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Johannes Schulze und das höhere preussische Unterrichtswesen in seiner Zeit
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Sch.'s Urfcheil über die Bewegung von 1848. 535

werde*). Er bedauerte diese Wirren in Berlin um so mehr,weil er von vornherein überzeugt war, dassDeutschlandseine Rettung nicht von Oesterreich oder Baiern oder Würtem-berg, sondern hauptsächlich von Preussen erwarten"**) müsseund weil er desshalb scharf tadelte, dass in Aeusserungender öffentlichen Meinung von Süd- und Westdeutschland undim Frankfurter Parlament die Stimmungen des preussischenVolks und die Lage des preussischen Staats nicht die ge-bührende Berücksichtigung fanden.

Auch die Verwaltung des Unterrichtswesens wurde viel-fach durch die politischen Aufregungen***) und Wechsel-fälle der Revolutionszeit gestört; Schulze beklagte, dass esin ihr für die Pflege grösserer wissenschaftlicher Unterneh-mungen an Müsse und Mitteln fehlte. Andererseits musste esihn mit Genugthuung erfüllen, dass jetzt manche Hemmnissefreier Entwicklung beseitigt, dass namentlich die Ausnahme-gesetze von 1819 aufgehoben und demnach die Regierungs-bevollmäehtigten an den Universitäten auf den Wirkungs-kreis von Curatoren beschränkt wurdenf). Bald nach seinemGönner Eichhorn schied auch Eilers aus seiner Stellung,und so kam, wie Schulze am 4. Mai 1848 an Ritschi schrieb,die Bearbeitung der auf die evangelisch-theologischen Facul-täten bezüglichen Sachen wieder an mich, und ich werde,wie ich bis zum Jahre 1840 gethan habe, Sorge tragen, dassin den theologischen Facultäten jede wesentliche Richtung,die sich in der Theologie wissenschaftliche Geltung verschafft

*) S. Ruges Briefwechsel hsg. von Nerrlich II, 413.**) So schrieb er am 2. April 1848 an seinen Schwager KarlRössler, dem gegenüber er sich auch in einem von A. Duncker (Rückertund Schulze S. 65 f.) veröffentlichten Brief vom 28. Juli klagend undtadelnd über die in Frankfurt gefassten Beschlüsse aussprach.

***) Sie gaben auch Rückert, der aus verschiedenen Gründen schonlange gegen die preussische Hauptstadt verstimmt war, Anlass sichganz aus dieser zurückzuziehen; Schulze hat in einem an Beyer (Nach-gelassene Gedichte Rückerts S. 165 ff.) und von Duncker a. a. 0. S. 70ff.veröffentlichten Brief berichtet, wie das preussische Ministerium dafüreintrat, dass dabei dem Dichter wenigstens ein möglichst grosser Theilseines Gehalts belassen würde.

f) S. die betreffenden Verfügungen bei Rönne II, 409 f.