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Johannes Schulze und das höhere preussische Unterrichtswesen in seiner Zeit
Entstehung
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432 Zweites Buch. Drittes Capitel.

Bei dem Ernst und Eifer, mit dem Schulze die Hoch-schulen zu fördern bestrebt war, hielt er weitere Studien fürnöthig, um zur Bearbeitung ihrer Angelegenheiten gleich gutgerüstet zu sein, wie zur Behandlung der Gynmasialfragen,mit denen er sich schon in allen seinen früheren Stellungenvertraut gemacht hatte. Er arbeitete deshalb die Literaturüber die Geschichte der inländischen und ausländischen Uni-versitäten und namentlich die vier Bände des auch von Wolf*)gerühmten Raisonnements von Michaelis über die protestan-tischen deutschen Hochschulen durch; besonders aber glaubteer zu einem gedeihlichen Wirken auf diesem Gebiet mannig-faltige Kenntnisse in einzelnen Fächern und besondersdieallgemeinen dem gegenwärtigen Stand der Wissenschaft ent-sprechenden Gesichtspunkte" nicht entbehren zu können. Umdem Mangel, den er nach dieser Seite bei sich fand, ab-zuhelfen, beschloss er, wie er selbst sagt,zunächst ein um-fassendes Studium der Philosophie in ihrem neuesten Systemum so mehr eintreten zu lassen, als ich dasselbe bisher auf Spi-nozas Ethik, auf Schleiermachers Vorlesungen über die philo-sophische und christliche Ethik, auf Kants Kritik der reinenVernunft und auf einige wenige speculative Dialoge Piatosbeschränkt hatte. Zu diesem Zweck besuchte ich von 18191821 täglich in zwei Abendstunden sämmtliche VorlesungenHegels über Encyclopädie der philosophischen Wissenschaften,Logik, Psychologie, Philosophie des Rechts, Geschichte derPhilosophie, Naturphilosophie, Philosophie der Kunst, Philo-sophie der Geschichte und Philosophie der Religion und scheutedie Mühe nicht mir den Inhalt sämmtlicher Vorlesungen durchsorgfältig von mir nachgeschriebene Hefte noch mehr anzu-eignen." Nach Beendigung seiner Vorlesungen pflegte, wieSchulze weiter erzählt,Hegel mich durch seinen Besuch inmeiner Wohnung zu erfreuen oder bei einem gemeinschaftlichenSpaziergang auf die weitere Erörterung einzelner von miraufgeworfener Fragen über Gegenstände seines Vortrags ein-

*) In seinem von Köpke (Gründung der Universität Berlin S. 166 ff.)abgedruckten Gutachten vom 19. September 1807 nennt Wolf das Werkvon Michaelis dasHauptwerk über das deutsche Universitätswesen:ein Buch in etwas langweilendem Stil, aber voll der trefflichsten Sachen".