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2 (1923) Von der Mitte des zehnten Jahrhunderts bis zum Ausbruch des Kampfes zwischen Kirche und Staat : mit Index
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Asser Bischof v. Sherborne und König Alfred der Große.

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sondern eher auf das Latein des von ihm benutzten Chronicon Saxonicumkommen. 1 ) Die Ausdrucksweise Assers ist oft schwerfällig und wenig ab-wechselungsreich, was in manchen Partien besonders auffällt, z. B. 77, 4 ff.bei der Charakteristik der von Alfred aus Mercia berufenen Lehrer und78,5 ff. bei der Berufung von Klerikern aus Gallien. 2 ) Nicht selten be-gegnet auch wirklich ungrammatisches Latein, das sich bei einem in derNähe des Königs befindlichen Bischof seltsam genug ausnimmt; 8 ) auch hatAsser eigentümliche Wortformen in seine Sprache aufgenommen. 4 ) BesondereSorgfalt scheint er den geographischen Namen zu widmen, die er mehrfachin ihrem keltischen und angelsächsischen Wortlaut mit beigefügter lateinischerÜbersetzung gibt, 5 ) so daß die urkundliche Genauigkeit erreicht wird. Esfehlt auch nicht ganz an Stellen, wo das Latein eine gewisse Eleganz undklassischen Anstrich gewinnt, sie sind aber verhältnismäßig selten; 6 ) aucherinnert die Sprache zuweilen an die frühere Dichtung, 7 ) wie auch Kap. 2, 2 f.ein Pentameter steht. 8 ) Für die Kenntnis früherer Dichter spricht dasallerdings an sehr unrichtiger Stelle angebrachte Zitat aus Sedulius 1,24 ff. 9 )und eine anonyme Anführung 90, l; 10 )aber auchVergil ist 16,19 f. und 74,37 f.erkennbar. Zweifellos ist aber die Benutzung vom Prologe Einharts 73, 4 f.und 8 f., 11 ) wie von Stevenson dargetan ist, der außerdem noch auf AId-helm, Beda und Nennius hinweist (p. XC V) und sprachlichen Zusammen-hang mit den Hisperica famin a aufdeckt (p. XCII). Im allgemeinen aberdürfte feststehen, daß der Umkreis, der für Alfreds Leben von Asser be-nutzten Schriftwerke ein sehr kleiner und daß dessen literarische Kenntnisüberhaupt merkwürdig beschränkt ist, wenn man ihn mit den bedeutenderenAutoren des Kontinents vergleicht. Sein Werk aber, das die älteste eng-lische Lebensbeschreibung eines Laien darstellt, ist später von Florentiusvon Worcester zum großen Teile in seine Chronik aufgenommen worden,und zwar zu einer Zeit, als es noch von den großen heutigen Interpolationenfrei war.

Zeugnisse. Zum Namen Asser vgl. ed. Stevenson p. LXV und LXX f. Die Abkunftergibt sich aus der Kenntnis keltischer Namen und aus der Verwandtschaft mit BischofNobis von St. Davids c. 79, 57 et Nobis archiepiscopum et propinquum meum, sein Aufent-halt aus c. 79, 1 advocatus de occiduis et ultimis Britanniae finibas, sowie aus WilhelmiMalmesb. Gesta reg. Angl. 2, 122 (ed. Stubbs 1, 131) 'Habebat ex s. Dewi Asserionem quendamund Gesta pont. Angl. 2, 80 (ed. Hamilton p. 177) Asserus ex s. Dewi evocatus. Die Be-rufung Assers an den Hof nach c. 71. 81 (p. 63 68); zur Bedrückung St. Davids durch

>) Wie schon Plummer p. LXXXIV be-merkte, der auf die häufig vorkommendePhrase (35,18. 36,11. 40,7) loco funeris domi-nati sunt aufmerksam machte.

2 ) Auch beim Regierungsantritt Arnulfs85,1-14.

3 ) Vgl. Kap. 79,14. 88,3 f. 88,6. 89,29.96,2.

4 ) Ich nenne hier 12, 28 principalior.13,20 reginalis. 13, 21 subsequutrix, fernerdas schon Stevenson p. LXXXIV (vgl. p.381)angeführte suatim utens.

6 ) Vgl. 30,3 f. 49,22 f. 55, 7 f.; auch angel-sächsisch und lateinisch (35,13. 37,3) undangelsächsich und britisch (49,7. 57,4 f.).

6 ) Vgl. 27,22 irrumpunt caedunt fugant

prosternunt. 42, 25 terga in fugam verterant.56,6 maxima caede prostravit. 36,8 Ibiquediu et atrociter ex utraque parte dimicatum est.

7 ) Vgl. 64,6 curvo poplite et supplicibusprecibus.

8 ) Vgl. hierzu Fortunati Carm. 4,2,5 f. und8,11 f.

9 ) Es fehlt bei Huemer, Sedulii operap. 361 f. Die Lesarten sind gleich denen desCarnot. 58 s. IXX.

I0 ) Die von Stevenson p. 327 behaupteteHerkunft aus einem karolingischen Dichterdürfte am wahrscheinlichsten sein.

") Auch 16,16 f. geht auf den Prolog Ein-harts zurück.