Odo von Meung (Macer). 539
librum primo brevem, sed ampliaio rationis tenore scripsit de, eadem re metrice alterumlibrum maiusculum. Vorwort (zur Zweiteilung) p. 1,17 XJnde ego, quq comminisci per horasinterdiu noctuque potui . . . in duobus tantum coacervavi libeüis; im Vorwort zur Proran 1—4) 2 Lintris foeta iocis diversa aplustria portat, Cuius Prora nitet vario distincta colore.Der zweite Teil der älteren Prora hat die Ueberschrift (p. 595) Hie. sensus in duobus in-venitw versiculis; er endet Vs. 1004 und hat ein Nachwort 1005—1008 erhalten; die jüngereProra erhält vor 1009 und vor 1075 Ueberschriften, die ebenfalls die Verszahl angeben (s. oben),sie besitzt aber kein Vor- und Nachwort. Die Puppis erhält als Aufschrift Incipit seeunduslibellus puppis aeratq und als Vorwort Comminus aerate succedunt postera Puppis, Cuius nondolabro est sed cesa crepido securi. Der Schlußabschnitt (ohne Nachwort) zeigt deutlich, daßdas Gedicht hier sein Ende hatte und also vollständig überliefert ist; denn Egbert denkthier an sein Ende und bittet Gott um Aufnahme in das himmlische Reich. Die Ausscheidungder einzelnen Abschnitte nach ihren Elementen legte E.Voigt p. XLVIII—LH dar, um dannp. LIII—LVII eine Uebersicht der Abschnitte nach den Quellen angeordnet folgen zu lassen.Die römische Prosaliteratur ist der Sache nach wenig benutzt, wenn man von Boethius und denGrammatikern absieht. Ungemein stark aber treten die römischen Satiriker, besonders Horazhervor, und man findet hier zuweilen ähnliche Partien wie in der Ecbasis captivi; nur weißEgbert die gebrauchte Stelle besser zu verdecken als der Verfasser jenes Gedichts. Auchan die Fabeln Avians und des Romulus lehnt sich Egbert häufig an, und natürlich auchan Vergil und Ovid. 1 ) Seit dem Bekanntwerden mehrerer großer Spruchsammlungen ist auchdie Frage nach der Benutzung der Fecunda ratis bei späteren Gnomikern leichter zu be-antworten. Es hat sich herausgestellt, daß einige Verse Egberts wörtlich 2 ) und eine großeAnzahl in mehr oder weniger deutlicher Umschreibung 3 ) von der Sammlung im Basil. A. XL67 f.236—282 s. XV aufgenommen sind, wie aus dem Drucke bei J. Werner (Lat. Sprich-wörter u. Sinnsprüche des MA., Heidelb. 1912) hervorgeht. Außerdem findet sich der Doppel-vers M 88 (Werner p. 50) in der ersten Sammlung derselben Baseler Handschrift. — DieUeberlieferung des Werkes ist äußerst spärlich, einzige Hs. ist Darmstad. 2440 (Colon. 196)s. XI f. l a —68 a , genau beschrieben von E.Voigt p. V — VIII; sonst finden sich nur zehnVerse als Proverbia Rustici 51—60 im Leid. Bonavent. Vulc. 48 s. XIII f. 42 a . Abdruck derWidmung bei Jaffe' und Wattenbach, Ecclesiae metropol. Coloniensis Codices manuscriptip.82f. Druck von 1007 Sprichwörtern bei Bartsch, Germania 18, 310—352 (mit Widmung);vgl. außerdem Neues Archiv 1,594ff., Ztschr. f. deutsch. Altertum 23, 309 ff. Vortreffliche Aus-gabe von E. Voigt, Egberts von Lüttich Fecunda ratis, Halle 1889. 4 ) Kritische Bemerkungenzur Ausgabe von R. Peiper, Ztschr. f. deutsche Philo]. 25. 427—429; Nachträge zur Quellen-analyse ebenda S. 429 f. und von Manitius, Roman. Forschungen 4, 426. — Vgl. außerdemWattenbach. Neues Archiv 15, 229. Wernsdorf, Poet. lat. min. 6,450.
95. Odo von Meung (Macer).
Das bis in die letzten Zeiten des Mittelalters häufig abgeschriebeneGedicht des sogenannten Macer hat ein uns sonst unbekannter Klerikerund Arzt Odo von Meung verfaßt, wie sich aus zwar wenigen, aber kaumanfechtbaren Zeugnissen ergibt. Dieser Odo hat wohl in der ersten Hälftedes 11. Jahrhunderts 5 ) gelebt, denn er kennt das Gedicht Walahfrids Decuitura hortorum und die älteste Handschrift seines Gedichts stammt ausdem 11. Jahrhundert. Außerdem wird das Werk schon in einem Katalogdes ausgehenden 11. Jahrhunderts genannt und fast um die gleiche Zeit
Weniger treten die Disticha Catonis 42—53.
hervor, von denen 1,13, 2 quia multi multalocuntur in der Widmung p. 1,12 verwendetwird.
2 ) Nämlich A47 (Werner p. 3) = Fee.ratis 1,121. E 134 p. 30 = 1,130. N 242
5 ) Wenn H. Stadler (Archiv f. d. Gesch.d. Naturwissensch. u. d. Technik 1. 62 ff.) dieBenutzung von Constantinus Africanus erwiesund das Gedicht danach ans Ende des 11. Jahr-hunderts setzte, so widerspricht das jenen
P- 61 = 1,249. ! äußeren Zeugnissen. Der unbedingte Nach-
^ Diese ergab sich daher, weil die meisten j weis der Benutzung Konstantins ist aller-dings nicht geführt worden, sondern 1618 —1627 können auch aus einer Galenübersetzungstammen (vgl. unten).
Verse leoninisch umgeändert wurden.
4 ) Manches aus Voigts Einleitung wirdvon ihm wiederholt Mitteil. d. Gesellsch. f.deutsche Erziehungs- und Schulgeschichte 1,