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2 (1923) Von der Mitte des zehnten Jahrhunderts bis zum Ausbruch des Kampfes zwischen Kirche und Staat : mit Index
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412 Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters. Zweiter Teil.

ftnitum occeanum. Zum Epilog Vs. 11 Et confido etiam, quia commendatio scripti Carior indetibi maneat, dum nil ibifictum Externnmque vides, sed quaevis pagina veram Ecclesiae landeincanit hystoriamque Bremensem ... 24 Si bene non potui, certe veracia scripsi, Testibus hisutens, quibus haec notissima res est. Nee mihi scribendo laudem Del mutieret quaero, Quippeplacere tibi reor hoc satis esse labori. Verspricht ein Werk (Gedicht) über Liemar 33 Tempuserit, quo facta tuae celeberrima laudis Auf nos aut aliquis ex doeta plebe tuorum Pangemusmaiore hjra, si vita superstes.

Zum Stil. Die Benutzung Vergils vgl. 2. 21. 22. 62, 3, 3. 32. 42. 65, Horaz 1, 1. 3, 9 62Lucan 2, 27. 80, 3, 17. 23.38. 4, 21, Persius 3, 62, Juvenal 1, 42. 3. 38. 65. Zur Sprache vgl!die Handausgabe von Waitz p. VI; außerdem 3, 18 ut evocatus rex Danorum statt evocato-rege. Häufig ist das Wort legatio = Amt, Sendung, vgl. Prol. 1, 33. 2, 2.46; virtus = Mann-schaft 2,31; mellita (Würzwein) 2, 68: incestuositas 3,56. Daß die Sprache ungemein starkbiblisch beeinflußt ist, hat Ph. Kohlmann, Adam v. Bremen S. 57122 ausführlich dar-gelegt und Schmeidler in den Noten gezeigt; derselbe zeigt Hist. Vierteljahreschr. 1920,2, 129 ff. Benutzung der SS. hist. Augustae, und möchte daher Aufenthalt in Bamberg an-nehmen.

Scholien. Sie fehlen im Vindob. 521, doch ist manches hier in den Text hineingearbeitetworden, vgl. die Handausgabe von Waitz p. VII. Zu Solin vgl. Schol. 152, zu Martian 116.130, zu Beda 19, l ) zu Paulus (Langobardengeschichte) 129. 145, zu Sallust 54. 137, zu Vergil129, zu Horaz 122. 156, zu Lucan 132; zu Ovid vgl. 41 cuius Vertex sidera tatigeret mitMetam. 7.61. Aber auch auf Urkunden 2 ) wird in den Scholien Rücksicht genommen, vgl.hierzu 4. 6. 33. 48. 60. Die Scholien 20. 21. 32 verraten durch ihre Herkunft aus SigebertsChronik 966. 973. 1010, daß sie nicht von Adam selbst hinzugesetzt worden sind, während 123,das sich auf den Bericht Adalwards des Jüngeren 3 ) stützt, durch seine Berufung auf 3,16bezeugt, daß es von Adam selbst stammt. Von kulturhistorischem Interesse ist Schol. 144,das von der Bestattungsweise der heidnischen Norweger erzählt. Nachträge und Zu-sätze der zweiten Bearbeitung finden sich 1,2. 14. 15. 18. 29. 31, 2, 12 f. 25 f. 28. 29 (zwei-mal). 39 f. 43. 78 (zweimal). 79 f. 82. 3,37.42.46.63.70.72 (Anhang). 4,36.39.41. Im Nach-trag zu 3, 72 vgl. p. 224 vidimus . . . prout ipsum audivimus dicentem und p. 226 de quibmsnpra plenius dictum est: ferner findet sich hier dreimal das Wort legatio in der früherenBedeutung. Die Erzählung Svens (recitavit) wird im Nachtrage zu 4, 39 fortgesetzt mit ait(p. 275, 21).

Ueberlieferung. Die mit großer Umsicht und Sachkenntnis durchgefühlte Bewertungder Handschriften durch B. Schmeidler (Ausgabe p. VIIXLI1I, besonders XXXVI ff.) hatergeben, daß von dem Original Adams (A) eine Reinschrift mit Verbesserung der Fehlerund mit Zusätzen gemacht wurde; sie wurde dem Erzbischof Liemar gewidmet und ist dieeinzige Abschrift, die zu Lebzeiten Adams gemacht wurde. Das Original aber wurde vonAdam zurückbehalten und unausgesetzt verbessert und vermehrt und mit Scholien versehen,die in jener ersten Abschrift fehlten. Auf diese Weise entstand eine Vorlage für die er-weiterte Form des Werkes, die in vielen Hss. vorliegt, während wir vom Widmungsexemplarnur eine einzige Abschrift, den Vindob., 4 ) besitzen. Die ältesten Abschriften (B C) der er-weiterten Form sind von Fremden ohne Mitwirkung Adams genommen worden. Bei weitemdie meisten Scholien stammen von Adam selbst, vgl. Schmeidler p. XLIf. Dies hs.Verhältnis ergibt sich auch aus den Geschichtswerken, die von Adam abhängig sind. DerAnnalista Saxo benutzte eine Hs., die dem Original (A) nahestand, aber A mit dem Urtextvon C verband. Helmold bietet in seiner Slavenchronik eine Mischung von A mit B C.Die Annales Lundenses benutzen einen B-Text, der aber auch Zusammenhang mit A besafä.Einen gemischten Text zeigt gleichfalls die Hist. archiep. Bremensium, während Albert vonStade einen reinen C-Text aufweist. In alten Katalogen wird das Werk nur einmal in Rombei Calixtus III. 1455 erwähnt (Neues Archiv 32, 693) wo es heißt Item unum volumen parveforme ex pergameno ... nuneupatum hystorie Ammaburgensis ecclesie;"") das ist heute Vatic.2010 a. 1451 (Abschrift des Vindob.). Hss. der A-Klasse Vindob. 521 s. XII/XIII, dessen Ab-schrift Vatic. 2010 a. 1451, Leid. Voss. lat. 4. 123 s. XI ex., und (für Buch 4) Kopenhagen,Alte kgl. Sammlung 718 s. XV, Hamburg hist. 22 s. XVI; der B-Klasse Guelf. Gud. 83 s. XV,Kopenhagen, Alte kgl. Slg. 1175 s. XVI, Soröer Hs. in der ed. princ. von A. S. Vedel, Kopen-

*) Aus der Hist. eccl. 1,1. ") Diese Hs. enthielt nach Pb. Kohl-

2 ) Schol. 37 wird eine Stelle ausgehoben ' mann a. a. O. S.5255 eine Mappa terre

aus dem Liber fraternitatis nostrae. 43 er- Saxonie: Eine Karte nach Adams Vorstel-

scheint eine Prophezeiung über Hamburg und | lungen gab H. Kr ab bo, Hansische Geschichts-

Bremen. | blätter 15,52 (1909), Erklärung dazu S. 40 ff.

6 ) Ist von B. Schmeidler p. XII zu A 1'übersehen worden.

') Die Erzählung im Schol. 142 geht aufAdalwards Begleiter zurück. Zur Zugehörig-

keit der Scholien vgl. Schmeidler p. XL1 f.