fänget / und zu Feuer wird; die andereaber sich nicht sobalden entzündet / und aus welcher die Winde entspringen. Die Erste hat einesette Erde zu ihrer Geburths=Stätte / und hangen ihre Theile wegen Zehigkeit der Materi so festan einander, daß die Sonnen-Hitze sehr starck darinnen hafftet, und sie dahero desto höher indie Lufft erhoben wird: Die andere aber kommt aus einer dürren Erde her, und hangen ihreTheile nicht so fest in einander; deßwegen kan auch der Sonnen=Hitze nicht so hefftig darinnwürcken; und weilen sie demnach durch die Schwere unter sich gezogen wird / so kan sie sichauch nicht sonderlich in die Höhe schwingen / löset sich ebenfalls bald auf / und wird zu Wind.Hieraus nun ist zu schliessen / daß der Dampff und die Ausdünstung theis mit einanderüberein kommen; theils aber auch von einander unterschieden seyen. Mit einander kommensie darinnen überein / daß sie gleichsam eine Art eines Rauchs / und warme Aushauchungen vonaussen her seyn, weilen sie ihrer Natur nach eine Kälte erfordern: von einander aber seynd sieunterschieden / weilen der Dampff feucht ist / aus dem Wasser entspringt, und allzeit in der zwey-ten Lufft=Gegend sich befindet; die Ausdünstung hergegen ist trucken / und wann sie auffgelöstwird, fliehet sie oͤffters aus der Erde biß in die oberste Lufft-Gegend; und behaͤlt also, weil sietrucken ist, die empfangne Hitze viel eher bey sich, dann der Dampff. Und hindert gantz nichts,wann schon von bewährten Anthoren vermeldet wird, das beedes der Dampff und die Aus-dünstung aus der durch die Sonnen=Hitze erwärmeten Erden ihren Ursprung haben: dann siereden solches nur darum, weilen die Erde und das Wasser an vielen Orten mit einander ver-menget seynd; dahero es auch geschiehet / daß die Ausdünstung und der Dampff offt mit einan-der vermengter über sich steigen; wiewolen / wann sie die mittlere Lufft=Gegend erreicht haben /sie sich alsdann von einander scheiden, und der Dampff gemeiniglich allda verbleibet, die Aus-dünstung aber sich höher hinauff schwinget.Sonsten ergiebet sich hier ein andrer und grösser Streit; ob nemlichen der Dampffund die Ausdünstung von denen Elementen wesentlich unterschieden seyen? Hierauff ist dieAntwort§. 3. Der Dampff und die Ausdünstung seynd von denen Elementen / das ist /der Erde und dem Wasser / woraus sie entstehen / so viel nemlich hiebey die Waͤrnieund eingetruckte subtile Leichtigkeit betrifft / nur zufälliger Weiß unterschieden: Undzwar erstlich darum, weilen dererley Aushauchungen leichtlich wieder zum Element werden:dann / wann ein siedender Haffen mit einem Deckel zugedecket wird / so werden die zusammengesammlete Dämpffe wider zu Wasser tropffen: Das Quecksilber / so man es in einem offenenGefaͤß stehen laͤsset / verschwindet und gehet in Rauch; da es hergegen wann man es wohl zu-gedeckter verwahret / kan ohne Abgang wohl zwey Jahr lang erhalten werden: Die Ausdun-stungen des Weyhrauchs / Schwefels und anderer Mineralien behalten ihre alte Art; derohalbenweilen sie Wasser und Erde zum Ursprung haben / so lassen sie auch die Erdische und waͤsserigeArt nicht von sich: welches zwar nicht eben daher kommet / daß die Elemente aus selbigen ent-springen; sondren vielmehr daß sie die vorige Natur der Elementen in sich behalten / und wiederzu Elementen werden. Zweytens aber deßwegen, weilen diese Dämpffe, wann sie in der mit-lere Lufft=Gegend gekommen / allgemach ihre natürliche Kälte wieder an sich nehmen / zu Wasser-Tropffen werden / zuruck herabfallen / und die Erde benetzen. Und dann drittens aus der Ur-sache / daß / wann hier eine Hindernuß fürfiele / kein Unterschied der Eigenschafften / die sich bey ih-nen finden / zu vermercken wäre. Es folget aber nicht / daß / so ein Unterscheid der von ausseneingetruckten Eigenschafften vorhanden, eben darumb auch ein Unterscheid bey den Substan-zen seyn müsse: Dann es kan eben einerley Wasser welches sonsten seiner Natur nach kalt ist,zuweilen sied=heiß seyn; und eben einerley Metall / so seiner Natur nach hart ist / kan zu Zeitenohne einigen wesentlichen Unterschied flüssig werden: gestallten beyden solches von aussen herChrist. I. zukommt und geschiehet. Womit auch Aristoteles übereinstimmt / wann er den Dampff eine