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2 (1923) Von der Mitte des zehnten Jahrhunderts bis zum Ausbruch des Kampfes zwischen Kirche und Staat : mit Index
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Walo von St. Arnulfs Briefe. 725

aloes quam, mellis habend (Juv. 6, 181) aufwartet und ihm sagt, daß manglaube, in ihm lebe, wie einst Euphorbus in Pythagoras, 1 ) Gervasius fort.Mit fast demselben Gegenstand befaßt sich ein vierter Brief, der an einenAbt gerichtet ist; auch hier läßt sich Walo schonungslos über den Erz-bischof aus und karikiert besonders dessen äußere Erscheinung. In einemweiteren Schreiben wendet er sich an einen Mönch, den er ermahnt, Gottzu suchen, und kommt am Ende des Briefes wieder auf die Gründe zusprechen, warum er die Abtei St. Remi abgelehnt habe, und er bedenkt inseiner leidenschaftlichen Aufwallung den Manasse mit den Horazworten,llle pestilens truncus ficulnus inutite lignum 1, (Sat. 1, 8, 1). Derselbe Möncherhält von ihm einen zweiten Brief, wo ihm, der von seinem früherenEifer abgelassen hatte, Walo die geheimen Gerichte Gottes auseinandersetztund ihm das Leben im Kloster in den anziehendsten Farben schildert, dieer zum Teil aus der Vita Martini des Sulpicius Severus erborgt. Ein siebenterBrief gehört jedenfalls in frühere Zeit, denn er ist an Walos früherenLehrer gerichtet, der nicht damit einverstanden gewesen war, daß Walosich dem Klosterleben zugewandt hatte. Walo richtet deshalb an den Lehrerein Schreiben, das die Gefahren der Welt fast im Stile einer Predigtschildert und ihn zur Verachtung der Welt auffordert; zur deutlichen Aus-malung gebraucht er je einen Vers aus Persius (1, 1) und aus Juvenal(14, 139). Aus diesem kleinen Briefwechsel erkennt man, daß Walo einsehr streitbarer Herr war, dem es nicht darauf ankam, auch einem Erz-bischof die derbsten Wahrheiten zu sagen, und daß die gebildete Geistlich-keit des 11. Jahrhunderts sich doch ganz in den Ton der römischen Satireeingelebt hatte, so daß sie in ihren Schriften häufig anzügliche Verse darauserborgte. Walo gehörte übrigens später nicht zu den Anhängern Gregors VII.und der leidenschaftliche Mann scheint also die Partei gewechselt zu haben,denn er wurde 1085 nach Absetzung Hermanns Bischof von Metz.

Zeugnisse. Daß die sieben Briefe nicht einem Wilhelm, sondern dem Walo vonSt. Arnulf in Metz gehören, zeigte J. Pflugk-Harttung Neues Archiv 7, 222. Die Anhänglich-keit an Gregor VII. erweist der erste Brief sehr deutlich (p. 455 Unde et ille diabolus Ver-cellensis cum suis complicibus elaborat ut tu . .. non debeas confirmari). Im zweiten Briefp. 456 weiß ich die Stelle si te nobis exhibueris Luscium (?) Lavinium nicht zu erklären. 2 )In 3 p. 456 heißt die Stelle von Pythagoras Gerte, olim apud quosdam philosophos de revo-lutionibus animarum grandis erat opinio, quae per te non inaniter confirmatur, dum sicutUli Euphorbum in Pythagoram sie in te Gervasium putent nostri temporis homines essetransfusum. Am Schluß des vierten Briefes heißt es p. 457 mit kräftigem Hohne quae exquadam mentis ovilitate contractu est. Zur Erhebung zum Bischof von Metz vgl. Gesta abbat.Trudonensium 3, 1 (MG. SS. 10, 240, 31) Herimannum Mettensem episcopum hostem imperiipuplieum adiueatum . .. abbate quodam s. Arnulfi Mettis Gualone dicto episcopo eo supposito;Bernoldi Chron. 1088 (MG. 5, 448), Sigeberti Chron. 1085 (MG. 6, 365). Ausgabe der Briefevon Mabillon, Vetera analecta 1, 247 ff. und zweite Ausgabe 1, 455 ff. N. 1 auch beiWatterich, Pontificum Romanorum .. . vitae 1, 740. Vgl. Wattenbach 2, 124.

') Vgl. Hieron. adv. Rufin. 3,40 (Tertull. I ' 2 ) Die Worte der Fortsetzung cogamur in

resurr. carn. 1). In diesem Briefe braucht er | te nostrum acutissimum infigere genuinum

eine Stelle aus Ciceros Offizien (1,22, 77) Undenon immerito ille ille insignis orator armatogae cedere persuadet subtiliter.

sind in Beziehung mit Juven. 5, 69 oder Pers.1,115 zu setzen.