Gerbert von Reims.
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legte. Anderes wiederum ist nur kurz angedeutet und läßt die Flüchtig-keit im Ausziehen der Vorlage erkennen. Übrigens hat sich der Verfasserdurchaus nicht an die stoffliche Disposition seiner Vorlagen gehalten, wahr-scheinlich weil er einige Werke Bedas benutzte und diese, wenigstens Detemporum ratione, einen zuweilen höchst ausführlichen Stoff boten. Insofernist er allerdings mit seinen Quellen ziemlich frei verfahren. Den KomputusHelperics kennt Wichram nicht, wenigstens hat er ihn nicht benutzt; daaber dessen älteste Abschriften das Inkarnationsjahr 903 (und 900) an-geben, das wir auch bei Wichram fanden, so ist wohl anzunehmen, daß beideSchriften, wie im Monac. 9560, zusammen abgeschrieben worden, sind, wennman nicht 903 als Entstehungsjahr von Wichrams Werk gelten lassen will.
Zeugnisse. Bei Wartmann, Urkundenbuch d. Abtei St. Gallen erscheint 860/61 inN. 475 (2, 91) als Schreiber und Zeuge Ego itaque Wichram indignus monachus rogatusscripsi et subscripsi, ebenso 2, 99 N. 483 (861), 2, 132 N. 518 (866) ein subdiaconus, 2, 145N. 532 (868) ein monachus, 2, 170 N. 556 (872) diaconus atque monachus Wichram; 2, 278N. 676 (890) schreibt Ratpeit ad vicem Wichrammi prepositi und 895 2, 299 N. 697 derZeuge Wichram presbyter. Die Stelle im Sang. 260 p. 390 lautet nach Braumüller: Mo-nachi Wichrammi monitis Hartpertus ecce diaconus omavit thecam harte. Tu precor, o lector,cum scripseris ipse libellum hunc, Time tu his ambobus die miserere deus. Hartpert erscheintin der Urkunde 866/67 bei Wartmann 2, 135; in den Casus s. Galli wird Wichram nichtgenannt. Das Jahr 903 steht in Kap. 20 über die Indiktionen, wo es im Monac. 9560 f. 27 •'heißt Que indiccio (27 b ) est presentis anni? VI. Unde hoc approbas? Ab annis • incarnationisdomini. Quomodo? Ad annos domini nongentos III utpnta in presenti tribus adiectis .. .fiunt nongenti VI. Zur Veränderung des Inkarnationsjahres bei Abschriften von HelpeiicsKomputus vgl. Traube, Neues Archiv 18, 77 ff.; also auch bei Wichrams Arbeit ist einfrüheres Abfassungsjahr möglich. Die Aufschrift des Werkes lautet in der einzigen bekanntenvollständigen Handschrift Monac. 9560 f. 24 b Incipit compotus Wicrammi de Beda excerptus,während das von Braumüller veröffentlichte Fragment die Aufschrift hat In Christi nomineineipiunt interrogationes et responsiones Wichrammi cenobite saneti Galli de compoto Bedepresbüeri, von welcher die erstere nur als ein Auszug erscheint. Die ersten zehn Kapitelsind aus Beda de temp. 6 und de rat. temp. 12. 13 genommen, ohne daß sich Wichram andie bei Beda innegehaltene Reihenfolge hielte. Kap. 21 stammt aus Beda de rat. computi 11,spätere Abschnitte aus de temp. rat. 42—49. 30 und de temp. 11. In der vollständigen Hs.geht dem Werk eine Uebersicht der Kapitel voraus, die mit leichter Umformung der inden Kapitelüberschriften enthaltenen Fragen verfaßt ist. Die katechetische Form magWichram Bedas Werke de ratione computi entlehnt haben.
Oeberlieferung. Vollständig im Monac. 9560 s. XI f.24 a -31 b (aus OberaltaichV)Fragment (Kap. 1—9) im Monac. 14221 s. X f. 20 b —22 il mitten in Hraban de computovon Hand s. XI eingetragen. Dies Fragment ist gedruckt von Braumüller, Stud. u. Mitt.a. d. Benediktiner- u. Cisterzienserorden 4, 2, 367—371.
130. Gerbert von Reims.
Gerbert stammte aus Aquitanien und ist wohl wenig später als 940geboren. Frühzeitig wurde er dem Kloster Aurillac übergeben, mit dessenAbt Gerald wie mit seinem Nachfolger Raimund er auch* später in engemVerhältnis geblieben ist. 2 ) Wie es scheint, war es im Jahr 967, als derspanische Herzog Borell bei seiner Anwesenheit in Aurillac durch Abt Geraldbewogen wurde, Gerbert nach Spanien mitzunehmen, um dort Unterrichtzu erlangen. Borell geleitete Gerbert zum Bischof Hatto von Vieh in Kata-
') Hinter Helperics Komputus wie im altenKatalog von Prüfening s. XII (Monum. Boica13,138). Meine Bemerkung (Neues Archiv36, 772), daß diese Hs. heute Monac. 9560 sei,ist unrichtig. Uebiigens wird Monac. 9560 in
den zwei von mir herausgegebenen Katalogenvon Oberaltaich nicht genannt.
2 ) Vgl. hierzu Gerberti ep. 194 (p. 185 ed.Havet).