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2 (1923) Von der Mitte des zehnten Jahrhunderts bis zum Ausbruch des Kampfes zwischen Kirche und Staat : mit Index
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Gerbert von Reims.

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SibyllinischeTexte S. 99 ff. (undSackur, Die Cluniacenser 1,176 ff.; 2,362), ediert wurde AdsosSchrift von Sackur, Sibyll. Texte S. 104113. Außerdem verfaßte Adso das Leben desBischofs Frodobert, des hl. Mansuetus, des hl. Basoius und des hl. Bercharius, vgl. Watten-bach 1, 421 f. und Potthast 2 S. 16; die Heiligenleben sind aber wertlos; vgl. S. 432442.

Zum Erfolg der Disputation s. Richer 3, 65 p. 109 Augusti nutu disputationi finisiniectus est eo quocl et diem pene in his totum consumserant et audientes prolixa atgiiecontinua disputatio iam fatigabat. Ab Augusto itaque Gerbertus egregie donatus est. DieBerufung nach Bobbio s.bei Havet p. XI f. und 1 n. 1, zur Zeit der Abtswürde ib. p. 15 n. 4und Schultess, Papst Silvester IL S. 53 N. 37. Die Bibliothek Bobbios ist bekanntlich inHinsicht ihrer Schätze aus dem Altertum unvergleichlich gewesen, ihr Bestand ergibt sichaus dem Katalog s. X XI bei Becker N. 32; der Cod. Arcerianus läßt sich zwar in diesemVerzeichnis nicht nachweisen, aber da er bis ins 15. Jahrhundert in Bobbio war (Blume,Die Schriften d. röm. Feldmesser 2, 6. 11. 470), so ist mit Havet p. 7 n. 1 seine dortige An-wesenheit für damals anzunehmen, zumal Gerbert in seiner Geometrie den Baibus, Nipsusund Epafroditus mehrfach benutzt hat, vgl. Cantor, Vorlesungen 2 1, 811. 814, Bubnovp. 48 n. 3; allerdings hat sich Bubnov p. 78 n. 16 gegen Gerberts Benutzung dieser Hs. aus-gesprochen. Jedenfalls fand Gerbert in Bobbio keine besonders hohe geistige Atmosphäre,denn in den aus Bobbio geschriebenen Briefen (ep. 110) ist davon nichts zu verspüren.Einige literarische Seltenheiten, die hier berührt werden, finden sich im Katalog von Bobbio,wie der Ophthalmicus des Demosthenes (ep. 9 und B. 32, 399) und die Astronomie desBoethius (ep. 8 und B. 32, 387); später ließ Gerbert diese beiden Werke für sich in Bobbioabschreiben (ep. 130 p. 117 f.). 1 ) In einem späteren Briefe führt Gerbert eine Stelle (4, 15p. 140, 31 f. D.) aus Celsus an; es ist das einzige Zitat, das aus so früher Zeit bekannt ist.Daß Celsus um diese Zeit im Frankenreiche war, ergibt Paris. 7028 s. XI, in alten Katalogenist er in humanistischer Zeit in Monte Cassino, bei Cosimo de' Medici, bei Sixtus IV. undin Paris anzutreffen.

Scharfe Auseinandersetzung mit den Mönchen von Bobbio in ep. 18 p. 14 f. Zur Rückkehrnach Reims und zu den Studien s. ep. 15 und 16 p. 12 f. Heber die politischen Verhältnissevgl. K.Werner, Gerbert S. 80 ff., Schultess, Papst Silvester IL S. 28 ff. und Lux a. a. O.S. 14 ff. In diese Zeit fällt sein Plan, nach Spanien zurückzukehren, s. ep. 45 p. 43. Ver-hältnis zu Theophano ep. 45 p. 44, 10 ff., Bewerbung bei ihr um ein Bistum ep. 117 p. 107.Zum Tode Adalberos (23. Jan. 989) 2 ) s. Havet p. 105 n. 1, zur Designierung Gerberts als Nach-folger ep. 152 p. 134. Ueber die Synode von St. Basle handelt ausführlich K. Th. Schlock-werder, Das Konzil v. St. Basle (Magdeb. 1906) S. 1434. Gerbert rechtfertigt seine Er-hebung zum Erzbischof in dem ausführlichen Schreiben an Bischof Wilderod v. Straßburg(ep. 217 p. 203230), wo er erst eine geschichtliche Darlegung der Sache gibt und dannihre rechtlichen Gründe vorbringt. Die Boethiushs. Bamberg. H. J. IV. 12 mit Versen istan Karl d. Kahlen gerichtet (die Verse bei Bubnov p. 14850), F. Leitschuh, Gesch. d.kaiol. Malerei S. 84; 3 ) dagegen hat Gerbert Verse auf ein Bild des Boethius gedichtet, dassich im Palast Ottos III. befand, s. Olleris p. 294 und Bubnov p. 150 f. (aus Abrinc. 240s. XI und Vindocin. 127 f. 67 b ). Der Brief des Kaisers 4 ) (Gerberti ep. 186 p. 171 f.) besagtvolumus vos Saxonicam rusticitatem abhorrere, sed Greciscam nostram subtilitatem ad idstudii magis vos provocare, quoniam si est qui suscitet illam, apud nos invenietw Gi-ecorumindustriae aliqua scintilla. Die Schrift Gerberts De rationali et ratione uti steht im Monac. 14735und im Paris. 14193, 6 ) danach hrsg. von Olleris, Oeuvres de Gerbert p. 297310. An derSpitze überliefert Monac. 14735 ein Gedicht von sechs Distichen, das aber nicht von Gerbertzu sein scheint. Den Eingang bildet die hochtönende Anrede an den Kaiser und ähnlich istder Schluß, aus dem hervorgeht, daß sich Otto damals mit Mathematik beschäftigte (c. 17

') Unter M. Manlius de astrologia ist somitunbedingt Boethius und nicht Manilius zuverstehen, wie ich früher (Philol. a. alt. Bibl-kat. S. 36) annahm. Ein Brief von Traubevom 23. Oktober 1905 hatte mich schon überden Sachverhalt aufgeklärt. Es ist sogar nichtausgeschlossen, daß der Name M. Man(i)liusvon Boethius' Werk auf den sog. Maniliusübertragen worden ist. Möglicherweise ist dasin der Sorbonne 1338 (Delisle, Le cab. desmscr. 3, 9 ff. N. LDL 9) Sex librl commentariiannui genannte Werk ein unvollständigerBoethius. Die einzige wirkliche Aufschriftdes Manilius begegnet in Urbino (vor 1482)(Giorn. stör. d. arch. Tose. 7,142,482), sie ist

heute entweder Urb. 668 oder 667.

z ) Vgl. Sickel, Mitteilungen d. Institutsf. österr. Geschichtsforsch. 12,236.

3 ) Doch stammen die Verse im Bamberg.H. J. IV. 17 f. l a {Otto vir invictus laetetwCesar amatus) wahrscheinlich von Gerbert.

*) Havet p. 171 n. 5 bemerkt, daß derStil von dem Gerberts sehr verschieden ist.

5 ) Verloren ist eine Hs. aus Tegernsee, ausder Pez (Thes. aneed. 1,2,147 ff.) die Schriftherausgab. Außerdem gab es eine Hs. in Fuldanach dem Katalog s. XVI, s. Beilage z. Zbl.f. Biblwes. 26, 98 Rep. 5 ord. 4, 2 Item Ger-bertus de rationabili.

Manitius, Lateinische Literatur des Mittelalters. II.

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