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2 (1923) Von der Mitte des zehnten Jahrhunderts bis zum Ausbruch des Kampfes zwischen Kirche und Staat : mit Index
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Aynard von St. Evre.

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Strophium, Silicernium und Vopiscus. Benutzt aber wird er häufig, nämlich zu Actuariep. 535, 1; Ämotinus p. 557, 8; Anquina p. 536, 5; Gerritus p. 44, 20; Comvasso p. 87, 24: Con-tinus p. 43, 21; Delirare (fol. 143a) p, 17, 31 f. ; Q esa p 555 ] 9. Silicernium außer der beiGoetz 5, 623, 43 gedruckten Stelle steht fol. 154» Silicernium decreplta senectus et dicitur eo quod cemat sillcem p. 48, 3 ff. und an vielen anderen Orten.

Weiteres Zurückgehen auf die Glossenliteratur hat ergeben, daß Aynards Erklärungenaußer dem Liber glossarum auch den sog. Glossae Isidori, den Glossaren im Vatic. 1468 und1469 sowie im Vatic. reg. 215 und dem Gloss. Amplonianum primum nahestehen, wofür ichhier unten noch einige Beispiele anführe: Alogia (Goetz, Corp. gloss. lat.) 5,583,4; Archi-pirata 5, 339, 30; Aberunco 5, 343.17; Anqnllla 5, 591, 20; Bauculus 5, 583, 9; Badanola5, 583,12: Birotum 5, 583, 11; Batillum 5, 492, 47; Curagulus 5, 593, 25; Galerus 5, 522, 21;Lidia 5, 656,10; Orphanotrophium 5, 524, 27; Ptochotrofium 5, 525,12; Senofactoria (s. v. Scea)5, 526, 21; Slnetie 5, 584,14 u. a. m. Hierneben wird Priscian und selbstverständlich Isidorreichlich verwertet, dessen Etymologien den Aynard wohl hier und da zu eignen Versuchenbewogen. 1 )

Von besonderem Interesse sind eine ganze Reihe längerer Auseinandersetzungen imSinne der alten Synonyma und Differentiae, wie f. 23 * s. v. Driades über die Nymphen, 2 )20 a über Culleus mit völlig anderer Erklärung als bei Dunchad im Martiankommentar,f. 137 b (s. v. Eritreus) über die Namen der Sonnenrosse, wo erst Fulgentius und die Remigius-glosse zu Martian gegeben wird, der sich eine weitere anschließt, 3 ) ein Abschnitt über diedrei Eigenschaften der cantilenae (s.v. Omnis f. 147 b ), f. 155^ über die Benennungen desKopfes 4 ) und f. 15St> über die Formen von Vesper") und deren Bedeutung. Endlich habenmanche Erklärungen oder Synonyma den Anschein, als ob sie auf der Geheimsprache einesVirgilius Maro oder dessen Mitgelehrten beruhten, wohin ja auch andere Glossenliteraturhinzuweisen scheint. Dahin scheinen mir Erklärungen zu gehören wie f. 14 b Artiplex estingeniosus, f. 19 a Com pro mox diel solet, f. 22 a Beclo predo, Bldens est firmus, f. 23 a Dixest consecrator (vorher Dlco as consecro), f. 136b Ego egls vivo, preteritum egi, f. 144 b Monusnerls est monitlo, f. 154 b Sho as activum verbum est suadeo, f. 157 a Tridax est lactuca; andereWörter, die zunächst unverständlich sind, mögen entweder korrumpiert sein oder aus demGallischen stammen, das ja auch zur Glossenliteratur beigetragen hat. Hierzu kommen nunnoch einzelne Erkläiungen, durch die Aynard seiner Zeit Rechnung trug, indem er mittel-alterliche Wörter und Bedeutungen aufführte und auch den Aberglauben der Zeit nicht ver-gaß. Ich verzeichne hierzu f. 10 a Armarium und Armamentarium (beides gleich Bibliothek),f. 12 a Anger est genus piscis gut etiam si vivus fuerit in carro XII boves nequeunt eum movere.f. 16 b Bare grece latine vir fortis inde barones. f. 17 b Camputta est baculus eplscoporum.f. 18 a Cefalargla mlgrania. f. 19 b Carexo as scribo. f. 142 a Lidus est libertus. Liguria estamoenus locus Logotheta est rationator vel dlscussor id est vicedominus. f. 145 a Mandragoraest herba ad coneipiendum feminis apta, et est masculus et femina, quod st longe fuerintdenuo iunguntur. 1 ') Eam si qnts effoderit et extraxerit statltn moritur. Unde iungitur ad eamcanis extraensque mox deficit, f. 146 b Nomenculator comes palalit. f. 153 b Suber est genusligni quod ponltur in retibus vel etiam cortex ligni. Daß einige Wörter in dem bei Aynardgebrauchten Sinne sich bei Liutprand von Cremona finden, hat F. Köhler, Neues Archiv8, 52. 57. 60. 68 7 ) gezeigt. Spuren von Benutzung scheint Papias zu besitzen, wozu die WorteArchimagirus und Capis zu vergleichen sind. Auch bei Osbern finden sich in der Panormiaähnliche Erklärungen (vgl. glls), sie scheinen aber hier unmittelbar auf Remigius zurückzugehen.

Ueberlieferung. Das Werk findet sich allein im Metensis 500 s. XI, 8 ) wo es inzwei Teilen f. 9 a24 b (bis Evtdens) und f. 136 a160 b geschrieben ist. Teile des ziemlichumfänglichen Werkes veröffentlichte Goetz, Corp. gloss. lat. 5. 615625, wozu der Indexglossarum in Bd. 6 und 7 zu vergleichen ist; außerdem vgl. 5 p. XXXIV. Archiv d. Gesellsch.f. ältere deutsche Geschichtskunde 7,1014 (ein Stück des Vorwortes). Weitere Auszüge vonManitius, Münchner Museum 1, 6579.

') Vgl. Atefrici, Avarus, Boas, Elementum,Lira, Yperion.

2 ) Nach Serv. Aen. 1,500. Georg. 4,534.

3 ) Istl etiam dlcuntur equl solis: XanteosXantus Etheus Bios ; es folgt eine längereErklärung der vier Namen.

4 ) Sinciput, aneiput, oeeiput.

5 ) Vesper vesperis. Vesperum vesperi.Vespere. Vespera. Der Abschnitt scheint auf

Remigius zurückzugehen, vgl. Neues Archiv36, 74.

6 ) iuniuntur Hs.

') Nämlich condilus, cernuus und Croesus.Außerdem führt er die zwei Verse vor demGlossar an.

s ) Die Handschrift konnte ich in Dresdenbenutzen.