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2 (1923) Von der Mitte des zehnten Jahrhunderts bis zum Ausbruch des Kampfes zwischen Kirche und Staat : mit Index
Entstehung
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Odo von Meung (Macer). 545

(Edwards. Memoirs of libr. 1.338) Odo de virtutibus herbarum.?) Hierzu gehört auch dieAufschrift des Duac. 217 s. XIU, die nach Pansier (Archiv f. Gesch. d. Medizin 2, 29) heißtDe viribus herbarum auctore Odone dicto Macro Floridio. Diese ist insofern interessant,weil sich hier der spätere Zuname Macer Floridus findet, den ich bisher in einer andern Hs.oder Katalogaufschrift nicht entdecken konnte, der also weder frühzeitig noch häufig ist.Was dagegen E. Meyer, Gesch. d. Botanik 3,428 über den Titel Odo einer bei Jaeck ge-nannten Bamberger Hs. (N. 872) sagt, beruht jedenfalls auf einem Irrtum, da die betreffendenWorte bei Jaeck 1,1 ll 2 ) nur eine Wiederholung der von G. Merula (Graevii Thesaurusantiquit. et hist. Italiae 1,1,98B, Leiden 1704) über Macer gebrauchten Worte sind und inder Bamberger Hs. nicht stehen. Bezüglich der Metrik führt auf das 11. Jahrhundert derziemlich häufige Gebrauch der VerSchleifung. Die Prosodie weist im ganzen wenig Verstößeauf. Wenn man nur die lateinischen Wörter berücksichtigt und von den allgemeinen Fehlernder Zeit absieht, so ergibt sich etwa auf 100 Verse ein Fehler; dagegen ist die Prosodie inden häufigen griechischen Worten wie gewöhnlich ganz frei und sehr fehlerhaft. WennE. Meyer a.a.O. S.431 den Dichter ans Ende des 9. Jahrhunderts und zwar nach Salernosetzt, weil er Griechisch gekonnt habe, so ist das ganz willkürlich, denn Spuren vomGriechischen hatten sich besonders in Westfranken noch ins 11. Jahrhundert erhalten undnaräus gallica (Vs. 61. 74) sowie celtica spica (Vs. 2200) und derte (Vs. 299; frz. dartre)deuten doch wohl viel eher auf Westfranken, ganz abgesehen von den zahlreichen romanischen,latinisierten Pflanzennamen, 3 ) von denen einige im Französischen wiederkehren.

Zu Oribasius und Diaskori des im Mittelalter. Von Uebersetzungen der Werkedes Oribasius fand sich sein Kommentar zu des Hippokrates Aphorismen in Egmonds. XI (Archief v. Nederl. Kerkgesch. 2, 146) bei Richard von Fournival 1250 (Delisle, Lecab. des mser. 2, 535 N. 160), in reterborough s. XIV (Serapeum 12, Meli. 148 und 162),in Canterbury St. Augustin s. XV (M. R. James, The anc. libr. of Canterb. and Dover 337N. 1206), sein Kommentar zu den Prognostica des Hippokrates (vgl. Bern. A 52 f. 68 b —84 bs. XII) mit den Erklärungen zum Liber urinarum Theophili und zum Liber pulsuum Philaretiin Peterborough s. XIV (Serap. 12, Meli. 162); in Murbach hatte man s. IX (StraßburgerPliilolverslg. 271 N. 298) Libri octo Urvasii (also wohl die verkürzte Synopsis) und einen Liberlierbarius Urvasii; vielleicht fand sich dieser letztere auch in Canterbury St. Augustin (a. a. O.S. 345 N. 1261), wo Diascorides und Oribasius genannt werden. Oefter wird die Uebersetzungdes Diaskorides, meist als D. de virtutibus herbarum, 4 ) erwähnt. Sie fand sich s. XII inSt. Amand (B. 114.91), Peterborough (B. 116,57), Durham (B. 117,472; 1391 Surtees soc.publ. 7.33; 1416 ib. 7,111), s. XIII in Cluni (Delisle, Le cab. des mscr. 2,484 N. 43), beiRichard v. Fournival (Delisle a. a. O. 2, 533 N. 134) in Canterbury (Edwards, Memoirs etc.1,161 N. 198 und 199), s. XV bei Amplonius (Seh um. Die amplon.Bibl. 829 N. 73, = Amplon.F41 s. XIV f. 1—62 b ), in Pavia (Indagini storiche 2, 69 N. 780). Oxford (Munimenta acad.2,771). Canterbury St. Augustin (James, The anc. libr. of Canterb. etc. 345 N. 1261; p. 346N. 1267; p. 348 N. 1275 de naturis animalium und de phisicis ligaturis), Urbino (Giorn.stör. d. arch. Tose. 7,131 N. 298) und in Blois 1518 (Omont, Anc.invent. et catal. 1, 93 N.655).Die Ueberlieferung weist also vorzugsweise nach England und Frankreich. Uebrigens istDiaskorides schon dem Cassiodor bekannt, vgl. Instit. div. lect. 31 (Migne 70,1146).

Zeugnisse. Zum Titel De viribus herbarum vgl. auch Sigebert De Script, eccl. 13(s oben). Zur Verschiedenartigkeit der Ueberlieferung vgl. die Angaben über den Inhalt derHss. in der Ausgabe von Choulant p. 22—26; die älteste Hs. Vindob. 134 s. XI hat nur50 Kapitel. Zur Disposition: Der Stoff beginnt mit Vs. 2 Herbarum matrem, dedit Artemisianomen Cui graecus sermo, iustum puto ponere primo und schließt im letzten Verse mit demletzten Rezept zur Aloe Una diagrielii, sie apta sohltio fiet. Zur Nachgeburt 631 Hoc nomenqiwd non notum reor esse quibusdam, Exponat» tali quid nomine significetur; daraus gehthervor, daß er auch für Nichtärzte schrieb. Zur Nieswurz 1818 Non tarnen inveni, perplura«olurrima, volvens, Ullum, qui certum pondus donare. iuberet Illius. Zur griechischen Be-nennung vgl. Vs. 3. 115. 161. 196 f. 321. 338. 429. 492. 592 f. 678 f. 748. 843. 870 etc. Volks-tümliche Benennung 200 [Plant ago laneeolota), 299 (scabies derte), 552 (Amarisca), 741 [BarbaIovis) 749 (Pes pnlli), 907 (Ostrntium), 992 (bona ulcera), 1642 (Barrbeus), 1763 (mula),1766 (Gaisdo), 1993 {Paratella), 2015 (Nigella). Zur Etymologie der Namen vgl. 117 ff.

') Möglich ist auch, daß Canterbury 1285— qago. 1642 barroeus. 1766 gaisdo. 1919 mau-

1330 (Edwards, Mem. of libr. 1,160 N.195) rella. 1993 paratella. 2016 nigella.

Antidotarium Odonis II hierher zu rechnen *) Auch de simplieibus medicinis. Bei

ist, obwohl der Katalog später das Werk stets Richard de Fournival heifit der Titel Dy-

Macer nennt. ascoridis liber de virtutibus herbarum, com-

2 ) Vollst. Beschreibung d. öff.Bibl. z. Bam- positionibus olerum neenon ex hystoria deberg. derum (ob antidotorum?) confectione et pyg-

3 ) 553 amarisca. 711 acidula. 1532 vul- mentorum virtute.

ManHius. Lateinische Literatur des Mittelalters. II. 35